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Vom 17. bis zum 22. November verhandelten die Staaten der Vereinten Nationen in New York über ein vorläufiges Verbot der Grundschleppnetzfischerei. Dass keine einmütige Entscheidung zu Stande kam, ist insbesondere Island zu verdanken. Das Land wird künftig - dank seiner kompromisslosen Haltung - mit dem Image des Tiefseezerstörers leben müssen.

Das Ergebnis der Verhandlung hat mehr Schlupflöcher als ein Fischernetz und gibt der weiteren Ausbeutung und Zerstörung unserer Ozeane freien Lauf!, sagt Greenpeace-Meeresexpertin Karen Sack, die bei den Verhandlungen anwesend war.

Die internationale Gemeinschaft sollte mehr als empört sein, dass eine Handvoll Länder im Alleingang den Schutz der Tiefsee und die Bemühung um Nahrungssicherheit zukünftiger Generationen blockieren darf. Island hat die Hoffnungen auf eine längst überfällige Wende in der internationalen Meerespolitik zerstört. Wie Island sollten sich auch alle anderen Staaten schämen, die sich weigern, für die Zukunft der Ozeane Verantwortung zu übernehmen.

Alle zwei Sekunden wird auf dem Meeresboden eine Fläche von zehn Fußballfeldern durch die Schleppnetze völlig zerstört. Die Regenerierung hingegen kann Hunderte von Jahren dauern. Und erst kürzlich belegten Wissenschaftler, dass die kommerzielle Fischerei bis 2048 auf Grund der Überfischung kollabieren wird. Die Grundschleppnetzfischerei würde schon jetzt mit Verlusten arbeiten, wenn sie nicht erheblich subventioniert würde. Schon allein diese Tatsache beweist, wie unsinnig sie ist.

Länder wie Australien, Neuseeland, die pazifischen Inselstaaten, die USA, Brasilien, Indien, Südafrika, Chile und Deutschland unterstützten eine Entscheidung für den Schutz der Tiefsee. Sogar ehemals starke Blockierer wie Spanien und Kanada gehörten zu den Unterstützern.

{image_r}Greenpeace hatte in den vergangen Wochen die Öffentlichkeit mobilisiert, gegen die Blockadehaltung von Kanada und Spanien zu protestieren. In Deutschland fanden diese Woche vor der spanischen Botschaft in Berlin und den spanischen Konsulaten in Hamburg, Hannover, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und München Proteste gegen die Tiefseezerstörung statt.

Es ist höchste Zeit, dass die wenigen Länder, die gegen ein UN-Moratorium gestimmt haben, die Bedeutung des Tiefseeschutzes erkennen. Es geht langfristig sowohl um die Zukunft ihrer eigenen Industrie als auch um die Ernährung zukünftiger Generationen. Ebenso stimmt die Tatsache nachdenklich, dass der Wunsch eines Großteils der Weltbevölkerung von wenigen Staaten unterdrückt werden darf. Der UN-Beschluss wird am 7. Dezember von der Generalversammlung angenommen werden.

  • fishery North Atlantic

    fishery North Atlantic

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