Skip to main content
Jetzt spenden
Ballon mit Banner "Deutschlands ältester Klimakiller"
Ruben Neugebauer / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Uraltkraftwerk Deuben

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Den Mitarbeitern des Kohlekraftwerks Deuben bot sich heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit ein ungewohnter Anblick. Über der Anlage schwebte ein Greenpeace-Heißluftballon mit unmissverständlichem Fingerzeig: Auf dem acht mal vier Meter großen Banner deutete ein Pfeil nach unten, zu lesen war „Deutschlands ältester Klimakiller“.

Deuben führt eine Liste von Kohlekraftwerken an, die nach Einschätzung von Greenpeace schnellstens stillgelegt werden müssen, damit die Bundesregierung ihr Klimaziel noch erreicht. Die Anlage in Sachsen-Anhalt, nahe des Tagebaus Profen, ist fast 80 Jahre alt und nach wie vor am Netz. „Uralte Dreckschleudern wie Deuben dürfen nach den Plänen der Bundesregierung weiter ungebremst Treibhausgase in die Luft blasen, während die Welt um mehr Klimaschutz ringt“, sagt Susanne Neubronner, Greenpeace-Expertin für Energie.  

Nicht nur am Himmel sagten Greenpeace-Aktivisten ihre Meinung: Am Morgen präsentierten sie an der Firmenzentrale des Betreibers Mibrag 35.000 von Greenpeace gesammelte Protestpostkarten und verteilten Infomaterial. Mibrags tschechischer Mutterkonzern EPH hat bereits signalisiert, das Vattenfall-Braunkohlegeschäft in der Lausitz kaufen zu wollen. Greenpeace fordert allerdings, dass sich Vattenfall nicht mit einem Verkauf aus der Verantwortung zieht, sondern den Ausstieg aus der Braunkohle aktiv vorantreibt.

600 Millionen Euro für Kraftwerke, die niemand braucht

Die Vorgabe der Bundesregierung lautet: Bis 2020 soll deutschlandweit 40 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden als 1990. Nach den derzeitigen Plänen würde der Stromsektor aber nur 34 Prozent seiner CO2-Emissionen einsparen. Deutschland müsste für das fehlende Volumen dreimal so viele Braunkohlekraftwerke abschalten wie bisher geplant: In der derzeitigen Rechnung gibt es noch 5,9 Gigawatt Energieleistung aus Braunkohlekraftwerken zu viel. Sonst klafft eine Klimaschutzlücke von 25,3 Millionen Tonnen CO2.

Derzeit sieht die Bundesregierung vor, Braunkohlekraftwerke mit einer Leistung von lediglich 2,7 Gigawatt abzuschalten und als Reserve vorzuhalten – bei Bedarf, falls über Erneuerbare Energien nicht ausreichend Strom erzeugt wird. Die Reserve verstößt allerdings gegen EU-Recht, wird energiepolitisch nicht benötigt und ist teuer: Das Altenteil für Braunkohlekraftwerke kostet Stromkunden 600 Millionen Euro jährlich.

„Während Angela Merkel daheim die Kohlekonzerne schont, inszeniert sie sich auf der internationalen Bühne als Klimakanzlerin“, sagt Tobias Austrup, Greenpeace-Experte für Energie, in Hinblick auf die anstehende Klimakonferenz in Paris. „Sogar Deutschlands älteste Meiler aus den Nazi-Jahren und der Adenauer-Zeit dürfen weiter am Netz bleiben.“ Darunter leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung, die ihre selbstgesetzten Klimaziele fahrlässig außer Acht lässt.

  • Ballonfahrt mit Anti-Kohle-Banner über Deuben

    Uraltkraftwerk Deuben: seit fast 80 Jahren in Betrieb

    Überspringe die Bildergalerie
  • Protest vor der Mibrag-Zentrale

    35.000 Postkarten gegen Braunkohle

    Überspringe die Bildergalerie
  • Protestpostkarte auf tchechisch

    Klare Worte

    Überspringe die Bildergalerie
  • Übergabe der Protestpostkarten

    Kistenweise Widerspruch

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren