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Ein neues Delfinarium in Deutschland wäre eine Entscheidung völlig gegen den langjährigen Trend: So wurden bereits 5 der 9 Anlagen im Lande geschlossen. In England hat inzwischen gar keins der früher einmal über 30 Delfinarien mehr geöffnet. Einer der Gründe: In Europa konnte eine nachhaltige Zucht von Delfinen in Gefangenschaft nicht realisiert werden. Delfine können in Gefangenschaft weder tier- noch artgerecht gehalten werden. Dies wird aber vom Tierschutzgesetz gefordert. Eine Klage gegen das Projekt hätte damit gute Aussichten auf Erfolg.

Derzeit gibt es auch noch keinen wissenschaftlichen Hinweis oder Beleg dafür, dass die Tiertherapie mit Delfinen erfolgreicher ist als mit domestizierten Tieren wie Hunden oder Pferden. Die Verbände weisen darauf hin, dass von Fachleuten eine langfristige Wirkung bezweifelt wird. Die Unterzeichner teilen die Befürchtung, dass die Eröffnung eines Delfintherapiezentrums eine fatale Signalwirkung haben werde.

Die Nutzung der Tiere zu Therapiezwecken bringt ein weiteres Problemen mit sich: die Haltung in chloriertem Wasser. Chlor greift Haut und Augen der Tiere an, sagt Stefanie Werner, Meeres-Expertin von Greenpeace. Werner kann auch neue Gründe für ethische Bedenken anführen: Dieser Tage konnten Wissenschafter der schottischen Universität St. Andrews den Beweis erbringen, dass jedem Delfin nach seiner Geburt eine spezielle Abfolge von Pfeiftönen zugedacht wird, die von seinen Artgenossen ein Leben lang benutzt wird. Das bedeutet, dass sich die Tiere gegenseitig Namen geben. Ein evolutiver Schritt, der bislang den Menschen vorbehalten schien. Man darf sich fragen, ob die Einwohner der Gemeinde Glowe mit den Protestwellen, die auf sie aller Voraussicht nach hereinbrechen, glücklich sein werden.

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