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Ein Mann in Greenpeace Overall steht neben einer Eiche, um sie einzupflanzen.
© Bernd Lauter/Greenpeace

Deutsche Verkehrsplanung

Eine acht Meter hohe Stieleiche, gepflanzt im Endstück der A49: Damit haben Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten heute früh gegen den Ausbau der umstrittenen Autobahn durch den Dannenröder Wald demonstriert. Mit ihrem Slogan “Wald statt Asphalt” fordern sie eine neue Verkehrsplanung, die weder Natur zerstört noch die Klimakrise anheizt. “Statt einen gesunden Wald abzuholzen, um eine Verkehrspolitik von gestern zu zementieren, braucht es einen sofortigen Ausbaustopp aller geplanten Autobahnen”, sagt Greenpeace-Klimaexperte Benjamin Stephan. “Wälder können uns helfen, die Erderhitzung zu bremsen - weitere Autobahnen werden sie beschleunigen.”

Eine aktuelle Studie im Auftrag von Greenpeace zeigt, wie die geplante Trasse der A49 den Dannenröder Wald weit über die gerodete Fläche hinaus schwächen würde. Die geplante Autobahn würde ein bislang zusammenhängendes Waldgebiet zerschneiden und zur Erhitzung und Austrocknung der Landschaft beitragen. Der Wald wäre damit zunehmenden Extremwettern wie Hitze und Dürre noch stärker ausgesetzt. Mit Satellitenbildern untersucht die Studie, welche Landschaftsteile sich besonders stark erwärmen. Das Ergebnis: An heißen Tagen sind Autobahnen in Nordhessen durchschnittlich bis über zehn Grad wärmer als kühle Waldgebiete. An den Rändern von Autobahnen sterben deshalb deutlich mehr Bäume ab. 

Für einen intakten Wald wie den Danni ist das besonders dramatisch, denn große und unzerschnittene Wälder kühlen die Landschaft und sind in der Klimakrise besonders bedeutsam. Die Wälder in Deutschland leiden bereits spürbar unter den Folgen der Klimakrise. In den vergangenen drei Jahren sind Bäume auf einer Fläche von mindestens 285.000 Hektar abgestorben. “Wälder sind unsere Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise, wir brauchen ihre kühlende Wirkung mehr denn je. Intakte Wälder zu zerschneiden und so weiter zu schwächen ist wie einer Feuerwehr beim Löschen das Wasser abzudrehen”, sagt Stephan. Seit zwei Wochen haben Polizei und Waldarbeiter mit der Räumung und der Rodung im Dannenröder Wald begonnen. Umweltschützerinnen und Umweltschützer besetzen den Wald seit über einem Jahr, um die Bäume vor dem Abholzen zu schützen und den Weiterbau der A49 zu stoppen.  

Einfach dicht!

13.000 Kilometer ist das deutsche Autobahnnetz lang – und damit eines der dichtesten in Europa. Mindestens 18 der 44 geplanten Neubauprojekte im Bundesverkehrswegeplan 2030 werden Wälder und Schutzgebiete schädigen. Der Danni soll also kein Einzelfall bleiben. Die Klimakrise wird bei solchen Plänen bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Im nächsten Jahr steht eine Überprüfung des Bundesverkehrswegeplans an. Dann müssen die klimapolitischen Kriterien mit in die Planung einfließen. Greenpeace hat bislang vorliegenden Informationen des Plans hier ausgewertet.

Übrigens gehört die an das Endstück der A49 gepflanzte Stileiche zu den Baumarten, die im Danni und in anderen deutschen Wäldern von Natur aus vorkommen. Als Laubbäume sind sie besonders wertvoll im Kampf gegen die Klimakrise.

  • Eine Aktivistin gießt mit einer Gieskanne den in die Straße gepflanzten Baum

    Die Stieleiche zu den Baumarten, die in deutschen Wäldern von Natur aus vorkommen

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  • Ein Aktivist und eine Aktivistin stehen mit einem Banner "Wald statt Asphalt" vor dem eingepflanzten Baum

    Mit dem Slogan "Wald für Asphalt" fordern die Aktivistinnen und Aktivisten eine klimagerechte Verkehrspolitik

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  • Luftaufnahme von dem Baum, der in das Ausbauende der A 49 gepflanzt wurde.

    Die Eiche wurde in das Ausbauende der A49 gepflanzt

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  • Person im Wald mit Banner gegen Autobahnausbau

    Umweltschützerinnen und Umweltschützer wollen den Wald vorm Abholzen beschützen.

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  • Abgeholzte Baumstämme und Äste  liegen am Waldrand

    Bereits ein Drittel der geplanten Fläche im Dannenröder Wald wurde abgeholzt

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Thermische Wirkung von Autobahnen

Thermische Wirkung von Autobahnen

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