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 Die Nyk Orion im Hafen von Rotterdam April 2010
Gerard Til / Greenpeace

Erfolg gegen Walfleischtransport in Rotterdam

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace-Aktive haben im Rotterdamer Hafen erfolgreich den Transport von 160 Tonnen Walfleisch aus Island nach Japan verhindert. Ein Frachter einer japanischen Reederei hatte das Fleisch von dreizehn Tieren der vom Aussterben bedrohten Finnwale aus der isländischen Waljagd in einem Kühlcontainer an Deck der Nyk Orion. Nachdem sich Greenpeace-Aktivisten heute in den frühen Morgenstunden an die Ankertrossen des Schiffes gekettet hatten, wurde der Container wieder ausgeladen.

Wir sind sehr zufrieden, dass der Versuch, das internationale Handelsverbot für Walfleisch zu umgehen unterbunden werden konnte, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Heute war Greenpeace gerade rechtzeitig vor Ort, um den Transport zu verhindern. Solche Aktionen sollten in Zukunft aber nicht mehr notwendig sein. Der Handel mit Walfleisch muss ein Ende haben. Europa steht für den Walschutz! Wenn Island in die EU will, muss es sich vom Walfang verabschieden.

Mit einer Länge von bis zu 27 Metern ist der Finnwal die zweitgrößte Walart. Wissenschaftler schätzen den Bestand im Nordatlantik auf weniger als 50.000 Tiere. Der internationale Handel mit Walfleisch ist durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade of Endangered Species) verboten. Neben den Niederlanden gehört auch Deutschland zu den insgesamt 175 Unterzeichnerstaaten des internationalen Abkommens. Japan und Island weigern sich, das Handelsverbot anzuerkennen.

Im Juni dieses Jahres wird beim Jahrestreffen der Internationalen Walfangkommission IWC über die Aufhebung des Fangmoratoriums entschieden und die Vergabe von Fangquoten an Island, Japan und Norwegen diskutiert. Gleichzeitig bemüht sich Island um die Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft.

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