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Wir hoffen, dass dieses Moratorium ein erster wichtiger Schritt ist, die Urwaldzerstörung durch den Sojaanbau zu stoppen, sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Dann könnte man zumindest diese Gefahr für die Schatzkammer der Artenvielfalt auf lange Sicht wirksam bannen. Das ist die Herausforderung für die Sojahändler. Der in Brasilien weit verbreitete Anbau von Soja auf illegalen Feldern unter Einsatz von Sklaven muss endlich beendet werden.

Ein Report ...

{image_r}Unter dem Motto Der Regenwald brennt für unser Essen! begann Greenpeace im April 2006 den öffentlichen Teil der Kampagne gegen die Urwald-Soja. Startschuss war die Veröffentlichung des Reports Eating Up The Amazon (Wir essen Amazonien auf). Drei Jahre Recherchearbeit waren vorausgegangen. Das Ergebnis: Die Nachfrage nach billigem Fleisch, vor allem in Europa, heizt gleichzeitig die Nachfrage nach Soja und damit die Urwaldzerstörung in Brasilien an. Soja ist das wichtigste proteinhaltige Futtermittel in der Massentierhaltung, Brasilien der größte Soja-Exporteur der Welt.

Die Landnahme für den Sojaanbau mitten im Urwald ist oft von kriminellen Machenschaften und Gewaltanwendung begleitet. Der Anbau erfolgt zumeist illegal, die Feldarbeiter sind menschenverachtenden Bedingungen ausgesetzt. Wer solche Soja kauft, fördert Kriminalität, Enteignung und moderne Sklaverei in Amazonien.

... und seine Wirkung

{image}Greenpeace half mit einer Aktion nach und McDonald's stieg ins Boot. Die Gespräche begannen noch im April. Das Unternehmen bezieht schon seit Jahren kein Rindfleisch aus Urwaldzerstörung mehr. Karen Van Bergen, Vizekonzernchefin von McDonald's Europa, nannte es darum nur logisch, mit der Soja genauso zu verfahren. Für ChickenMcNuggets soll kein Regenwald in Amazonien sterben. Zusammen mit Lieferanten und der brasilianischen Regierung will McDonald's den Urwald und das Land indigener und lokaler Gemeinschaften vor der Zerstörung bewahren.

Auf McDonald's folgten unter anderem Marks&Spencer (Großbritannien), El Corte Ingles (Spanien), Ritter-Sport und Tegut (beide Deutschland), Alpro (Belgien). Ritter-Sport: ... das Moratorium beziehungsweise dessen Umsetzung stellt einen maßgeblichen Beitrag zu einem naturverträglichen Wirtschaften in einem äußerst sensiblen ökologischen Lebensraum dar. Wir sind der festen Ansicht, dass nur solches Handeln zukunftsorientiert ist.

Alle Firmen forderten die Sojahändler zu konkreten Maßnahmen gegen die Zerstörung auf. Anderenfalls würden sie sich andere Lieferanten suchen. Außerdem stellten sie klar, dass Gen-Soja auch in Zukunft nicht in Frage komme.

Allianz gegen Skrupellosigkeit

Das Zweckbündnis zwischen Greenpeace und den Lebensmittelherstellern zahlte sich aus. Besonders der Druck der Fast-Food-Kette war ein Grund, weshalb Agrarriesen wie Cargill schließlich einlenkten. Zwar verdienen sie gut an Urwald-Soja auch aus Indianergebieten. Sie verschiffen ihre Ware unter anderem über den illegal gebauten Hafen in Santarém im brasilianischen Bundesstaat Pará nach Europa. In Zukunft jedoch werden sie ihren Käufern nachweisen müssen, dass die Soja aus legaler Quelle kommt.

{image_r}Trotz alledem: Oliver Salge warnt davor, sich zu früh zu freuen. Das auf zwei Jahre befristete Soja-Anbau-Moratorium verkommt zur Geste, wenn die Händler nicht sofort Maßnahmen ergreifen, die den Schutz des Urwalds sicher stellen. Jede Minute wird eine Urwaldfläche in der Größe von fünf Fußballfeldern vernichtet - meist für den Sojaanbau. Das Anbau- und Handelsverbot muss so lange in Kraft bleiben, bis die brasilianische Regierung ein Konzept für Schutzgebiete für den Amazonas-Regenwald entwickelt und umgesetzt hat.

Zu erwähnen bleibt, dass der Konzern KFC (Kentucky Fried Chicken) es rundweg abgelehnt hat, sich mit seiner Rolle als Käufer von Urwald-Soja auseinander zu setzen. Mit dieser Einstellung dürfte sich das Unternehmen allerdings zunehmend isolieren.

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Wir essen Amazonien auf

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