Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace Papier-Windräder, Juli 2011
Andreas Varnhorn / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Laut Gutachten werden selbst Sektoren mit hohem Stromverbrauch wie Elektrostahl (aus Elektroschrott erschmolzener Stahl) oder Papier und Pappe keine Wettbewerbsnachteile davontragen. Lediglich bei der Herstellung beispielsweise von Aluminium würde eine Strompreiserhöhung von zehn Prozent zu einer Gesamtkostenerhöhung von vier Prozent führen.

Der Lärm, den der BDI um die Energiewende macht, steht in keinem Verhältnis zu den angeblichen Belastungen, die die Industrie durch die Energiewende tragen muss, sagt Thomas Breuer, Leiter des Klima- und Energiebereichs bei Greenpeace. In Wirklichkeit profitiert die deutsche Wirtschaft von Atomausstieg und Energiewende. Selbst wenn es überhaupt zu höheren Strompreisen kommen sollte, wird Deutschland allein durch die Investitionen in die Energiewende in den nächsten Jahren wirtschaftlich besser dastehen als heute.

Förderung muss sich am tatsächlichen Bedarf orientieren

Die sogenannte energieintensive Industrie genießt zahlreiche Vorteile durch Ausnahmeregelungen und Umverteilungsmechanismen im Stromsektor. Greenpeace kritisiert, dass diese Regelungen nicht spezifisch genug sind. So wird nicht sichergestellt, dass die Förderung nur bei denjenigen Unternehmen ankommt, die sie wirklich benötigen.

Durch die jetzigen Mechanismen tragen letztendlich die privaten Verbraucher und der weitaus größte Teil der deutschen Wirtschaft die Kosten für eine Handvoll Unternehmen, ohne dass geklärt ist, ob sie die Unterstützung wirklich brauchen. Das muss sich ändern, erklärt Breuer. Greenpeace fordert für die Neuregelung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), dass nur Unternehmen gefördert werden, die wirklich einen hohen Anteil der Stromkosten an den Gesamtkosten zu tragen haben und im internatonalen Wettbewerb stehen.

Ein Teil der energieintensiven Industrie wie die chemische, die metallverarbeitende und die Zementindustrie profitieren sogar direkt von der Energiewende, weil sie bei Gebäudeisolierung, Windkraftanlagenbau und dem Ausbau der Stromnetze wichtige Produkte zuliefern.

Mit seiner Panikmache geht es dem BDI zurzeit nur darum, Sonderregelungen auszuhandeln, mit der einige wenige Unternehmen der energieintensiven Industrie ihre Gewinne steigern können. Um wirkliche Wettbewerbssicherung geht es ihm in den meisten Fällen nicht, so Breuer.

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren