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Solar-Paneele an einem Berliner Wohnhaus
Paul Langrock / Greenpeace

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Jeder kann die Energiewende und den Schutz des Klimas voranbringen. Der einfachste Weg ist, zu einem Anbieter von Ökostrom zu wechseln, um gefährlichen Atomstrom und  klimaschädlichen Kohlestrom vom Markt zu verdrängen.

Doch es gibt viele Anbieter. Wie unterscheiden sie sich? Sind sie in die konventionelle Energiewirtschaft verstrickt und gar nicht an der Energiewende interessiert – oder wollen sie etwas verändern und tragen aktiv zum Umbau der Energieversorgung in Deutschland bei?

Kurz gesagt: Es reicht für einen Anbieter von Ökostrom nicht aus, nur Ökostrom anzubieten. Der Kunde muss erkennen können, dass der Stromversorger eine Vorreiterolle bei der Energiewende und beim Klimaschutz übernimmt.

Greenpeace hat bereits 1998 erste Kriterien festgelegt, wie sauberer Strom erzeugt werden sollte, um die Energiewende ins Rollen zu bringen. Inzwischen hat sich der Energiemarkt gewaltig verändert: Der Anteil der Erneuerbaren Energien steigt beständig durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), der Atomausstieg ist beschlossen, der Protest gegen weitere Kohlekraftwerke wächst, einige der großen Energiekonzerne beginnen sich umzustrukturieren.

 

Was ist sauberer Strom?

Wer heute Ökostrom anbietet, tut dies unter anderen Bedingungen als in den Anfangsjahren. Daher hat Greenpeace seine Kriterien für guten Ökostrom an diese Fortschritte angepasst. Ein kurzer Überblick zeigt, welche Aufgaben ein innovativer Anbieter aus Sicht von Greenpeace heutzutage erfüllen muss:

Der Strommix macht’s – immer noch!

Der Ökostrom eines Anbieters muss aus Erneuerbaren Energien stammen, also aus Photovoltaik, Windkraft, Windgas, Wasserkraft, Bioenergie (mit Einschränkungen) sowie Solarthermie und Geothermie. Für eine Übergangszeit ist zu einem bestimmten Teil auch Gas in Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zulässig, die Strom und Wärme erzeugen. (Kohle und Atom bleiben selbstverständlich außen vor.)

Neu und wichtig: Ein Anbieter von Ökostrom muss heute mehr leisten, als irgendeinen Strommix aus Erneuerbaren Energien zu liefern. Der Strommix muss einen ambitionierten Mindestanteil aus Sonne und Wind enthalten, sogenannte „fluktuierende Erneuerbare Energien“ (fEE), die Schwankungen unterliegen. Sie tragen die künftige Energiegewinnung und müssen in die Stromversorgung intergriert werden, damit die Energiewende gelingt. Greenpeace legt den Anteil der wertvollen fEE am Gesamtökostrommix eines Anbieters zu Beginn eines jeden Jahres für das Folgejahr je nach Rahmenbedingungen fest. Er soll jährlich steigen. Für das Jahr 2015 hat Greenpeace den Anteil von reinem Wind- oder Solarstrom auf zehn Prozent festgelegt und erwartet von Anbietern von Ökostrom, dass sie diesen Wert erreichen und ihre Kunden damit beliefern.

Anders als bisher zielt Greenpeace damit nicht mehr in erster Linie auf den Ausbau Erneuerbarer Energien-Anlagen  als ein zentrales Qualitätsmerkmal von Ökostrom. Denn inzwischen treibt das EEG den Ausbau voran. Daher sieht Greenpeace nun eine wesentliche Stellschraube für die Energiewende darin, die fEE gezielt in den Strommix zu integrieren.

Ökostrom muss auch im Detail öko sein:

  • Ein Anbieter von Ökostrom arbeitet nur mit Lieferanten, deren Geschäftspolitik nicht den energiepolitischen Zielen von Greenpeace e.V. widerspricht. Sie sind nicht beteiligt an der Braunkohle- und Atomindustrie.
  • Wenn Erdgas in KWK-Anlagen verwendet wird, darf dessen Anteil nur den Anteil der fEE am Strommix erreichen, 2015 also höchstens zehn Prozent.
  • Bioenergie kann nur verwendet werden, wenn ihre Erzeugung nicht von Fehlentwicklungen auf dem Acker und in Ställen profitiert oder diese begünstigt. Im angehängten Dokument finden Sie mehr dazu.

