Jetzt spenden
Symbolbild: Mais auf einem Acker
© Fred Dott / Greenpeace

Landeigentümer stoppen Anbau von Gen-Mais

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Besitzer von Ackerland können Pachtverträge mit Landwirten kündigen, die genmanipulierten Mais anbauen. Wegen Einsprüchen von privaten oder kirchlichen Landbesitzern mussten in Sachsen und Brandenburg bereits geplante Standorte für den Gen-Maisanbau aufgegeben werden. Dabei handelt es sich um Flächen in den Orten Neureetz und Guben in Brandenburg sowie Arzberg und Oberlichtenau in Sachsen.

Greenpeace bietet ab heute eine Rechtsberatung für weitere Landbesitzer an, die in Pachtverträgen den Anbau von Gen-Mais ausschließen wollen. Bei älteren Pachtverträgen können Landbesitzer zudem im Streitfall ein Sonderkündigungsrecht geltend machen. Denn die Grundstücksbesitzer konnten bei diesen Pachtverträgen nicht davon ausgehen, dass Gen-Saaten ausgebracht werden würden.

Greenpeace will Landeigner ermutigen, sich gegen Gentechnik auf ihrem Acker zu wehren, sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. Gen-Mais ist überflüssig und gefährlich. Die aktuellen Skandale um Gen-Mais aus den USA und Gen-Reis in China zeigen, dass Gen-Konzerne wie Monsanto und Syngenta ihre Produkte nicht im Griff haben.

Andreas Mager, Landbesitzer aus Sachsen hat mit seinem Pächter, der Lausitzer Hügelland Agrar AG jetzt einen Verzicht auf Gen-Saaten ausgehandelt und in den bestehenden Pachtvertrag aufgenommen. Das Gentechnikgesetz lässt zu, dass Landwirte Gen-Pflanzen anbauen können, ohne den Landbesitzer zu informieren, kritisiert Andreas Mager.

Der in Deutschland für den Anbau vorgesehene Gen-Mais Mon810 produziert ein bakterielles Gift, das die Larven des Maiszünslers tötet. Jüngere wissenschaftliche Publikationen zeigen ein alarmierendes Spektrum möglicher negativer Auswirkungen dieser Gen-Pflanzen. So kann sich das Gift im Boden anreichern und geschützte Insekten gefährden.

Greenpeace fordert deshalb die Bundesregierung auf, den in diesen Wochen beginnenden Anbau des Gen-Mais Mon810 der Firma Monsanto zu untersagen. Andere EU-Staaten wie Ungarn, Polen, Griechenland und Österreich haben den Anbau des Gen-Mais Mon810 bereits verboten.

Die Gen-Konzerne bedrohen die Zukunft der gentechnikfreien Landwirtschaft, sagt Nicola Burgeff, Demeter-Landwirt aus Mahlitzsch und Sprecher im Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen. Der Protest in den betroffenen Gemeinden wächst und zeigt Wirkung.

Mais ist eine der wichtigsten Pflanzen auf den deutschen Feldern: Er wird auf 1,7 Millionen Hektar oder rund zehn Prozent der bundesweit landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Bisher haben sich nur wenige Bauern in Deutschland für den Anbau von Mon810 entschieden und etwa 1000 Hektar angemeldet.

Alle wichtigen Informationen zum Anbau genmanipulierter Pflanzen finden Landwirte und Landbesitzer in der neuen Info-Broschüre „Gen-Mais in Deutschland“. Den kostenlosen Ratgeber haben die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Bund Ökologischer Landwirtschaft (BÖLW) zusammen mit Greenpeace erstellt.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/sos-tierwohl

SOS Tierwohl!

SOS Tierwohl! Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) ist gerade dabei, viele Tierwohl-Fortschritte abzuschaffen. Bitte setz dich gegen diese Billigfleisch-Politik ein und unterzeichne die Petition

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Pigs in Factory Farming in Germany

Mehr zum Thema

Ohne Gentechnik-Logo auf abgepacktem Fleisch

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

Geplante EU-Regeln gefährden die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa. Das hätte auch Auswirkungen auf Verbraucher:innen. Greenpeace hat die Positionen des Lebensmittelhandels abgefragt.

mehr erfahren über Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels
Gemüse und Obst in Deutschland

Erwartungen an die Agrarpolitik

Folgt auf drei verlorene Ampel-Jahre eine Agrarpolitik mit den Konzepten von gestern, bedroht das die Zukunft der Landwirtschaft. Umfrage zeigt: Politik sollte Verbraucher:innen mehr im Blick haben.

mehr erfahren über Erwartungen an die Agrarpolitik
Protest against Emissions from Dairies in Berlin

Für langfristig sichere Ernten

Immer häufiger bedroht Extremwetter bäuerliche Existenzen und unsere Lebensmittelversorgung. Wer klimabedingten Ernteausfällen mit mehr Gülle und Chemie begegnet, trägt nicht zur Lösung der Krise bei.

mehr erfahren über Für langfristig sichere Ernten
Gewinnerin Friederike

Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO

Kühe gehören auf die Weide! Zu diesem Thema haben über 150 Kinder Klappkarten selbst gestaltet und gebastelt. Die Einsendungen sind so großartig, dass es uns total schwer gefallen ist, drei Gewinner:innen auszuwählen. Darum zeigen wir euch hier auch noch ein paar weitere tolle Bastelarbeiten.

mehr erfahren über Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO
Traktor mit Schild auf der Straße: "Ampel-Irrsinn nicht auf dem Rücken der Bauern".

Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel

Trecker rollen durchs Land – nicht nur in Deutschland. Die Politik reagiert auf die Proteste und streicht Umweltschutzauflagen. Interview zu den Demos und einer Umverteilung von Geldern.

mehr erfahren über Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel
Treckerdemo, ein Trecker schert aus - auf der Frontschaufel ein Schild: Wir denken in Generationen für unsere Kinder!

„Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“

Interview mit Landwirt und Agrarblogger Bernhard Barkmann über die Demonstrationen der Bäuer:innen, die Gefahr von rechts und fehlende Zukunftsvisionen für den Sektor.

mehr erfahren über „Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“