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Wolfgang Lohbeck, Greenpeace-Experte für Verkehr, mit dem Smile in Hamburg.
Jasmin Sarwoko / Greenpeace

Greenpeace-Auto SmILE fährt ins Deutsche Museum

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Klein, intelligent, leicht, effizient: So revolutionierte der SmILE die Autowelt – anders als gedacht, allerdings. Zum 20. Geburtstag wechselt das Greenpeace-Auto nun ins Museum.

Nur mal eben die Kinder abholen, zum Sport oder zum Einkaufen. Doch schnell geht all das inzwischen nur noch selten: verstopfte Straßen, kein Parkplatz zu finden. Denn die meisten Autos, die wir in der Stadt benutzen, sind viel größer, schwerer und durstiger als sie sein müssten. Und so schieben sich klimazerstörende Blechlawinen langsam durch Deutschlands Städte. 

SmILE: Ein Lächeln für die Stadt

Fragte man die Autoindustrie, ob es nicht auch ein bisschen kleiner und sparsamer ginge, lautete die Antwort schon in den 90er Jahren: Nein! Also machte sich Greenpeace zusammen mit dem Schweizer Motorenbauer Wenko selbst ans Werk – und stellt 1995 das perfekte Stadtauto vor. Der SmILE steht für klein, intelligent, leicht und effizient (small, intelligent, light, efficient). Nun wird der sparsame Zwerg mit einem Platz im Deutschen Museum im München geehrt.

Windschnittig ist der umgebaute Renault Twingo, wiegt rund 600 Kilogramm und verbraucht auf 100 Kilometern gerade mal knapp drei Liter Benzin – alles ohne Abstriche bei Sicherheit und Komfort. Bloß bei der Geschwindigkeit unterscheidet sich der SmILE vom Standard-Twingo: Mit 170 Stundenkilometern fährt er schneller als das Original. 

Trotzdem weigerte sich die Autobranche, Sparautos wie den SmILE in Serie zu bauen. Denn politisch herrscht hierbei kein Druck, und so machen die Hersteller den Käufern seit Jahren weiß: Auch für den regulären Stadtverkehr sei ein tonnenschwerer, hochgebockter Panzerwagen mit Vierradantrieb nötig. Die fortschrittliche und spritsparende Technologie des SmILE mit seinem hochaufladenden und stark verdichtenden Motor wird bald übernommen. Doch nicht für Klima schonende Kleinwagen, sondern für Autos, die die theoretische Spritersparnis mit immer neuen Extras auffressen. Bis heute verbrauchen herkömmliche Kleinwagen etwa das Doppelte des 20 Jahre alten SmILE.

Veränderte Mobilitätsansprüche

Inzwischen ist klar: Die Autoindustrie hat die Zeichen der Zeit verkannt. Statt Lösungen anzubieten, wie Menschen in immer größeren Städten möglichst einfach von A nach B gelangen, setzt sie weiterhin auf PS-starke Statussymbole. Dabei steht im Mittelpunkt einer modernen Verkehrsidee längst nicht mehr das Verkehrsmittel, sondern der Zugang zu Mobilität für möglichst viele Menschen. Dazu müssen unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten von Carsharing über Busse und Bahnen bis hin zu Fahrradfahren und Laufen intelligent kombiniert werden.

Greenpeace stellt in einem aktuellen Mobilitätskonzept vor, wie Stadtplanung eine lebenswerte Umgebung schaffen und Bürger effiziente Lösungen für Arbeitswege und Kurzstrecken finden können.

Bevor der SmILE am 11. Juni seinen Platz im Museum findet, verabschiedete er sich mit einer kleinen Sonderschau in der Greenpeace-Ausstellung in Hamburg. Dort fand auch am 4. Juni 2015 ein Expertengespräch zur Geschichte des SmILE und der Zukunft der Mobilität statt.

  • Vor der Greenpeace-Ausstellung in Hamburg schauen sich Besucher den SmILE an.

    Kleines Auto, großes Interesse

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  • Wolfgang Lohbeck, Leiter der SmILE-Kampagne, diskutiert mit Besuchern im Atrium der Greenpeace-Zentrale in Hamburg.

    SmILE-Geschichte(n)

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  • Klein, aber fein

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Petition

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Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

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