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Braunkohletagebau Garzweiler
Bernd Arnold/visum/Greenpeace

Energiewende verschlafen, viel grüne Rhetorik, aber keine zukunftsfähige Strategie

Kurz vor dem Ende April anstehenden Chefwechsel bei RWE ist der Konzern schlecht vorbereitet auf die neuen Energiemärkte. Unter dem bisherigen CEO Rolf Martin Schmitz hat das Unternehmen lange auf Kohle gesetzt und eine Neuausrichtung auf erneuerbare Energien verschleppt. Nun drohen ökonomische Risiken. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „RWE: Vom Winde verweht“ des Hamburger Energieanalysten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Weil das Unternehmen bis 2038 an der besonders klimaschädlichen Braunkohle festhalten will, droht RWE mit steigendem CO2-Preis eine Kostenexplosion.

Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace Deutschland sagt:

RWEs rücksichtsloses Kohlegeschäft schadet dem Klima und der Bilanz. Der Konzern wird nur dann einen Platz in der neuen Energiewelt finden, wenn er seine massiven CO2-Ausstoß viel schneller als bislang senkt und einen raschen Schlussstrich unter der Braunkohle zieht.

Der Schwenk auf fossiles Gas ist keine Lösung

Auch RWEs künftiger Chef, der bisherige Finanzvorstand Markus Krebber, setzt auf fossiles Gas und versperrt dem Unternehmen so den Weg in eine CO2-freie Zukunft. Greenpeace-Experte Smid stellt klar:

Den radikalen Strategieschwenk vom Klimakiller zum  Öko-Unternehmen nehmen wir RWE nicht ab. Hinter der grünen Rhetorik von Rolf Schmitz und Markus Krebber steckt wenig Substanz. Weder ist erkennbar, wie der Konzern bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden will, noch wie er in den entscheidenden kommenden Jahren im Einklang mit dem Pariser Klimaziel handelt.

RWE gilt als Übernahmekandidat

Die Greenpeace-Analyse sieht den einstigen „Energieriesen“ RWE auf Schrumpfkurs. Im internationalen Geschäft mit erneuerbaren Energien ist RWE lediglich ein mittelgroßer Newcomer. Auf einem künftig auch von sich neu ausrichtenden Ölkonzernen umkämpften Markt, gilt RWE als potentieller Übernahmekandidat. Nach dem milliardenschweren Tauschgeschäft mit Eon verfügt RWE zwar über ein globales Portfolio an Erneuerbaren Energien, die verlässliche Wirtschaftsbasis im deutschen Atom- und Kohlegeschäft wird jedoch künftig fehlen. Investitionen in den Zukunftsmarkt Erneuerbare sind in Deutschland marginal. 

Der nach der Hauptversammlung Ende April ausscheidende RWE-Chef Schmitz hinterlässt nach fünf  Jahren einen Konzern ohne klare Strategie. Nachfolger Krebber übernimmt einen angeschlagenen Konzern.  

Kurzanalyse: RWE - vom Winde verweht

Kurzanalyse: RWE - vom Winde verweht

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