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Meere brauchen Schutzgebiete

Unsere Ozeane sind aus dem Gleichgewicht. Höchste Zeit, zu handeln.

Meere wirksam schützen!

Die Meere sind unentbehrlich im Kampf gegen den Klimawandel. Doch sie sind aus dem Gleichgewicht geraten. Überfischung, Versauerung, Müllstrudel unter der Wasseroberfläche – das sind nur einige Folgen des weltweiten Überkonsums.

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Nicht einmal zwei Prozent der Weltmeere sind vor menschlichem Eingriff geschützt; die deutsche See ist keine Ausnahme: Fischerei, Sand- und Kiesabbau oder gar Öl- und Gasförderung in Naturschutzgebieten? Alles möglich. Ganz zu schweigen von der Plastikflut, die durch diese Schutzgebiete strömt. 

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Alle reden über Meeresschutz. Europa will, dass die Ozeane bis zum Jahr 2020 in gutem Zustand sind. Die G7-Staaten haben erst in diesem Jahr unter deutscher Federführung einen Plan gegen Müll im Meer vorgelegt. Deutschland hat fast die Hälfte seiner Nord- und Ostsee als Schutzgebiete ausgewiesen. Doch alles nur auf dem Papier: Die Pläne sind bisher reine Versprechen.

Deutsche Schutzgebiete? Nur auf dem Papier

Dabei ist ein intaktes Ökosystem von unschätzbarem Wert. So können sich die Schweinswale in der Nordsee etwa nur dann paaren und ihre Kälber aufziehen, wenn sie ungestört bleiben. 

Auch deshalb hat Greenpeace durch die Versenkung von Natursteinen bereits 2008 und 2011 echte Schutzgebiete geschaffen: Zonen, um die Fischer mit zerstörerischen Fangmethoden einen großen Bogen machen. Im Sylter Außenriff sind geschützte Bereiche seitdem sicher vor den tonnenschweren Scheuchketten der Grundschleppnetze. Der Erfolg gibt Greenpeace Recht: Die dort versenkten Natursteine retten nicht nur Leben, sondern schaffen auch neues: Seenelken, Seesterne und Seescheiden, Muscheln, Moostiere, Krebse und zahlreiche Fischarten haben die Findlinge zu ihrer Heimat erkoren.

Karte Schutzgebiete
(Klicken zum Vergrößern.)

Die zuständigen Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt hingegen bleiben weiterhin zumeist tatenlos. Doch langsam verliert auch die EU-Kommission die Geduld: Sie hat Deutschland bereits wegen mangelnder Umsetzung seiner Schutzmaßnahmen ins Visier genommen und ein EU-Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Immerhin bewegt sich also etwas. Doch der politische Prozess ist zäh –  die Vorschläge zum Schutz der Nordsee sind zu schwach, für die Ostsee gibt es noch gar keine Pläne.

Müllkippe Meer

Doch selbst Schutzgebiete sind nicht vollkommen sicher. Es gibt keine Barrieren um sie herum; Plastikmüll, Glas und Schadstoffe aus der Industrie können ungehindert eindringen. Was der Mensch dem Meer antut, ist deshalb in Naturschutzgebieten besonders gut zu erkennen. Dort, wo der Strand nicht regelmäßig für die Touristen gereinigt wird, häufen sich die Plastikberge. Sie lagern sich ab oder werden von den Wellen wieder zurück ins Meer gespült.

Die Ursachen sind vielfältig. Plastiktüten und anderes Konsumplastik werden bedenkenlos in der Natur weggeworfen. So gelangen allein von Land aus jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle in die Ozeane. Kaum einzuschätzen ist, was zudem illegal auf hoher See entsorgt wird.

Riesige Geisternetze und andere Fischereirückstände machen circa zehn Prozent des Plastikmülls im Meer aus. So verwendet die Industrie in der Grundschleppnetz-Fischerei völlig legal Netze mit Plastikschlingen – sogenannten Dolly Ropes –, deren Verschleiß eingeplant ist. Das Ergebnis: Unzählige dieser Dolly Ropes treiben durch die Meere und werden Meerestieren, aber auch Vögeln, die sie zum Nestbau verwenden, zum tödlichen Verhängnis.

Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr

All dieses Plastik vergeht nicht. Flüsse und Meere sind voll damit, teils ist es mit bloßen Augen sichtbar, teils treiben mikroskopisch kleine Teile im Wasser. Dieses sogenannte Mikroplastik zieht Schadstoffe an und bindet sie, teilweise in sehr hoher Konzentration. Das ist nicht nur für zahlreiche Meerestiere gefährlich. Über die Nahrungskette können die Kunststoffpartikel samt Giftfracht auch auf unseren Tellern landen: Studien haben in Muscheln, Garnelen und Fischen bereits Mikroplastik nachgewiesen. Und auch das Plankton, das die Tiere fressen, ist mit dem bedenklichen Kunststoff belastet. Ein fataler Kreislauf.  

Die Meere brauchen uns – und wir brauchen das Meer!

Die Meere sind riesig, sie bedecken fast Dreiviertel unseres Planeten. Doch der Mensch hat diese riesigen Ökosysteme aus der Balance gebracht. Für einen Großteil der in Deutschland lebenden Menschen ist das Meer weit weg. Doch mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung lebt nicht weiter als 100 Kilometer von den Küsten entfernt. Für viele ist das Meer wichtige und einzigartige Lebensgrundlage.

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Häufig gestellte Fragen

  • Warum sind Schutzgebiete für die Zukunft der Meere wichtig?

    In diesen Gebieten kann sich die zerstörte Meeresnatur wieder erholen; vor allem können sich dort Fischbestände ungestört vermehren. Wenn die Bestände so groß geworden sind, dass Fische das Schutzgebiet verlassen, stehen diese auch der Fischerei wieder zur Verfügung. Schutzgebiete erhöhen so die „Meeresfitness“. Ein robustes Ökosystem kann die Folgen des Klimawandels besser verkraften.

  • Wie viele Schutzgebiete gibt es derzeit, und wo sind diese?

    Zurzeit stehen nur 1,5 Prozent der Meere unter konsequentem Schutz, darunter vor allem die Gewässer um die hawaiianischen Inseln und das Great Barrier Reef vor Australien. Doch leider sind Schutzgebiet nicht immer das, was der Name verspricht. So wird etwa der deutsche Nationalpark Wattenmeer fast flächendeckend von der Bodenschleppnetz-Fischerei zerstört.

  • Die Effekte von Schutzgebieten sind offensichtlich – warum gibt es bisher nur so wenige davon?

    Industrielle Fischereifirmen, Öl- und Gasunternehmen haben eine sehr starke Lobby. Die ist leider bisher kräftiger als die Lobby der Meeresschützer. Hinzu kommt, dass der flüchtige Eindruck oft trügt: Das wahre Ausmaß der Meereszerstörung ist meist erst unter der Oberfläche wirklich sichtbar. 

  • Forderungen

    • Eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Nutzung der Meere
    • Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das mindestens 40 Prozent der Meere umfasst
    • Wirksame Maßnahmen, um die Vermüllung der Meere durch Plastik, Schadstoffe und anderen Abfall einzudämmen

    Endlager Umwelt

    Publikationen

    Publikationen

    Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

    Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.