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Der Kleinbauer Vili Hoffmann inspiziert das Pflanzenwachstum in einem ökologisch angebautem Sojafeld.
Werner Rudhart / Greenpeace

Greenpeace fordert dauerhafte Lösungen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mit dieser Entscheidung ist für ein weiteres Jahr sicher gestellt, das Soja aus neuer Regenwaldzerstörung nicht von den großen Händlern auf den Markt gebracht wird. Innerhalb eines Jahres soll verhandelt werden, wie mit Soja aus dem Amazonas ab 2015 umgegangen werden soll.

"Das Soja-Moratorium hat bisher dafür gesorgt, dass es keine Anreize zur weiteren Urwaldzerstörung für Soja gab", sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace in Brasilia. "Es ist gut, dass die Händler erneut ein Jahr dem Wunsch ihrer Kunden nach regenwaldfreier Soja nachkommen. Jetzt gilt es, langfristig tragbare Lösungen zu entwickeln, die dauerhaft sicherstellen, dass Sojaanbau aus Regenwaldzerstörung endgültig der Vergangenheit angehört."

Regenwald in Gefahr

Führende Unternehmen der Lebensmittelindustrie, darunter McDonalds, Carrefour und Nestle, unterstützen das seit 2006 bestehende Moratorium und forderten von den brasilianischen Soja-Händlern eine Verlängerung des Moratoriums und Soja ohne Regenwaldzerstörung. Im Jahr 2012 stammte knapp die Hälfte des nach Deutschland importierten Sojas aus Brasilien.

Die Verlängerung des Moratoriums kommt in einer entscheidenden Zeit für den Regenwald. Im vergangenen Jahr ist die Zerstörung des Amazonas erstmals seit Jahren stark gestiegen: um 28 Prozent. Gerade in den brasilianischen Bundesstaaten, in denen besonders viel Soja angebaut wird, stieg die Regenwaldzerstörung besonders stark: in Mato Grosso um 52 Prozent und in Para um 37 Prozent.

Das Soja-Moratorium wurde 2006 zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes beschlossen. Es hatte mit dazu beigetragen, die Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes zu verringern. Zu dem Moratorium hatten sich Abiove und die führenden Sojaexporteure Brasiliens auf Druck ihrer Kunden sowie von Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen verpflichtet. Es beinhaltet, kein Soja zu kaufen und zu handeln, das von nach dem 26. Juli 2006 gerodeten Regenwaldflächen aus dem brasilianischen Amazonas-Regenwaldgebiet stammt. Das Moratorium schließt zudem den Handel mit Soja aus Indianerschutzgebieten und von Farmern aus, die in moderne Sklaverei verstrickt sind.

Was passiert ab 2015?

In den vergangenen Jahren wurde das Moratorium mehrmals verlängert und gilt heute als Messlatte unter anderem für die Banco do Brasil zur Kreditvergabe an Agrarbetriebe. Es wird mit dem heutigen Beschluss nun im Dezember 2014 auslaufen. Im Fokus der Überwachung des Moratoriums stehen 19 Millionen Hektar Regenwald – davon eignen sich über acht Millionen Hektar für den Sojaanbau. Das entspricht der dreifachen Größe Belgiens.

Brasilianisches Soja wird als Tierfutter, in der Lebensmittelindustrie und als Ausgangsstoff für Agro-Diesel nach Europa exportiert. Seit 2005 ist Brasilien die Nummer eins unter den Soja exportierenden Ländern, gefolgt von Argentinien und den USA.

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