Verkehrswende

Bewegt euch!

Während Rekordtemperaturen die Sorge vor der Klimakatastrophe befeuern, drängen sich auf deutschen Straßen weiterhin SUVs mit Verbrennungsmotoren. Dabei kommen Stadtbewohner mit dem Fahrrad oft umwelt- und gesundheitsfreundlicher voran. Setzen Sie sich mit uns für eine klimafreundliche Verkehrswende ein!

Sofort wenden

Die Klimakrise spitzt sich zu. Wir müssen rasch in Bewegung kommen, um auf diesem Planeten künftig gut leben zu können. Leitplanken dafür hat die Politik zu liefern, denn die Autoindustrie setzt immer noch auf Klimakiller mit hohem Spritverbrauch.

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Zwei Zahlen zeigen, was im Verkehr zuletzt verkehrt gelaufen ist: Rund 20 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen stammen inzwischen aus dem Verkehrsbereich. Ein Blick auf unsere Straßen zeigt die Ursachen: Immer mehr große, schwere Stadtgeländewagen sind dort unterwegs – jedes dritte neu zugelassene Auto ist ein SUV mit hohem CO2-Ausstoß. Trotz zunehmender Kritik an klimaschädlichen Abgasautos setzt die Industrie weiterhin auf mächtige Spritschlucker, verspricht Abenteuer im Großstadtdschungel – obwohl dieses bekanntlich nicht selten im Stau endet.

Auslaufmodell Verbrennungsmotor

In Zeiten einer sich zuspitzenden Klimakrise und eines wachsenden gesellschaftlichen Bewusstseins, dass fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl im Boden bleiben müssen, gerät der Verbrennungsmotor zum Auslaufmodell. Nach zwei Hitzesommern in Deutschland mit brennenden Wäldern und landwirtschaftlichen Dürren setzt sich die Erkenntnis durch: Mobilität muss endlich abgasfrei und klimafreundlicher werden.

Tatsächlich aber passiert zu wenig. Die Bundesregierung scheut davor zurück, dem Verbrennungsmotor ein Verfallsdatum zu geben. Die Autokonzerne wollen gerade mal so viel Elektro-Autos auf die Straße bringen, wie ihnen die europäischen CO2-Vorgaben abverlangen. Dabei drängt die Zeit: Um das 1,5 Grad-Klimaziel im Verkehr zu erreichen, dürfen schon ab Mitte dieses Jahrzehnts keine weiteren Diesel und Benziner mehr zugelassen werden. Die Zahl der Autos müsste spürbar sinken, die der sauberen Alternativen entsprechend steigen.

Warum wir eine Mobilitätswende brauchen

Damit immer weniger Menschen auf das eigene Auto angewiesen sind, brauchen wir attraktive Alternativen: Bus- und Bahnverbindungen müssen deutlich ausgebaut, Rad- und Fußwege sowie Sharing-Angebote verbessert werden. Radverkehr verbraucht im Vergleich zu Autostraßen wenig Platz, verursacht weder Schadstoffe noch Lärm und die Infrastruktur ist vergleichsweise billig. Bis zu 30 Prozent aller Pkw-Fahrten in Städten ließen sich mit dem Fahrrad absolvieren, denn etwa die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege ist kürzer als fünf Kilometer und damit gut mit dem Rad zu bewältigen. E-Bikes und Lastenräder haben das Einsatzgebiet des Rads zudem deutlich erweitert. Um dieses enorme Potenzial zu nutzen, brauchen Städte ein gut ausgebautes Netz aus sicheren Radwegen

Ein grüner Wirtschaftsplan

Die Bundesregierung muss die Autoindustrie in eine zukunftsfähige Richtung lenken und so den CO2- Ausstoß im Verkehr deutlich senken. Gleichzeitig muss der motorisierte Individualverkehr einen Preis bekommen, der seinen tatsächlichen Kosten entspricht. Denn die Freiheit Einzelner, mit dem eigenen Auto jederzeit überall hinfahren zu können, geht auf Kosten vieler, die unter schlechter Luft, Lärm und den Folgen der Klimakrise leiden. Deshalb brauchen wir einen Umstieg weg von Abgasautos hin zu sauberen Mobilitätsformen. Andere Industrienationen haben das längst erkannt: In Norwegen und den Niederlanden sollen ab 2025 beziehungsweise 2030 keine weiteren Diesel oder Benziner mehr zu gelassen werden. Großbritannien will ab 2035 keine neuen Abgasautos mehr verkaufen, Frankreich ab 2040. China, weltgrößter Pkw-Markt, hat bereits 2019 eine schrittweise steigende Quote für E- Autos eingeführt.

