Chemie in Textilien

Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung werden aus Asien importiert. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher wehren sich: indem sie protestieren – und anders konsumieren.

Wir haben genug!

„Entgiftet unsere Kleidung“ – Millionen Menschen unterstützen weltweit die Greenpeace-Kampagne. Mit großartigem Erfolg: Bereits 32 globale Modemarken von H&M über Adidas bis hin zu Aldi haben sich verpflichtet, bis 2020 Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen.

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Doch wenn nach dem Viel-und-billig-Prinzip immer mehr Kleidung konsumiert wird, reicht das nicht. Deswegen will Greenpeace zusammen mit möglichst vielen Verbrauchern nicht nur die Produktion, sondern auch den Konsum verändern. „Wir haben genug!“ lautet unser Credo. Werden auch Sie Teil der Bewegung.

Das haben wir erreicht – bislang!

Denn jedes Jahr werden weltweit rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Ein riesiger Markt, der die Ressourcen unseres Planeten strapaziert und Arbeitsrechte und Umweltschutz mit Füßen tritt. So setzt die Textilindustrie bei der Herstellung von Jeans, Shirts und Co. massiv gesundheits- und umweltgefährdende Chemie ein. Die Abwässer aus den Fabriken vergiften in den Produktionsländern vor allem in Asien und Mittelamerika Flüsse und Trinkwasser. 

Um das der Weltöffentlichkeit zu zeigen, hat Greenpeace Wasserproben genommen – mit giftigem Ergebnis. Das war der Startschuss für die Detox-Kampagne im Jahr 2011. Seitdem haben wir immer wieder Kleidung getestet, die in unseren Läden hängt – und ebenfalls giftige Chemikalien gefunden. Dabei ist es egal, ob sie aus dem Aldi-Discounter oder der Versace-Boutique stammt.

Doch mittlerweile haben die Großen der Modebranche versprochen, bis zum Jahr 2020 die Textilproduktion zu entgiften. Keine der Firmen will etwas zu tun haben mit empörten Verbrauchern und Bildern von schäumenden Flüssen, in deren Wasser man die Modefarbe der Saison erkennt. Bislang haben 15 Prozent der Unternehmen am globalen Textilmarkt die Detox-Verpflichtung von Greenpeace unterschrieben. „Das wirkt sich auf die Produktionsprozesse aus“, erklärt Kirsten Brodde, Greenpeace-Expertin für Textilien. „Denn eine Fabrik in China wird nicht für H&M giftfrei, während sie für ein anderes Unternehmen weiterhin schädliche Chemikalien einsetzt.“

Wer sich zu Detox verpflichtet, wird kontrolliert

Der Stein ist ins Rollen gebracht. Wir werden ihn im Auge behalten und notfalls  wieder anstoßen. Was das bedeutet, musste  Adidas erfahren: Weil seit der Detox-Verpflichtung des Unternehmens im Jahr 2011 zu wenig passiert war, testete Greenpeace erneut dessen Bade- und Kinderkleidung, wies bedenkliche Schadstoffe nach und veröffentlichte die Ergebnisse. Protestaktionen vor Adidas-Fabriken, -Läden und -Jahreshauptversammlungen rund um den Globus folgten. Adidas hat gelernt, legte einen glaubwürdigen Plan vor – und schneidet seitdem im Detox-Catwalk von Greenpeace besser ab.

Im Fokus: Die Outdoor-Branche

Nachsitzen muss hingegen die Outdoor-Branche: Ihre Werbung suggeriert Naturverbundenheit – unsere Tests zeigen ein anderes Bild.  In den entlegensten Gegenden der Erde wie dem Himalaya oder den Anden – weit entfernt von Industrieanlagen – fand Greenpeace PFC (poly- und perfluorierte Chemikalien). Dieser Stoff sorgt zwar für wasserfeste und zugleich atmungsaktive Regenjacken und andere wetterfeste Outdoor-Produkte.Beim Menschen kann er aber die Fruchtbarkeit und das Immunsystem schädigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Und er ist zudem extrem langlebig: PFC bauen sich  in der Umwelt nicht ab, Wind und Wasser transportieren den Stoff überallhin. Dabei gibt es PFC-freie Alternativen – die Outdoor-Industrie muss diese nur wollen. Daran arbeiten wir!

Sehen Sie hier, welche Outdoor-Marken auf PFC verzichten wollen und welche nicht.

Mitmachen und Konsumbotschafter werden

Wir sind also auf dem richtigen Weg – die Erfolge der Detox-Kampagne sind wichtige Meilensteine hin zu einer sauberen Textilproduktion. Aber auch wir Verbraucher sind gefragt, denn unser rasant wachsender Billigmode-Konsum ist alles andere als nachhaltig.

Deshalb gibt es die Greenpeace-Konsumbotschafter: Sie wissen ihre Macht als Verbraucher zu nutzen. Sie setzen auf tauschen, reparieren, teilen, leihen statt neu zu kaufen. Damit erteilen Sie nicht nur der Produktion auf Kosten von Umwelt und Arbeitern eine Absage.

Es ist auch ein Bekenntnis zu einem anderen Lebensstil – zu einem anderen Konsum. Denn jeder Deutsche kauft im Schnitt rund 60 neue Teile pro Jahr. Dabei währt die Freude über das neu erstandene Stück nur kurz – bis zu 40 Prozent unserer Kleidung tragen wir selten oder nie. Dagegen setzen sich die Konsumbotschafter zur Wehr. Machen auch Sie mit – wie, erfahren Sie in unserer Checkliste „Tauschen, teilen, Welt verändern“.

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