Skip to main content
Jetzt spenden
Weltkugel mit Merkel-Konterfei unter Kohlewolken vorm Brandenburger Tor in Berlin
Gordon Welters / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren am Brandenburger Tor für Klimaschutz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Verglichen mit der riesigen UN-Klimakonferenz in Paris vergangen Dezember ist der Petersburger Klimadialog ein Winzling: 35 Staaten treffen sich seit Sonntagabend in Berlin zum informellen Erfahrungsaustausch. Die übergreifende Frage ist eine ganz große: Wie kann das Abkommen von Paris Realität werden? Ausgerechnet beim Gastgeber Deutschland ist völlig offen, wie der Wunsch aus Paris Wirklichkeit werden kann.

Greenpeace-Aktivisten erinnerten darum heute Morgen Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihr im Dezember geleistetes Klimaversprechen. Direkt gegenüber zum Veranstaltungsort errichteten sie eine sieben Meter hohe Weltkugel, die in den Abgasen von Kohlekraftwerken zu ersticken droht. Sie fordern verbindliche Aussagen zum baldigen Kohleausstieg – bislang haben die ambitionierten Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens in der deutschen Energiepolitik kaum Spuren hinterlassen.

Floskeln statt verbindliche Ziele

Schlimmer noch: Gute Ansätze werden von der Industrie torpediert. Im jüngsten Entwurf des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung etwa fehlen wichtige Passagen aus früheren Textfassungen: Es gibt keine festen Klimaziele für die Wirtschaft oder den Verkehr, kein Zeitrahmen für den Kohleausstieg. Stattdessen Floskeln und Unverbindlichkeiten.

„Die in Paris beschlossenen Klimaziele lassen sich nicht mit den Händen in der Tasche erreichen“, sagt Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser zu der abwartenden Haltung der Bundesregierung. „Der nun bekannt gewordene Klimaschutzplan der Bundesregierung lässt das Klimaabkommen nicht Wirklichkeit werden, sondern in der Schublade verschwinden.“

Vattenvall-Verkauf stoppen!

Dabei bietet sich der deutschen Klimapolitik in der Lausitz eine riesige Chance. Dort verkauft der schwedische Staatskonzern Vattenfall seine Braunkohlesparte an den tschechischen Investor EPH. Der spekuliert auf eine wieder steigende Nachfrage nach Kohlestrom nachdem 2022 das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz gegangen ist. Gut eine Milliarde Tonnen Braunkohle liegt noch im Boden der Lausitz. Wird sie verfeuert, war es das mit den deutschen Klimazielen, mit der zu erwartenden CO2-Belastung sind sie nicht zu schaffen.

Andererseits: Wird der Verkauf gestoppt, kann hier ein Bespiel für konsequenten Klimaschutz nach Paris gegeben werden. Deshalb fordert Greenpeace von der Bundesregierung, den Verkauf der Kraftwerke und Gruben zu verhindern und diese stattdessen in eine staatliche Stiftung zu überführen, die den Ausstieg organisiert und den Strukturwandel gestaltet. „Wenn Merkel das Pariser Abkommen nicht verraten will, dann muss sie den Vattenfall-Verkauf stoppen und dafür sorgen, dass Braunkohle künftig im Boden bleibt“, fordert Kaiser.

  • Aktivisten mit Banner vorm Brandenburger Tor, Demonstration für den Kohleausstieg

    Klare Ansage aus Paris

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren