Skip to main content
Jetzt spenden
Globale Karte der letzten Waldlandschaften

Weltkarte der letzten intakten Waldlandschaften der Erde

In den Wäldern leben zwei Drittel aller landlebenden Pflanzen- und Tierarten sowie tausende indigene Menschen. Doch alle zwei Sekunden wird eine Waldfläche so groß wie ein Fußballfeld gerodet. Greenpeace hat nun erstmals umfassende Karten erstellt, die die Lage der letzten großen Urwälder (intakte Waldlandschaften) dieser Erde zeigen. Gestützt auf aktuelle, hochauflösende Satellitenbilder und einheitliche Kriterien ergeben die Karten ein dramatisches Bild: Nur noch auf zehn Prozent der Landfläche der Erde gibt es intakte Waldlandschaften. Der Großteil der Urwälder ist bereits zerstört. Greenpeace versteht die Karten als ein wichtiges Hilfsmittel, um zu entscheiden, welche Waldgebiete am dringendsten geschützt werden müssen.

Nach jahrelanger Arbeit veröffentlicht Greenpeace im März 2006 Karten, die die Lage der letzten großen intakten Waldlandschaften (Urwälder) der Erde zeigen. Gestützt auf Satellitenbilder zeigen die Karten ein dramatisches Bild: Nur noch 10 Prozent der Landfläche der Erde sind mit großen Urwäldern bewachsen, der größte Teil dieser einstmals weltumspannenden Wälder ist bereits zerstört worden. Von 148 Ländern, die ehemals mit Wald bewachsen waren, haben 82 keine großen zusammenhängenden Urwälder mehr auf ihrem Territorium. Und auch heute wird alle zwei Sekunden weltweit eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes gefällt. Die Mehrheit der noch existierenden Urwälder liegt in den Tropen und im Norden der Erde, die borealen Nadelwälder.

Der Erhalt der Urwälder ist wichtig für das Leben auf der Erde an sich. Fast zwei Drittel der an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten finden sich in den Urwäldern. Für Hundertausende indigene Menschen sind die Wälder Kinderstube, Supermarkt und Apotheke in einem. Urwälder regulieren zudem den Wasserhaushalt der Erde und sind wichtig für die Klimaregulierung.

Doch die Zerstörung hat dramatische Formen angenommen. Wir Menschen zerstören die Urwälder gegenwärtig in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit. Die Hälfte der Urwälder, die seit der letzten Eiszeit zerstört wurden, wurden in den letzten 80 Jahren vernichtet. Besonders seit den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts hat die Urwaldzerstörung zugenommen. Die Konsequenz daraus ist ein dramatisches Artensterben.{image} Seit der letzten Phase von Massensterben von Tieren und Pflanzen, vor 65 Millionen Jahren, der Zeit als die Dinosaurier ausstarben, gab es keine so hohe Rate des Aussterbens wie heute. Zum ersten Mal ausgelöst durch eine Art des Planeten Erde selber: den Menschen.

Um die letzten noch existierenden großen Urwälder beziehungsweise Waldlandschaften zu retten, müssen die Regierungen der Erde endlich verbindliche Maßnahmen zum Schutz der Urwälder verabschieden und umsetzen. Zeit für schöne Worte haben wir nicht mehr. Greenpeace sieht die jetzt veröffentlichten Karten als ein Hilfsmittel für Regierungen zur Identifizierung jener Waldgebiete, die am dringensten geschützt werden müssen.

Auf dem Ende März 2006 stattfindenden UN-Umweltgipfel (Konvention über die Biologische Vielfalt) (CBD), wo Greenpeace die Karten erstmals veröffentlicht hat, können die Regierungen beweisen, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben, und ihren schönen Worten der vergangenen Jahre Taten folgen lassen.

V.i.S.d.P.: Oliver Salge

Den englischen Report (kleine Version) Roadmap to Recovery - The Worlds last intact forest landscapes finden Sie als Link unten oder unter www.greenpeace.org/usa/research/roadmap-to-recovery-the-world/

Die deutsche Zusammenfassung des Reports finden Sie als Link unten. Informationen zur Methode und hochauflösende Karten der letzten Urwälder finden Sie unter www.intactforests.org

Zeitgleich hat Greenpeace auch Karten für dringend notwendige Meeresschutzgebiete veröffentlicht. Mehr darüber finden Sie, wenn Sie den Link Ein globales Netz von Meeresschutzgebieten anklicken.

  • ecoforestry Pfefferberg

    ecoforestry Pfefferberg

    Überspringe die Bildergalerie
  • ecoforestry Germany

    ecoforestry Germany

    Überspringe die Bildergalerie
  • Dvinsky forest Russia

    Dvinsky forest Russia

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Illegal Mining in Yanomami Indigenous Land in Brazil

Drei Jahre Bolsonaro: Drei Jahre Umweltzerstörung in Brasilien

  • 17.01.2022

Im Januar 2022 feiert Jair Bolsonaro dreijähriges Amtsjubiläum als Präsident von Brasilien. Doch für das Klima und die Biodiversität Brasiliens gibt es wenig Grund zu feiern.

mehr erfahren