Skip to main content
Jetzt spenden
nuclear arms protest Rostock

Der Atomwaffensperrvertrag (oder genauer: der Nukleare Nichtverbreitungsvertrag, engl. Non-Proliferation Treaty, NPT) aus den 70er Jahren ist das wichtigste internationale Abkommen zur Kontrolle von Atomwaffen. Er sollte die Zahl der Atommächte auf den damaligen Status Quo von fünf Staaten begrenzen, indem den unterzeichnenden 188 Ländern die Weitergabe oder der Erwerb von atomwaffenfähigem Material und Technologien untersagt wurde.

Der Vertrag regelt über Zusatzprotokolle die Kontrollmöglichkeiten durch die Internationale Atomenergie Organisation (IAO) ebenso wie den Stopp von Atomtests und wird turnusmäßig überprüft.

Zurzeit findet eine solche Überprüfung statt, die 2005 mit einer Abschlusskonferenz endet. Auf der Vorbereitungskonferenz in New York zeichneten sich besorgniserregende Entwicklungen ab. So brachte die US-Regierung schon im Vorfeld eine "Sicherheitsinitiative" ein, mit der die Verbreitung von nuklearem Material, Technologie und Information mit stärkerem politischen wie auch militärischen Druck unterbunden werden soll.

Die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen, die vom bislang geltenden Rahmen des NPT abweicht, ist umstritten (siehe dazu auch die Veröffentlichung von Greenpeace International: Proliferation Control No Excuse To Avoid Disarmament). Außerdem würde ein doppelter Maßstab eingeführt: Länder, die unter Verdacht stehen, eigene Atomwaffen zu entwickeln, werden aus den Kontrollorganen ausgeschlossen, während gleichzeitig bestimmte Sanktionen nicht für westliche Länder gelten würden.

All das nährt den Verdacht, dass die vermeintliche Sicherheitsinitiative vor allem ein Druckinstrument gegenüber missliebigen Regimen wie dem Iran oder Nordkorea ist.

Dass es der US-Regierung nicht um eine generelle Abrüstung geht, zeigt ihre eigene Militärstrategie. Diese sieht die Weiter- und Neuentwicklung von Atomwaffen vor (so genannte Mini-Nukes), die dann unter Umständen auch präventiv eingesetzt werden sollen. Diese Form der Aufrüstung soll jedoch nicht Gegenstand vertraglicher Kontrolle sein - ganz im Gegensatz zu der Rede von der Steigerung der Sicherheit vor atomaren Waffen.

Über die genauen Vertragsinhalte des NPT und die Kontroversen, die sich seit den 70er Jahren darum entwickelten, gibt der unten aufgeführte Text von Otfried Nassauer Auskunft. Nassauer leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) und ist freier Journalist.

Mehr zum Thema

Kraftwerksblöcke und das Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja sind nachts beleuchtet

Ukraine-Krieg: bedrohliche Lage für dortige Atomkraftwerke

  • 18.08.2022

Inmitten des Angriffskrieges auf die Ukraine stellen die 15 Atomreaktoren des Landes eine weitere massive Bedrohung dar, für das Land und für den Rest Europas.

mehr erfahren
Setsuko Thurlow protestiert vor der UN gegen Atomwaffen

Atomwaffensperrvertrag

  • 11.08.2022

„Die Menschheit läuft Gefahr, die Lehren aus den furchtbaren Feuern von Hiroshima und Nagasaki zu vergessen“: In New York diskutieren 191 Staaten über die Umsetzung des Atomwaffensperrvertrags.

mehr erfahren
Alexander Lurz, Greenpeace Abrüstungsexperte

Wann endet der Ukraine-Krieg?

  • 03.08.2022

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine folgt eine Eskalation der nächsten. Auch lässt Putin immer weniger Gas nach Europa. Wie geht es weiter? Fragen an Alexander Lurz, Greenpeace Abrüstungsexperte.

mehr erfahren
F-35 Atombomber

F-35 Atombomber

  • 23.06.2022

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Der in der Anschaffung geplante Kampfbomber F35 ist ein Prototyp und voller Mängel. Sein Einsatz macht Deutschland weiter zum Ziel von Atomangriffen.

mehr erfahren
Bundeswehrfahrzeuge

Wird das Sondervermögen der Bundeswehr verschwendet?

  • 18.05.2022

“It‘s not the money, stupid!“ – warum die Bundeswehr mit ihrer Beschaffungspolitik ein Drittel der 100 Milliarden Euro Sondervermögen verschwenden könnte.

mehr erfahren
Protest for an Import Ban on Russian Oil at Brandenburg Gate in Berlin

Kein Öl für Krieg

  • 26.04.2022

Deutschland kann sofort auf russisches Öl verzichten. Ein Öl-Embargo ist umsetzbar und würde Putin treffen.

mehr erfahren