Verkehrswende

Die Zukunft ist elektrisch

Die Klimakrise spitzt sich zu. Wir müssen rasch in Bewegung kommen, um auf diesem Planeten künftig gut leben zu können. Doch statt den Verbrennungsmotor zum Auslaufmodell zu erklären, will VW eine weitere Generation von klimaschädlichen Abgasautos entwickeln.

VW: Von Wegen grün und sauber

Der Autoverkehr in Deutschland nimmt ständig zu und trägt enorm zur Erhitzung der Erde bei. Einen großen Anteil daran hat VW, einer der weltweit größten Autohersteller. Klimafreundlich tritt der Konzern bisher nur in der Werbung auf.

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Die kleine Superheldin lässt Funken sprühen: Mit der geballten Energie ihrer Kinderhände lädt sie den SUV ID.4 ihres Vaters auf. Im Mittelpunkt des neuen TV-Spots von Volkswagen steht ein Mädchen, das Energie erzeugen kann. Fans der Marvel- und X-Men-Filme werden sich freuen und VW erscheint hier wie die Superfirma der Zukunft: umweltfreundlich, familienfreundlich, visuell und technisch ganz weit vorne.

Für seine neuen Elektro-Modelle startet VW derzeit eine große PR- und Charmeoffensive: Mit einem frischen Auftritt will der weltweit zweitgrößte Autohersteller klimabewusste Kund:innen einladen, am „Aufbruch in eine neue Ära“ teilzuhaben – vor allem junge Familien. „VW - just electric“ – so der Slogan der ID.-Reihe des Wolfsburger Unternehmens – suggeriert die Marschrichtung eines Konzerns, der sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bekennt und seine Produktion klimafreundlich umrüstet. 

VW: Von Wegen just electric

Gesundheitsgefährdender Dieselruß, klimaschädliches CO2, Verkehrsinfarkt in Städten – alles Sünden von gestern? Schön wär’s. Den großen Sprung in die Elektromobilität wagt der Konzern bisher nur in der Werbung. Tatsächlich rollen aus den Werkstoren von VW und seinen Töchtern Audi, Skoda, Seat und Porsche auch im Jahr 2021 zu über 95 Prozent Autos mit Verbrennungsmotor. Auch die Zukunft VWs wird klimaschädlich bleiben, geht es nach VW-Chef Herbert Diess: Derzeit plant der Konzern die nächste Generation klimaschädlicher Verbrenner; noch bis mindestens 2040 will VW Nachfolgemodelle von Golf, Tiguan, Passat und T-Roc auf den Markt bringen. Die Klimaschutz-Ziele des Konzerns rücken mit einer Milliardeninvestition in die Entwicklung dieser Modelle in weite Ferne.

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VW: Von Wegen Klimaschutz

Der Autoriese, der sich auch mit seinem neuen Markenlogo einen modernen Anstrich verleiht, steckt als einer der klimaschädlichsten Konzerne der Welt in einer veralteten Technologie fest. Auch Superheld:innen können davon nicht ablenken: Von weltweit rund neun Millionen verkaufter Autos im Jahr 2020 fahren nur 2,5 Prozent klimafreundlich vollelektrisch. Der große Rest verbrennt Diesel oder Benzin und treibt damit die Erderhitzung voran. VW hat so einen CO2-Fußabdruck, der die jährlichen Treibhausgasemissionen Australiens übersteigt.

Darüber hinaus plant das Unternehmen in den kommenden vier Jahren, den SUV-Anteil im Verkauf auf mehr als 50 Prozent zu steigern. SUVs verbrauchen mehr Sprit als kleine Autos und belasten auch batterieelektrisch Umwelt und Klima, da die Batterien für große, wenig aerodynamische Autos viel größer sein müssen und damit CO2-intensiver in der Produktion sind. Auch hinsichtlich einer Verkehrswende weg vom eigenen Auto hin zu geteilter Mobilität wirkt das Portfolio wenig ambitioniert.

Mit dem Urteil des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts vom April 2021 kommt nun Tempo in die deutsche Klimapolitik. Auch für Konzerne mit einem gigantischen CO2-Fußabdruck wie VW muss das Urteil ein Weckruf sein: Laut Richterspruch soll im Klimaschutz schon heute alles getan werden, was möglich ist, damit die  Freiheitsrechte kommender Generationen nicht unzulässig eingeschränkt werden. Für VW bedeutet das Urteil: Wer heute noch mindestens 20 weitere Jahre klimaschädliche Verbrenner verkaufen will, ignoriert, wie wenig Zeit uns noch bleibt und verbrennt wissentlich die Zukunftschancen künftiger Generationen. Die geplante neue Verbrenner-Reihe ist das Gegenteil dessen, was das Karlsruher Urteil besagt. 

VW: Von Wegen "Ohne Wenn und Aber"

Einen epischen Kampf um Klimaschutz und mediale Deutungshoheit haben Jedi-Krieger:innen von Greenpeace bereits vor zehn Jahren mit dem Wolfsburger Konzern ausgefochten – unter anderem mit einer Replik auf ein gefeiertes Star-Wars-Werbevideo. Am Ende rangen junge Greenpeace-Jedis dem damaligen VW-Chef Martin Winterkorn ein Versprechen ab: “Ohne Wenn und Aber” wollte VW den CO2-Ausstoß seiner Autos bis zum Jahr 2020 auf 95 g CO2/km reduzieren. Stattdessen setzte VW, gemeinsam mit BMW und Daimler, seine Lobbymacht dafür ein, die geplanten europäischen Klimaschutzziele aufzuweichen und riesige Schlupflöcher einzubauen. Heute liegt der tatsächliche Ausstoß von VW auf der Straße bei 156 g CO2/km, also 61 g über dem 95 g-Grenzwert der EU.

Im vergangenen Jahrzehnt zeigten sich die erschreckenden Konsequenzen der Klimakrise weltweit: Hitzerekorde in der Antarktis, brennende Permafrostböden, Waldbrände in Australien, Kalifornien und im Amazonas, in Deutschland vertrocknet der Wald. Die Marktführer in der Automobilindustrie, einem Treiber der Klimakrise, müssen nun Wort halten: VW muss seinen Kurs in der Modellpolitik ändern und auf kleine, leichte und geteilte Elektro-Fahrzeuge setzen. Die Zukunft ist elektrisch, Herr Diess!

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Wie der VW-Konzern mit Eigenzulassungen von E-Autos 140 Millionen Euro Strafzahlungen umgangen hat.