Skip to main content
Jetzt spenden
Sirenenaktion vor dem Bundesumweltministerium

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mit der geplanten Ausnahmeregelung könnte Palm- oder Sojaöl auch ohne den Nachweis seiner nachhaltigen Herstellung zum Beispiel in Heizkraftwerken verbrannt werden. Hauptanbauland für Palmöl ist Indonesien. In Argentinien werden die Urwälder für Sojafelder abgeholzt.

Das ist klimapolitischer Wahnsinn. Mit der Ausnahmeregelung für bestehende Kraftwerksbetriebe würde die Bundesregierung ihre Klimaschutzpolitik ad absurdum führen, sagt Corinna Hölzel, Greenpeace-Waldexpertin. Sie würde die Verwendung von Palmöl und Sojaöl weiterhin mit Bonuszahlungen belohnen und damit die klimaschädliche Abholzung von Urwäldern für Plantagen weiter anheizen.

Das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz vom Oktober 2008 sieht zwar vor, den Einsatz von Palm- und Sojaöl mit einem Bonus von 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zu vergüten. Allerdings nur dann, wenn die Rohstoffe nachhaltig produziert wurden. Entsprechende Kriterien für Nachhaltigkeit sind jedoch noch nicht festgelegt.

{image}Für Betreiber von Blockheizkraftwerken bedeutet das, ab 1. Januar 2009 für den Einsatz von Palmöl und Sojaöl keinen Bonus zu erhalten. In der Begründung des Gesetzes heißt es, dass der Einsatz nicht nachhaltig erzeugten Pflanzenöls zur Stromerzeugung nicht den Zielen des EEG entspricht. Mit der jetzt geplanten Änderung würde sich Umweltminister Gabriel von dieser konsequenten Haltung verabschieden und dem Druck der Lobbyisten nachgeben.

Palm- und Sojaöl wird für Lebensmittel, Kosmetika, Agrosprit (sogenannter Biosprit) sowie zur Gewinnung von Strom und Wärme eingesetzt. Beide Öle sind auf dem Weltmarkt billiger als Rapsöl. Sie werden deshalb oft einheimischer Ware vorgezogen.

{image}Um den steigenden Bedarf in Europa zu decken, zerstören die Ölunternehmen in Ländern wie Indonesien und Argentinien riesige Flächen Urwald und wandeln sie in Plantagen um. Dadurch werden große Mengen des klimaschädlichen CO2 frei. Indonesien ist aufgrund seiner Waldzerstörung nach China und den USA drittgrößter Treibhausgas-Verursacher. Weltweit entstehen knapp 20 Prozent aller Treibhausgase durch Waldzerstörung.

Greenpeace fordert strenge Nachhaltigkeitsstandards und glaubwürdige Zertifizierungssysteme für die Produktion von Bioenergie sowie von Lebensmitteln und Tierfutter. Die geplante Ausnahmeregelung innerhalb des EEG für bestehende Anlagen muss gestoppt werden. Für Palm- und Sojaöl aus Urwaldzerstörung darf es in Zukunft keine staatliche Förderung mehr geben.

  • rainforest destruction Indonesia

    rainforest destruction Indonesia

    Überspringe die Bildergalerie
  • Sirenenaktion vor dem Bundesumweltministerium

    Sirenenaktion vor dem Bundesumweltministerium

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Wie die Palmölindustrie das Klima verheizt - dt. Zusammenf.

Wie die Palmölindustrie das Klima verheizt - dt. Zusammenf.

8 | DIN A4

1.18 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Illegal Mining in Yanomami Indigenous Land in Brazil

Drei Jahre Bolsonaro: Drei Jahre Umweltzerstörung in Brasilien

  • 17.01.2022

Im Januar 2022 feiert Jair Bolsonaro dreijähriges Amtsjubiläum als Präsident von Brasilien. Doch für das Klima und die Biodiversität Brasiliens gibt es wenig Grund zu feiern.

mehr erfahren