Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Stromlücken-Behauptung der Dena wurde nochmals von höchst amtlicher Stelle als Lüge entlarvt. Die Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigen, dass nicht nur Laufzeitverlängerungen von AKW verzichtbar sind, sondern auch eine ganze Reihe neuer Kohlekraftwerke!, kommentiert Energieexperte Andree Böhling von Greenpeace.

Es werde Zeit, dass die Dena sich nicht weiter von den Stromkonzernen instrumentalisieren lasse. Das schadet massiv dem Ansehen der Behörde!

Stromlücke für die Energiekonzerne

Die Dena hatte im Frühjahr eine von den großen Energiekonzernen in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht. Darin behauptete die Agentur, dass Deutschland voraussichtlich schon in wenigen Jahren seinen Strombedarf nicht mehr selbst werde decken können.

Noch Anfang August hatte Dena-Chef Stephan Kohler in einem Interview mit der Wirtschaftswoche betont, ab 2012 werde nicht mehr genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung stehen, um die Jahreshöchstlast effizient zu decken. Bis 2020 werde die Stromlücke sogar auf 12.000 Megawatt anwachsen, was der Kapazität von 15 Großkraftwerken entspreche.

Die Dena-Studie wurde von den Umweltverbänden und vielen Experten massiv kritisiert. Sie konstruiert mit höchst zweifelhaften Annahmen eine Stromlücke regelrecht herbei, um Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken zu rechtfertigen.

Geplanter Überschuss auf Kosten des Klimas

Der Monitoring-Bericht der Bundesregierung, der alle zwei Jahre die Sicherheit der Stromversorgung überprüft, widerlegt die Dena-Behauptung. Er kommt zweifelsfrei zu dem Ergebnis, dass Laufzeitverlängerungen von AKW für die Sicherheit der deutschen Stromversorgung nicht erforderlich sind.

Bau und Planung von neuen Kraftwerken in Deutschland sind weit vorangeschritten. Statt der bis 2020 insgesamt benötigten 20.000 Megawatt sind sogar 30.000 Megawatt in Planung. Die Gutachter sehen daher keine grundsätzlichen Probleme - auch wenn die Realisierung eines Teils der Projekte unsicher sei.

Zu diesem sehr klaren Ergebnis kommt das Monitoring, obwohl der Beitrag der Erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung extrem konservativ berechnet wurde. So geht der Bericht im Jahr 2020 lediglich von einem Anteil der Erneuerbaren Energien von 23 Prozent aus, während andere Experten mindestens 30 Prozent prognostizieren.

Zugleich bestätigt der Regierungsbericht, dass derzeit in Deutschland viel mehr Kraftwerke geplant und gebaut als tatsächlich benötigt werden. Allein 10.000 Megawatt oder rund zwölf neue Kraftwerke wären nach Ansicht der Gutachter völlig verzichtbar. Dies betrifft vor allem den Bau neuer Kohlekraftwerke. Sie sind extrem klimaschädlich, haben aber den höchsten Anteil an den Planungen.

Vor diesem Hintergrund protestiert Greenpeace weiterhin gegen den Neubau von 25 Kohlekraftwerken in Deutschland. Andree Böhling: Diese Kohlekraftwerke würden dazu führen, dass alle kurz- und langfristigen Klimaschutzziele in unerreichbare Ferne rücken.

Mehr zum Thema

Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2022

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Climate Protection Action in Front of the ECB in Frankfurt

EZB kann Inflation senken und Klimaschutz fördern

  • 03.02.2022

Die Europäische Zentralbank soll die Preisstabilität in Europa sichern. Wie kann sie in Zeiten steigender Inflation Klimaschutz fördern? Interview mit Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas.

mehr erfahren
Staff Portrait of Mauricio Vargas

Grüne Inflation ist ein Mythos

  • 20.01.2022

Warum fossile und nicht erneuerbare Energien die aktuelle Inflation antreiben und wie die Energiewende für stabile Preise sorgen kann – ein Interview mit Volkswirt Mauricio Vargas von Greenpeace.

mehr erfahren
Sun Flower and Wind Energy in Germany

Ökostromanbieter

  • 01.01.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren