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Greenpeace füllt einen Benzinkanister mit Biodiesel für Laboruntersuchung des Agrosprits, Mai 2008
Martin Langer / Greenpeace

Agrosprit statt Klimaschutz: Dieser Preis ist zu hoch

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Beimischungen von Kraftstoffen auf Pflanzenbasis zum normalen Diesel gelten immer noch als umweltschonend - dabei führt der Import von Agrosprit zum weltweiten Raubbau an Urwäldern. Was in Deutschland erhältliche Biokraftstoffe enthalten und woher die Rohstoffe kommen, wissen nicht mal die Mineralölkonzerne. Das ist das Ergebnis einer Greenpeace-Umfrage unter 22 Mineralölkonzernen. Trotzdem will der Bundestag über den künftigen Anteil von Agrosprit an fossilen Treibstoffen abstimmen.

Keine Auskunft konnten die Mineralölkonzerne, darunter Esso, Total, BP und Agip, zur Menge des eingesetzten Agrosprits und der Art und Herkunft der Rohstoffe geben.

Die einheimischen Energiepflanzen sind knapp und teuer. Für die Produktion von Agrosprit werden in Indonesien, Argentinien und Brasilien Urwälder gerodet, um Sojapflanzen, Ölpalmen oder Zuckerrohr anzubauen. Die Festlegung einer Quote kurbelt den Import von Agrosprit und damit den Raubbau an den Urwäldern weiter an, erklärt Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace.

Beimischungen von Bio-Diesel und Ethanol zum normalen Diesel sollen das Treibhausgas CO2 im Abgas verringern und die Umwelt schonen. Der Anbau von Pflanzen, aus denen der sogenannte Biodiesel gewonnen wird, hat aber selbst erhebliche Folgen für das Klima: Die Zerstörung der Wälder verursacht knapp 20 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Obwohl weder Konzerne noch Politiker sagen können, was als Biosprit in den Kraftstoffen steckt, soll die Beimischungsquote erhöht werden, kritisiert Hölzel.

Die Produktion von Agrosprit verschärft nicht nur den Klimawandel, sondern steht auch in direkter Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion in den Exportländern, weiß Hölzel. Ein Grund mehr, die Beimischungsquote abzulehnen:

Die Bundesregierung beugt sich dem Druck der Agrosprit-Hersteller, die aufgrund einer verfehlten Politik bereits in ihre Anlagen investiert haben. Fehlgeleitete Politik oder Fehlinvestitionen der Vergangenheit dürfen jedoch nicht auf Kosten der Umwelt aufrechterhalten werden, fordert Hölzel.

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