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Moderne Hightech-Fischereischiffe durchsieben die Ozeane bis in Tiefen von 1.500 Metern. Die Jagd mit Bodenschleppnetzen kann als besonders effektiv bezeichnet werden - vorausgesetzt, man blendet die Folgen aus. Die riesigen Netze, mit denen die Schiffe den Meeresboden durchpflügen, sind mit stählernen Gewichten oder Eisenrollen beschwert. Sie zerstören alles, was ihnen in den Weg kommt, darunter die ökologisch wertvollen Tiefseekorallenriffe.

Gerade bei den niedrigen Temperaturen in großer Tiefe gedeihen besonders viele Korallenarten. Einige ähneln Bäumen, die bis zu zehn Meter hoch werden. Die Riffe werden auch Regenwälder der Tiefe genannt. Manche Bäume sind fast 2.000 Jahre alt. Korallen sind Lebensraum und Kinderstube für Tausende Lebewesen, darunter auch begehrte Speisefischarten. Mit den Korallenwäldern verlieren die dezimierten Fischpopulationen den Raum, den sie brauchen, um sich zu regenerieren.

Wir wissen sehr wenig über das Leben der Tiefseefische, erklärt Greenpeace-Meeresbiologin Andrea Cederquist. Aber wir wissen, dass sie in Zeitlupe leben und daher besonders empfindlich sind. Der Atlantische Sägebauch beispielsweise wird zwar rund 150 Jahre alt, aber dafür wird er auch erst mit 25 Jahren geschlechtsreif. Arten mit solch einem langsamen Lebenszyklus haben sehr wenig Nachwuchs. Ihre Bestände können binnen weniger Jahre zusammenbrechen.

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