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Sultanat Farm in Lake Balapan - Semipalatinsk Victims Documentation (Kazakhstan: 1999)
© Robert Knoth / Greenpeace

Der Jahreskalender: April

Zwischen 1963 und 2005 ereigneten sich im Monat März zahlreiche Atomunfälle. Der Jahreskalender soll an sie erinnern (Foto: Familie Sultanat leidet unter den Folgen des Atomunfalls in Semipalatinsk, Kasachstan).

1. April 2003: Russland, AKW Balachowo: Die Abschaltung einer der Hauptpumpen führt zur Notabschaltung des ersten Blocks.

2. April 1967: UdSSR, Atomkomplex Majak: Wind treibt radioaktive Partikel von ausgetrockneten Stellen des Karatschai-Sees, der als Atommüllkippe diente, über bewohnte Gebiete.

3. April: Im AKW Südukraine wird im April 1994 während einer Routinekontrolle ein Fehler im Niveauregler eines Dampferzeugers entdeckt, der zum Reaktorschutzsystem gehört.

4. April 1996: USA, AKW Palo Verde in Arizona: Mehrere Brände, unter anderem im Hauptkontrollraum des AKW.

5. April 1968: UdSSR, Atomkomplex Majak bei Tscheljabinsk: Während eines Experiments kommt es zu einem Kritikalitätsunfall, zwei Personen sterben.

6. April 1993: Russland, Sibirisches Chemiekombinat in Sewersk/Tomsk-7: Schwerer Unfall in Anlage zur Plutoniumgewinnung. Die Umgebung wird großflächig radioaktiv verseucht.

7. April 1989: Norwegische See, 180 Kilometer südöstlich der Bäreninsel: Das sowjetische Atom-U-Boot Komsomoletz sinkt nach einem Brand.

8. April 1970: Atlantik, Golf von Biskaya: An Bord des sowjetischen Atom-U-Boots K-8 bricht Feuer aus, beide Reaktoren werden abgeschaltet. Drei Tage später sinkt es bei einem Sturm.

9. April 1953: UdSSR, Atomzentrum Sarow/Arsamas-16: Ein Techniker löst einen Unfall aus, der starke Hitze verursacht. Ein Teil eines Plutoniumkerns schmilzt.

10. April 2003: Ungarn, AKW Paks 2: Überhitzung und Beschädigung von Brennelementen. Radioaktive Gase werden in die Umgebung freigesetzt.

11. April 2001: Ukraine, AKW Rowno: Ein Kranteil fällt herunter und beschädigt Leitungen. Die Stromversorgung bricht zusammen, Feuer bricht infolge eines Kabelbrandes aus.

12. April 1972: Deutschland, AKW Würgassen: Nach dem unbeabsichtigten Öffnen eines Druckentlastungsventils entweicht Dampf. Radioaktives Wasser gelangt in die Weser.

13. April: Im AKW Kmelnitzki 1, Ukraine, tritt während Stillstands im April 1996 ein Fehler im Reaktorkühlsystem auf. Durch Druckverlust hatte sich eine Pumpe abgeschaltet.

14. April 2002: Bolivien, Cochabamba: Eine defekte industrielle Strahlenquelle wird in einem öffentlichen Bus zum Hersteller zurückgeschickt.

15. April 2005: USA, AKW Kewaunee in Wisconsin: Eine Überprüfung zeigt, dass Teile des Turbinengebäudes überflutungsgefährdet sind. Sicherheitssysteme könnten dann ausfallen.

16. April 2003: USA, AKW Quad Cities in Illinois: Ein Druckentlastungsventil öffnet sich unerwartet und lässt sich nicht wieder schließen. Block 2 wird abgeschaltet.

17. April 1970: Ein Modul der Apollo 13 mit einem plutoniumhaltigen Generator tritt in die Atmosphäre ein und versinkt in der Tiefsee.

18. April 1989: Pakistan, AKW Kanupp: Aus einem Leck im Schwerwassersystem läuft radioaktives Wasser ins Containment. Arbeiter werden verstrahlt, als sie das Leck beheben.

19. April 2000: Georgien, Batumi: Vier Personen werden im Besitz hoch angereicherten Urans festgenommen.

20. April: Kritikalitätsunfall im April 1962 in der Atomanlage Hanford, Staat Washington, USA. Es werden etwa 44 Tera-Becquerel an radioaktiven Gasen freigesetzt.

21. April 1964: Aus dem US-Satelliten Transit 5BN-3, der seine Umlaufbahn nicht erreichte, wird bei Atmosphäreneintritt Plutonium frei und weltweit verteilt.

22. April 2005: Großbritannien,WAA Sellafield (ehemals Windscale): Hoch radioaktive Flüssigkeit läuft über Monate in eine Stahlkammer. Die Warnanzeige wurde ignoriert.

23. April: Brennelemente werden im französischen AKW Dampierre im April 2001 auf falsche Positionen gesetzt. Unter anderen Umständen hätte der Reaktor kritisch werden können.

24. April 2003: Russland, Atomkomplex Majak bei Tscheljabinsk: Freisetzung radioaktiver Aerosole in die Reparaturzone der Anlage.

25. April 2004: Deutschland, AKW Philippsburg: Während einer Revision kommt es zur Freisetzung von radioaktiv kontaminiertem Wasser aus Block 1.

26. April 1986: UdSSR, AKW Tschernobyl in der Ukraine: Reaktorblock 4 explodiert – der bisher schwerste Atomunfall. Teile Europas sind bis heute radioaktiv kontaminiert.

27. April: Im April 1951 führt eine Flut des Flusses Tetscha, in den jahrelang radioaktive Abfälle aus dem Atomkomplex Majak geleitet wurden, zur Kontamination landwirtschaftlicher Nutzflächen.

28. April 2005: Russland, Sibirisches Chemiekombinat in Sewersk/Tomsk-7: Automatische Abschaltung des Reaktors ADE-4 durch das Notschutzsystem.

29. April 1964: USA, Testgebiet Nevada: Unterirdischer Atombombentest Pipefish, Operation Niblick. Radioaktivität gelangt in die Umwelt.

30. April 1991: USA, AKW Maine Yankee: Eine Explosion, die durch eine gebrochene Wasserstoffleitung ausgelöst wird, führt zur Reaktorschnellabschaltung und zu einem Turbinenfeuer.

Anmerkung: Die meisten Vorfälle sind auf den Tag genau ermittelt, diese Eintragungen beginnen mit der Jahreszahl. Vorfälle, für die sich aus den von uns benutzten Quellen nur der Monat nachweisen ließ, stehen im Fließtext mit der Jahresangabe im Satzverlauf.

Opfer von Tschernobyl

  • Annya Pesenko - Chernobyl Victims Documentation (Ukraine and Belarus)

    Annya Pesenko (1990) leidet unter Krebs, seit sie vier ist. Nachts schlafen ihre Eltern neben ihrem Bett, müssen sie fünfzehn Minuten drehen

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  • Galina Miroshnichenko Portrait - Chernobyl Victims Documentation (Ukraine and Belarus)

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