Rettung für die grüne Lunge

Schutz für den Amazonas-Regenwald

Greenpeace kämpft mit Indigenen für wirksamen Waldschutz in Brasilien.

Wald schützen, Welt retten

Innenpolitische Umwälzungen in Brasilien haben schwerwiegende Folgen für den Amazonas-Regenwald – und damit für die ganze Welt.

  • /

Der Schutz des Regenwaldes müsste für die brasilianische Regierung an erster Stelle stehen – nicht nur zur Rettung des Klimas. Doch der wirtschaftsnahen Politik des Präsidenten Jair Bolsonaro geht es ausschließlich um Profit. Darunter leiden indigene Völker wie die Munduruku und die Karipuna ganz unmittelbar, die Folgekosten trägt der gesamte Erdball.

>>> Stemmen Sie sich mit uns gegen die Ausbeutung des Amazonas-Regenwaldes!

Zynisch könnte man fragen: Was kümmert die Welt Brasiliens Innenpolitik? Eine Menge – auch wenn die Wahl des radikalen Politikers Jair Bolsonaro zum Staatspräsidenten zuallererst eine Tragödie für das südamerikanische Land ist: Insbesondere für Menschenrechtsaktivisten, Schwule und Lesben, für Indigene, deren Zuhause der Regenwald ist, für Menschen, die den harten Kurs des Populisten nicht mitgehen möchten.

Das würde reichen, um sich gewaltige Sorgen um die größte Demokratie Südamerikas zu machen. Doch die Wahl hat nicht nur Folgen für Brasilien. Was innerhalb seiner Grenzen geschieht, hat Auswirkungen auf den gesamten Erdball. Der brasilianische Regenwald ist die vielbeschworene Lunge der Welt. Wobei das Bild schief ist, denn der Wald bindet CO2 und produziert Sauerstoff. Richtig ist dennoch: Die gewaltige Waldfläche lässt den Planeten atmen.

Höchste Abholzungsrate der vergangenen zehn Jahre

Doch das, was um jeden Preis erhalten werden muss, erfährt nicht ansatzweise den notwendigen Schutz. Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist zwischen August 2017 und Juli 2018 um 13,7 Prozent gestiegen, schätzt das brasilianische Institut für Weltraumforschung INPE anhand von Satellitenbildern. Das ist die höchste Rate der vergangenen zehn Jahre. In absoluten Zahlen ausgedrückt, hat Brasilien in nur einem Jahr 7900 Quadratkilometer Wald verloren – eine Fläche, die halb so groß ist wie Thüringen. Auf ihr standen mehr als eine Milliarde Bäume.

Diese Waldzerstörung geschah noch vor der Wahl Bolsonaros, doch der macht genau so weiter. Im Januar – dem ersten Monat seiner Amtszeit – legte die Abholzung im Vergleich zum Vorjahresmonat um 54 Prozent zu, auf 108 Quadratkilometer. Nach Übernahme der Staatsgeschäfte veranlasste Bolsonaro zudem mehrere einschneidende innenpolitische Veränderungen, die direkte Auswirkungen auf das Wohl des Regenwaldes haben. So hat die Regierung per Dekret innerhalb der Ministerien wichtige Zuständigkeiten umsortiert. Unter anderem ist vorübergehend ausgerechnet das Landwirtschaftsministerium für die indigenen Gemeinden und den Schutz ihrer Gebiete verantwortlich – der damit nicht mehr gewährleistet ist. Zu wertvoll ist das Land für die Agrarlobby.

Indigene Gebiete sind wirksamer Waldschutz

Die Bedeutung der indigenen Bevölkerung Brasiliens für den Schutz des Regenwaldes ist immens. Der respektvolle Umgang der Menschen mit der Natur, die sie umgibt, ist die bestmögliche Art, die Wälder gesund zu halten und zu bewahren. Doch was Völker wie die Munduruku oder die Karipuna durch ihre Lebensweise beschützen, ist für die Holzindustrie sehr wertvoll. So wertvoll, dass sie geschützte Waldregionen dennoch abholzen – auch weil ihnen selten Strafverfolgung droht. Wer kriminellen Holzhändlern im Weg ist, erfährt brutale Gewalt. Häufig werden Landbesitzer so lange unter Druck gesetzt, bis sie ihnen ihr Land überlassen. Wer sich weigert, zahlt mitunter mit dem Leben.

Die brasilianische Regierung lässt mit ihrer rücksichtslosen, wirtschaftsfreundlichen Politik keinen Zweifel daran, dass ihr der Schutz des Regenwaldes gleichgültig ist. Den Pariser Klimavertrag will sie nur mittragen, wenn keine wirtschaftlichen Einbußen für das Land zu erwarten sind – eine absurde Vorgabe an das ehrgeizigste und wichtigste Projekt der Weltgemeinschaft. Zudem hat der neue Umweltminister Ricardo Salles im Januar die Partnerschaft mit den Nichtregierungsorganisationen im Land für drei Monate aufgekündigt und lässt deren Aktivitäten streng überwachen – eine unnötige und unverdiente Verteufelung von Menschenrechtlern und Naturschützern, die eigentlich vertrauensvoll mit der Regierung zusammenarbeiten sollten.

Ein Schlüssel zur Rettung des Weltklimas

Der brasilianische Regenwald ist ein Schlüsselelement, um das im Pariser Klimavertrag festgelegte 1,5-Grad-Ziel noch einzuhalten. Wir bewegen uns derzeit auf eine Erderhitzung zu, die über diesen 1,5 Grad Celsius liegt – die Folge wäre ein nicht wiederzuerkennendes Weltklima, mit kaum absehbaren Folgen für die gesamte Erdbevölkerung. Um den Klimawandel aufzuhalten, werden allerdings neben dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auch große Speicher für das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid benötigt, das sich bereits in der Atmosphäre befindet. Im Klartext: gesunde Wälder. Die brasilianische Regierung ist gerade dabei, den größten und wichtigsten Regenwald der Welt dem Profit zu opfern. Das ist kein gutes Geschäft: Die Rechnung zahlen alle – und halten wir den Kahlschlag nicht auf, wird sie für die Menschheit zu teuer.

Mit dem Projekt „All Eyes on the Amazon“ kämpft Greenpeace gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen und Indigenen für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes. Mit Satellitenbildern und Drohnenüberflügen dokumentieren die Aktivisten das Ausmaß der Waldzerstörung und helfen den Betroffenen, ihre Rechte wahrzunehmen – bis die zügellose Abholzung im Amazonas endlich der Vergangenheit angehört.

>>> Halten wir den Kahlschlag nicht auf, verlieren wir unseren engsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise. Fordern Sie darum von der brasilianischen Regierung den Schutz des Amazonas-Regenwaldes!

Weiterlesen
schließen

Rettung für den Amazonas

Unterzeichnen Sie die Petition

38.239haben bereits unterschrieben.

Jetzt mitmachen

Der Greenpeace Newsletter

Die wichtigsten News im Abo

Nachrichten

Publikationen

Publikationen