Milliardenhilfen, die die Bundesregierung zum Abfedern der Corona-Krise bereitstellt, sollten den Umbau zu einer grünen und fairen Wirtschaft fördern. Greenpeace hat im März 2020 ein Konzept für aktuelle Konjunkturhilfen vorgelegt, einen „Grünen Marshallplan für Deutschland“. Auch hier beschreiben die Autoren Wege für eine klimafreundliche Mobilität, die jetzt gegangen werden müssen.

Greenpeace-Forderungen für eine klimafreundliche Mobilität

  • Keine weiteren Neuwagen mit Diesel- oder Benzinmotoren ab 2025
  • Eine Zulassungssteuer für Neuwagen mit hohem Spritverbrauch
  • Ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen und 30 km/h in Städten
  • Mehr Platz und bessere Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger
  • Deutlicher Ausbau von Bus und Bahn
  • Abbau klima- und umweltschädlicher Subventionen etwa für Dienstwagen oder Diesel zugunsten klimaverträglicher Mobilitätsformen

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Häufig gestellte Fragen

  • Wie schlecht ist die Luft in deutschen Städten?

    Fast jede größere deutsche Stadt hat mit hohen Stickstoffdioxidemissionen (NO2) zu kämpfen. Sie stammen vor allem aus Dieselmotoren. Hohe Belastungen finden sich in der Nähe jeder größeren Straße; das haben Messungen von Greenpeace  gezeigt. NO2 reizt die Atemwege, verstärkt Allergene und kann bei längerer Belastung die Lungenfunktion beeinträchtigen und zu chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. NO2 führt in Deutschland zu mehr als 10.000 vorzeitigen Todesfällen im Jahr.

  • Was ist unter Verkehrswende zu verstehen?

    Zwei Aspekte sind zentral: 1. Wir müssen die Zahl der Autos auf das Notwendigste minimieren und es Menschen gerade in Städten ermöglichen, schnell und sicher zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn von A nach B zu kommen. 2. Die Fahrzeuge, die wir in der Stadt und auf dem Land noch brauchen, müssen elektrisch, also emissionsfrei, angetrieben werden. So schützen wir das Klima und bekommen saubere Luft. Zur Verkehrswende gehört auch der Umbau des Güterverkehrs: Der muss von der Straße auf die Schiene und ebenfalls emissionsfrei vorankommen.

  • Was ist nötig für diese Verkehrswende?

    In erster Linie braucht es klare Vorgaben und Maßnahmen der Politik: Einen Stopp für Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor bis spätestens 2025 und ein Investitionspaket für ÖPNV, Bahn und Radverkehr, um nur einige zu nennen. Und dann ist auch jeder Einzelne gefragt: Wir alle können dazu beitragen, dass in unseren Städten bessere Luft, mehr Platz, weniger Lärm und neue kreativere Fortbewegungsmittel Vorfahrt bekommen.

  • Gefährdet der Umbau der Mobilität Wirtschaft und Arbeitsplätze?

    Heute werden gut drei Viertel der deutschen Autos exportiert in Länder wie China, Norwegen oder die Niederlande, die sich immer schneller in Richtung E-Mobilität bewegen. Statt vor diesen absehbaren Entwicklungen weiter die Augen zu verschließen, muss die Branche sich mit neuen Modellen schneller als bislang geplant vom Verbrenner verabschieden; die Entwicklung vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsdienstleister ist nötig. Tut sie das nicht, bringt sie mehr Arbeitsplätze in Gefahr, als sie zu schützen vorgibt.

  • Forderungen

    • Fahrverbote für schmutzige Diesel in Städten
    • Keine neuen PKW mit Verbrennungsmotor ab 2025 zulassen
    • Verkehrswende in Städten durch Ausbau des Rad- und öffentlichen Nahverkehrs sowie Umsetzung alternativer Mobilitätskonzepte