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Das ausgebreitete Greenpeace-Banner aus der Luft fotografiert: Hier beginnt der Wassermangel.
Marizilda Cruppe

Dürre bedroht Amazonien

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Es ist eigentlich eines der wasserreichsten Gebiete der Erde: das Einzugsbecken des Amazonas mit seinen zahlreichen Flüssen und dem mächtigen Amazonas-Strom. Doch die massive Rodung des brasilianischen Regenwalds hat nicht nur Folgen für das Ökosystem. Sie führt auch zu Dürren und verschärft die Wasserkrise im Land. 

Die Dürren im Amazonas häufen sich: Nach einer monatelangen Trockenperiode im Jahr 2005  folgte bereits 2010 die nächste. Aktuell ist besonders Südostbrasilien von der Trockenheit und der damit zusammenhängenden Wasserknappheit betroffen. Dies liegt nicht nur an einer einzelnen Ursache. Dennoch: Studien weisen eindeutig einen Zusammenhang mit der großflächigen Entwaldung im Regenwald nach

Wetter und Wasser

Das Wetter in einer Region ergibt sich aus einem komplexen Zusammenspiel von Atmosphäre, Land und Meeren. Diese wiederum werden von zahlreichen Faktoren wie zum Beispiel dem Klimawandel beeinflusst. Wissenschaftler nehmen an, dass die Amazonas-Regenwälder einen starken Einfluss auf den Niederschlag in der Region, aber auch auf weitere Gebiete in Brasilien haben. Insbesondere die Zeit, Dauer und Intensität der Regenzeiten können betroffen sein. Obwohl die Konsequenzen bis heute nicht vollständig erforscht sind, zerstört die Holz- und Agrarindustrie in erschreckendem Tempo den Regenwald. Fest steht jedoch: Entwaldung hat Auswirkungen auf das Wetter – lokal, regional und sogar global.

Der Weg des Wassers

Tagtäglich verdunsten allein aus dem Amazonas rund 20 Milliarden Tonnen Wasserdampf und gelangen in die Atmosphäre. Der Wind transportiert die Feuchtigkeit in andere Regionen. Diese mobilen Wasserströme erfüllen wichtige Funktionen: Sie bewässern beispielsweise landwirtschaftliche Flächen und füllen Wasserreservoirs.

Entwaldung beeinträchtigt diesen Wasserkreislauf und erhöht die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse – wie die aktuelle Trockenheit  im Südosten Brasiliens zeigt. Die einzige Möglichkeit, durch Waldzerstörung verursachte, negative Auswirkungen auf die Niederschlagsmuster zu verhindern, ist ein Stopp der Entwaldung.

Klimafolgen der Entwaldung

Die Autoren der Studie "The 2010 Amazon Drought", die im Februar 2011 im Magazin Science erschien, befürchten zudem, dass der Dürre ein Baumsterben folgen könnte. Dieser Prozess wäre doppelt schädlich für das Klima: Der Urwald fällt nicht nur zunehmend als CO2-Speicher weg. Er setzt durch den Verrottungsprozess auch Kohlenstoff in Form von CO2 frei.

Alleine in den vergangenen 40 Jahren wurde beinahe 19 Prozent des Amazonas-Ökosystems zerstört!  Hinzu kommen weitere Flächen im Amazonasgebiet, die aktuell zwar noch bewaldet, jedoch nicht mehr intakt sind. Diese bezeichnet man als degradierte, also ökologisch entwertete Flächen. Das Problem: Sie bilden keinen ausreichenden Puffer mehr gegen Folgen des Klimawandels, wie zum Beispiel schwere Stürme. Zudem sind sie durch ihren geringeren Wasserhaushalt anfälliger für  Waldbrände. Wissenschaftler warnen, dass das Ökosystem Amazonas nicht mehr zu retten sei, wenn 40 Prozent des Urwalds endgültig zerstört sind.

Waldschutz ist überlebenswichtig

 

Es gibt viele Gründe, die Regenwälder des Amazonas-Beckens zu erhalten – nicht zuletzt um ihrer selbst willen. Doch vor allem sind wir Menschen auf Wälder angewiesen – sie sind die Lungen unserer Erde und unsere besten Verbündeten beim Kampf gegen den Klimawandel. Daher ist konsequenter Waldschutz dringend nötig!

 

  • Greenpeace-Aktivisten breiten ihr Banner auf einer 360 Hektar-großen berodeten Waldfläche aus

    Vorbereitungen für den Protest

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  • "Wassermangel beginnt hier", lautet es auf dem Greenpeace-Banner

    Gigantische Flächen bereits zerstört

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  • Fische sterben am trockenen Flussbett des Manaquiri, Juli 2005

    Dürre im Amazonas

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  • Ein Greenpeace-Aktivist dokumentiert die Folgen der Dürre im Amazonasbecken 2009

    Zum Rinnsal geschrumpft

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  • Der Solimões im brasilianischen Amazonas-Becken ist fast ausgetrocknet, 2010

    Sandbänke statt Wasser

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