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Inszenierte Ölpest vor der BP-Zentrale in Brasilien, September 2010
Alexandre Cappi / Greenpeace

Aktion gegen Tiefseebohrungen in Brasilien

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Eine kleine Ölkatastrophe vor der BP-Zentrale in Sao Paulo: Eine schwarze Kunst-Öllache, Meerestiere und Vögel liegen darin, Menschen in gelben Schutzanzügen und -masken stehen hilflos daneben. Auf einem Banner steht: BP heute, pre-Salz morgen. Vor der Küste Brasiliens wird ein neues riesiges Ölfeld im sogenannten Pre-Salz-Gebiet, einer besonderen geologischen Gestein-Salz-Formation, erschlossen. Gebohrt werden muss dort zum Teil in 2.200 Metern Tiefe.

Die Greenpeace-Aktivisten haben ihre Schlussfolgerung aus der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko gezogen. Wenn es keine Technik gibt, um ein Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe schnell und effektiv abzudichten, was passiert dann, wenn in 2.200 Metern Tiefe Öl ausströmt? Die Frage bleibt unbeantwortet, denn für den brasilianischen Präsidenten Lula ist der Erdölfund Gottes Geschenk.

Da wir das Öl aus den besser zugänglichen Gebieten bereits aufgebraucht haben, muss jetzt immer weiter und tiefer vorgedrungen werden, um neues Öl zu finden, sagt Ricardo Baitelo, Energie-Experte von Greenpeace Brasilien. Aber der Unfall im Golf von Mexiko hat gezeigt, dass es keine Technik gibt, die große Unfälle in der Tiefsee verhindern könnte.

Denkt man noch einen Schritt weiter, tun sich neue Probleme auf. Gelder, die in die Forschung und Sicherheitstechnik fließen, fehlen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Brasilien blickt nach hinten in die Zukunft, sagt Baitelo. Dabei ist es an der Zeit in Erneurbare Energien zu investieren, anstatt in eine Energiequelle, die limitiert und umweltschädlich ist.

Die Ölvorkommen im Pre-Salz-Gebiet sind bereits in etwa 40 Jahren ausgebeutet. Und bei der Energiegewinnung aus dem geförderten Öl entstehen 56 Milliarden Tonnen CO2. Dem brasilianischen Kongress liegt eigentlich ein Gesetzesentwurf zur Förderung von erneuerbaren, sauberen und sicheren Energien vor. Das scheint die Regierung aber nicht zu interessieren. Stattdessen streiten sich die Gouverneure darüber, wie der Gewinn aus der Ölförderung verteilt wird.

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Auf Spurensuche: Ein Jahr nach Deepwater Horizon - 2011 04

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