Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Tingua liegt rund 30 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Der Park wurde 1989 eingerichtet - nicht zuletzt auf Initiative Dionisio Ribeiros und seiner Mitstreiter. Seit Beginn bedrohen Wilderer und illegale Holzfäller die Natur im Reservat. Sie fällen Palmen, um an die als Delikatesse begehrten Palmherzen zu kommen. Sie jagen tropische Vögel und andere Tiere, um sie illegal in den Handel zu bringen.

Wer sich den Wilderern in den Weg stellt, ist seines Lebens nicht sicher. Mord gehört zum Alltag. Die brasilianische Umweltbehörde Ibama hat Beamte der Bundespolizei angefordert, um ihre Angestellten in dem 249 Quadratkilometer großen hügeligen Waldgebiet zu schützen. Auch Ribeiro soll mehrfach mit dem Tod bedroht worden sein.

Das Naturschutzgebiet gehört zu Brasiliens bedrohtem Regenwald an der Küste des Atlantiks. Einst bedeckte er eine Fläche etwa so groß wie ein Drittel des Amazonasurwalds. Heute stehen davon nur noch drei bis fünf Prozent. Auch dieser traurige Rest ist akut bedroht. Und mit ihm der Lebensraum etlicher bedrohter Pflanzen- und Tierarten, darunter Jaguar und Klammeraffe.

Mord an Umweltschützern und Menschenrechtlern gehört in Brasilien zur Tagesordnung. Erst vor zwei Wochen hat der Tod der Franziskanernonne Schwester Dorothy Stang weltweit Empörung ausgelöst. In derselben Woche sind im brasilianischen Bundesstaat Pará fünf weitere Menschen getötet worden. Pará ist das Zentrum der Holzmafia. Doch der Tod von Dionisio Ribeiro zeigt, dass ein Menschenleben auch in anderen Teilen des brasilianischen Urwalds nicht viel zählt. (sit)

Zum Tod von Schwester Dorothy Stang:

Mord an Urwaldschützerin in Brasilien

 

Mehr zum Thema

Oil Palm Fruit

Raubbau für Palmöl

  • 18.01.2022

Palmöl findet sich in etwa jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Doch unser Ressourcenhunger vernichtet die letzten Regenwälder Südostasiens.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 15.12.2021

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter.

mehr erfahren
Timelapse over Broadback Valley Forest in Canada

Wälder des Nordens

  • 18.11.2021

Die borealen Wälder in Kanada, Russland und Skandinavien beherbergen eine große Artenvielfalt und tragen zum Klimaschutz bei. Doch die verbliebene Waldwildnis ist bedroht.

mehr erfahren
Feuer im Amazonas, September 2019

Gefahr für Mensch und Umwelt

  • 17.11.2021

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

mehr erfahren

Feuer im Amazonas-Gebiet

  • 16.11.2021

Jahr für Jahr ein neuer trauriger Rekord: Auch in diesem Jahr brennt wieder der Amazonas-Regenwald. Wie schlimm es ist, und was die Handelspolitik damit zu tun hat.

mehr erfahren

Nicht verhandelbar

  • 16.11.2021

Greenpeace und Misereor veröffentlichen ein Rechtsgutachten zum geplanten Handelsabkommen. Es belegt die Mängel und sieht Neuverhandlungen als einzigen Ausweg.

mehr erfahren