Versorgung

Damit Ökostromkunden sich auch wirklich vom Atom- und Kohlestrom abnabeln können, müssen Ökostromanbieter den Strom dann erzeugen und ins Netz einspeisen, wenn die Kunden den Strom verbrauchen. Der Anbieter muss eine entsprechende Zahl von Photovoltaik- oder Windkraftanlagen unter Vertrag nehmen, um die fEE-Mindestquote zu erreichen. Er erfasst die Produktion von fEE viertelstundengenau und versorgt damit Stromkunden zeitgleich.

Der Anbieter veröffentlicht vorab alle Lieferkraftwerke. Er stellt die gelieferten Strommengen aufgeschlüsselt nach den Energiequellen transparent dar. Für alle Erneuerbaren Energien sind Herkunftsnachweise gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zu verwenden.

Einsatz für die Energiewende

Greenpeace erwartet von Anbietern von Ökostrom, dass sie über diese Anforderungen hinaus zum Gelingen der Energiewende beitragen. So können sie beispielsweise den Ausbau Erneuerbarer Energien fördern, indem sie Strom aus neuen Anlagen beziehen oder diese entwickeln.

Ökostrom-Versorger helfen dabei, die notwendigen Ziele für den Klimaschutz und die Energiegewinnung zu erreichen.

Diese Vorgaben von Greenpeace für guten Ökostrom erfordern Engagement von einem Stromanbieter. Er muss neue und wirtschaftlich sinnvolle Wege finden, um sie zu erfüllen. Und genau darum geht es.

Greenpeace e.V. und Greenpeace Energy eG – wie hängt das zusammen?

Bei der Aktion Stromwechsel von Greenpeace im Jahr 1998 erklärten 60.000 Menschen mit ihrer Unterschrift, dass sie Ökostrom beziehen wollen – wenn es ein überzeugendes Angebot zu einem vernünftigen Preis gibt.

Greenpeace suchte einen Kooperationspartner, der die strengen Kriterien für eine ökologische Stromversorgung garantieren sollte. Es fanden sich zwar einige Anbieter, sie hatten aber in der Praxis Schwierigkeiten, die Greenpeace-Kriterien umzusetzen.

Deshalb blieb nur eines: Die Gründung einer eigenen Einkaufsgemeinschaft für sauberen Strom. So entstand die Genossenschaft Greenpeace Energy eG, die dem Ziel der ökologischen Stromversorgung im Sinne der Greenpeace-Kriterien verpflichtet ist und aus verschiedenen Kraftwerken sauberen Strom für ihre Kunden einkauft. Die Genossenschaft gehört ausschließlich ihren Mitgliedern (und nicht Greenpeace e.V.). Greenpeace hält symbolisch fünf Genossenschaftsanteile ohne Gewinnausschüttung.

Greenpeace Energy eG lässt durch unabhängige Gutachter die Einhaltung der Kriterien für sauberen Strom kontrollieren und veröffentlicht den Prüfbericht. Nur solange die Genossenschaft die Kriterien einhält, darf sie den Namen Greenpeace verwenden.

Steigen Sie um auf sauberen Strom!

Die vollständigen Kriterien für guten Ökostrom finden Sie unten als pdf.

  • Photovoltaikanlage in Berlin auf einem Plattenbauhochhaus, Juli 2004

    Photovoltaikanlage in Berlin

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  • Offshorewindkraftanlage/Windräder vor der dänischen Küste, Mai 2003

    Windräder vor der dänischen Küste

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  • Photovoltaikanlagen am Adlershof, August 2005

    Photovoltaikanlagen am Adlershof

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  • Offshore Windpark an der englischen Nordseeküste, Januar 2013

    Erneuerbare in Europa

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Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom

Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom

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