Skip to main content
Jetzt spenden
Martin Kaiser von Greenpeace (rechts) und Leiter des Gšöttinger Stadtwaldes Martin Levin
Michael Löwa/Greenpeace

Note 1 für den Göttinger Stadtwald

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das Konzept des Göttinger Stadtwaldes sollte Schule machen: Zehn Prozent des Waldes sind nutzungsfrei und stehen unter strengem Schutz. Die beeindruckenden Auswirkungen zeigt die Sonderinventur, die die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace im November 2012 im Stadtwald durchführte.

Den Abschlussbericht haben die Umweltschützer an den Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) übergeben. Bei der Sonderinventur erfassten Greenpeace Aktivisten in zwei Wochen mehr als 5500 Bäume mit GPS-Geräten einzeln, übertrugen sie in Karten und werteten die Daten aus. Der Göttinger Stadtwald bekommt die Note 1 für die konsequente ökologische Waldnutzung, sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. Der Bürgerwald Göttingens hat einen hohen ökologischen Wert und besitzt somit Vorbildcharakter für die Niedersächsischen Landesforsten und andere öffentliche Wälder. Er dient den Menschen in Göttingen zudem zur Erholung.

Bei der Sonderinventur ermittelten die Greenpeace Aktivisten den Holzvorrat, um abzuschätzen, wie viel Kohlendioxid der Atmosphäre bereits entzogen wurde. Diese Daten sowie die eigenen Untersuchungen des Göttinger Forstamtes zeigen: Die Holzvorräte steigen in Göttingen konstant und liegen teilweise weit über dem Bundesdurchschnitt. Der Klimaschutz Göttingens profitiert vom ökologischen Waldkonzept des Stadtwalds, so Jürgens. Dieses Konzept sollte auch auf die Bewirtschaftung der Landeswälder übertragen werden. Zudem wurden alte Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von mehr als 50 cm vermessen und auf Biotopmerkmale untersucht. Diese sogenannten Biotopbäume mit Höhlen oder Faulstellen sind wertvolle Lebensräume für die heimische Tierwelt wie Spechte und Fledermäuse.

Greenpeace unterstützt das Göttinger Waldkonzept

Der Göttinger Stadtwald wird seit 1995 nach einem Konzept bewirtschaftet, das Greenpeace und andere Umweltverbände gemeinsam mit Förstern entwickelten. Das Konzept sieht eine Holznutzung auf 90 Prozent der Waldfläche vor, die möglichst wenig in die natürlichen Prozesse des Waldes eingreift. Zehn Prozent des Waldes werden nicht bewirtschaftet und stehen unter strengem Schutz. Dies fordert auch die im Jahr 2007 von der Bundesregierung beschlossene Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Die natürliche Waldgesellschaft und ihre Dynamik ist unser Vorbild bei der Bewirtschaftung, sagt Forstamtsleiter Martin Levin, Die Rückendeckung der Bürgerinnen und Bürger von Göttingen für unser ökologisches Konzept war und ist das Fundament für einen gesunden Stadtwald.

  • Martin Kaiser von Greenpeace (rechts) und Leiter des Gšöttinger Stadtwaldes Martin Levin

    Martin Kaiser von Greenpeace (rechts) und Leiter des Gšöttinger Stadtwaldes Martin Levin

    Überspringe die Bildergalerie
  • Bestimmung des Baumumfangs mit einer Kluppe.

    Bestimmung des Baumumfangs mit einer Kluppe.

    Überspringe die Bildergalerie
  • Vermessung im Göttinger Stadtwald, Niedersachsen

    Vermessung im Göttinger Stadtwald, Niedersachsen

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Der Stadtwald Göttingen: Ein Modell mit Zukunft

Der Stadtwald Göttingen: Ein Modell mit Zukunft

45 | DIN A4

4.18 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

verbranntes Holz

Heizen mit Holz: Eine schlechte Alternative zu Gas, Öl und Kohle

  • 30.08.2022

Hitze, Dürre, Borkenkäfer und Brände – die letzten Sommer haben unseren Wäldern stark zugesetzt. Und hinter den Kulissen wächst eine weitere Bedrohung rasant: Holzverbrennung zur Energiegewinnung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive demonstrieren vor einem Kraftwerk, das ganze Bäume verheizt.

Ein Scheiterhaufen der Energiekrise

  • 25.08.2022

In Schutzgebieten liegen zahlreiche Haufen gefällter Bäume. Greenpeace-Aktive wollten wissen: Was passiert mit diesen Stämmen? Eine Tracking-Recherche

mehr erfahren
Aerials of Forest Fire in Brandenburg, Germany

Klimawandel und Wald in Deutschland

  • 30.06.2022

Klimawandel und Wald hängen zusammen: Dürre und Brände nehmen weltweit und auch in Deutschland zu. Zugleich heizt die Waldzerstörung die Klimakrise an, denn Wälder speichern CO2 und kühlen das Klima.

mehr erfahren
Alte Buche im Kellerwald

Interview: Wälder brauchen Schutz statt Sägen

  • 22.06.2022

Unseren Wäldern geht es schlecht. Selbst in Schutzgebieten werden massiv Bäume gefällt. Sie brauchen besseren Schutz – auch aus rechtlicher Sicht. Zwei Wald-Expertinnen von Greenpeace erklären warum.

mehr erfahren
GE Wind Farm near Petkus

Wie Windenergie und Waldschutz zusammenpassen

  • 15.06.2022

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Windenergie-an-Land-Gesetz beschlossen: Zwei Prozent der Fläche in Deutschland müssen für Windkraft zur Verfügung stehen - für den Wald potenziell gefährlich.

mehr erfahren
Michael Kunkel, Mitgründer der Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“  im Wald

Michael Kunkel über den Spessart

  • 16.03.2022

Der Naturpark Spessart in Nordwest-Bayern ist einer der größten zusammenhängenden Laubmischwälder Deutschlands. Weite Teile stehen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) unter Schutz.

mehr erfahren