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Niedrigenergiehaus in München
(c) Wikimedia

Der Energieverbrauch könnte überraschend oft um das Vier- bis Zehnfache verringert werden

Niedrigenergiehäuser

Beispiel Hausbau: Durch die gründliche Isolierung der gesamten Außenhülle vom Dach bis zum Fundament sinkt der Wärmebedarf so sehr, dass man eine kleinere und billigere Heizung installieren kann - und damit die zusätzlichen Isolierungskosten wieder einspart. Das Ergebnis ist ein Haus, das bei etwas höheren Baukosten nur ein Drittel der Energie benötigt. Durch weitere Isolierung und den Einbau eines hocheffizienten Ventilationssystems wird der Wärmebedarf auf ein Zehntel reduziert. Tausende dieser supereffizienten Häuser sind in den letzten zehn Jahren erfolgreich in Europa gebaut worden. Das ist kein Zukunftstraum, sondern Alltag.

Beispiel Bürogebäude: Stellen Sie sich vor, Sie leiten ein Büro. Während der Sommermonate bläst eine Klimaanlage kalte Luft auf die Schultern Ihrer Mitarbeiter, damit sie in der Sommerhitze nicht zu sehr schwitzen. Da die Kühlung ziemlich kostspielig ist, könnten Sie einen findigen Techniker damit beauftragen, die Effizienz der Kühlanlage zu verbessern. Doch warum sollte man stattdessen nicht einen Schritt zurückgehen und sich das gesamte System anschauen. Wenn wir zuerst das Gebäude so modifizieren, dass die Büros von der Sonne nicht mehr wie Backöfen aufgeheizt werden, dann energieeffizientere Computer, Kopiergeräte und Lampen (die Strom sparen und weniger Wärme erzeugen) einsetzen und anschließend ein passives Kühlsystem wie z.B. eine Nachtventilation installieren - dann könnten Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie gar keine Klimaanlage mehr brauchen. Wenn das Gebäude anständig geplant und gebaut worden wäre, hätten Sie die Klimaanlage erst gar nicht gekauft.

Klimaschonend bauen heißt gut isolieren

Isolierung und eine energieeffiziente Bauweise können Wärmeverluste drastisch reduzieren und dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten. Die zum Heizen benötigte Energie in existierenden Gebäuden kann im Durchschnitt um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden. In neuen Gebäuden kann sie um 90 bis 95 Prozent reduziert werden, wenn man verfügbare und wettbewerbsfähige Technologien und Bauweisen einsetzt. Mit Wärmebildern können Wärmeverluste leicht aufgespürt werden. Eine Wärmebildkamera zeigt Details, die das bloße Auge nicht erkennen kann. Gebäudeteile mit einer höheren Außentemperatur als andere erscheinen gelbrot. In diesen Bereichen entweicht Wärme durch Löcher oder schlechte Dämmmaterialien und wertvolle Energie geht verloren. Das führt sowohl zu einer Schädigung der Umwelt durch die Verschwendung von Energieressourcen als auch zu unnötigen Kosten für Hausbesitzer und Mieter. Typische Schwachstellen sind Fensterscheiben und -rahmen sowie dünne Wände unterhalb der Fenster, wo normalerweise die Heizkörper hängen und die Isolierung optimal sein müsste.

Verbesserungen beim Haus und effektive Wärmeisolierung könnten bis zu 80 Prozent des durchschnittlichen Wärmebedarfs von Gebäuden einsparen!

Das ist zu tun:

Die Sanierung vieler Altbauten in Deutschland ist überfällig. Dieser Sanierungsstau muss u.a. mittels breit angelegter, attraktiver Förderprogamme und anderer politischer Maßnahmen aufgelöst werden, z.B.:

  • Ausbau der regenerativen Wärmeerzeugung durch ein regeneratives Wärmegesetz
  • Wirtschaftliche Anreize zur Sanierung durch wirkungsvolle Förderprogramme, z.B. erfolgsabhängige Zuschüsse zu den Planungskosten
  • Verschärfung des Mindeststandards für die energetische Gebäudesanierung
  • Förderung von Contracting-Modellen
  • Thermographiebild des Bundesumweltministeriums

    Thermographie

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Energy [R]evolution 5 / 2012 (deutsche Zusammenfassung)

Energy [R]evolution 5 / 2012 (deutsche Zusammenfassung)

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