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Eine Suppenschildkröte (Green Sea Turtle) bei St. Johns, November 2008
Axel Heimken / Greenpeace

Studie: Millionen statt Tausende Meeresschildkröten als Beifang

Die erste weltweite Erfassung des Beifangs von Meeresschildkröten 1990 bis 2008 erfasste 85.000 Tiere, die offiziell berichtet worden waren. Nach neuen Erkenntnissen ist jedoch die Dunkelziffer so hoch, dass man von Millionen von Tieren ausgeht.

Meeresschildkröten benötigen wie alle Reptilien Luft zum Atmen. In den Netzen der Fischer oder am Haken der Leine gefangen ersticken bzw. ertrinken sie elendig. Oft schlucken die Tiere zudem die Haken und verenden aufgrund innerer Verletzungen. Langleinen, Treib- und Schleppnetze, aber auch Fischsammler (Fish Aggregation Devices FADs) sind die gefährlichsten Fanggeräte für Schildkröten.

Der Bestand der Meeresschildkröten ist im letzten Jahrzehnt weltweit stark gesunken, einige Populationen sind regional kollabiert. Derzeit listet die Weltnaturschutzunion IUCN sechs der sieben Arten von Meeresschildkröten als vom Aussterben bedroht. Obgleich es viele Bedrohungen für Meeresschildkröten gibt, wie Plastikmüll, Verschmutzung, Strandverbauung uFangnd Klimawandel, zeigt die Studie, dass Beifang den größten Einfluss auf die Bestände hat.

Vier Meeresgebiete, in denen Maßnahmen bezüglich der Fischerei dringend notwendig sind, werden aufgezeigt: Mittelmeer, östlicher Pazifik, Südwestatlantik und Nordwestatlantik. Das Mittelmeer hat durch die starke Langleinen- und Schleppnetzfischerei eine der höchsten Beifangraten der Welt.

Einfache Veränderungen des Fanggerätes wie Rundhaken in der Langleine oder Fluchtöffnungen in Schleppnetzen können den Beifang reduzieren. Zusätzlich ist die Einrichtung von Meeresschutzgebieten notwendig, um die Populationen wieder aufzubauen und langfristig zu schützen.

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