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Greenpeace-Aktivisten mit Banner gegen genetisch manipulierte Pflanzen
Eric De Mildt / Greenpeace

Gentechnik: Offener Brief von US-Promis

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

„Baut keine genmanipulierten Pflanzen an!“, mahnen US-Bürger gemeinsam mit Prominenten. Sie schrieben einen Brief an alle Europäer. Die sollen aus den Fehlern der USA lernen.

Susan Sarandon („Thelma & Louise“) hat unterschrieben und auch ihre Schauspielkollegin Daryl Hannah („Kill Bill“). Der Modemacher Tommy Hilfiger ist dabei und auch Autor und Umweltaktivist Robert Kennedy Jr. Gemeinsam mit 57 Millionen US-Bürgern wenden sie sich in einem offenen „Brief aus Amerika“ an die Europäische Union; ihre Forderung: Stoppt den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen!

„In den USA wird Gentechnik seit fast 20 Jahren angewandt“, sagt Susan Sarandon „Aber statt Gewissheit hat sie uns nur jede Menge Zweifel an Sicherheit und Nutzen gebracht.“

Diese Ungewissheit will sie den Menschen in Europa ersparen. Und initiierte deshalb gemeinsam mit ihren Mitbürgern die Veröffentlichung des Briefes in der britischen Tageszeitung „The Times“. Darin heißt es unter anderem:

„Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, möchten unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen, damit Sie unsere Fehler nicht wiederholen. Wir möchten Sie dringend dazu aufrufen, keine gentechnisch veränderten Pflanzen zuzulassen, zugelassene Pflanzen nicht anzubauen, den Import und Verkauf von Futter- und Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Pflanzen abzulehnen und sich gegen den Einfluss von Großunternehmen auf Politik, Regulierungsbehörden und Wissenschaft auszusprechen.“

US-Bürger wollen keine Gen-Lebensmittel

„Es ist höchste Zeit, die Gefahr zu erkennen, die gentechnisch veränderte Pflanzen für Saatgut, Ackerboden und Artenvielfalt bedeuten“, drängt Daryl Hannah. Denn in den USA sind bereits 94 Prozent der angebauten Soja genmanipuliert, 93 Prozent des Maises und 96 Prozent der Baumwolle.

Dabei wächst der Widerstand der US-Bürger gegen die riskanten Gen-Pflanzen immer weiter. Umfragen belegen, dass 72 Prozent keine Gen-Lebensmittel wollen; 90 Prozent wünschen sich eine Kennzeichnung der Produkte. Denn eine nationale Markierungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen (GMO) gibt es in den USA nicht.

„Der Großkonzern Monsanto gibt wahnsinnig viel Geld dafür aus, dass GMO-Lebensmittel nicht gekennzeichnet werden und die Verbraucher keinerlei Informationen erhalten“, sagt die Schauspielerin Mariel Hemingway („Manhattan“). Auch sie unterzeichnete den „Brief aus Amerika“.

Gen-Soja aus den USA als billiges Tierfutter für Europa

 „Diesen offenen Appell sollten Politik und Wirtschaft in Europa ernst nehmen“, rät Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. „Nach fast 20 Jahren kommerziellen Gentechnik-Anbaus sind die ökologischen Auswirkungen in Nordamerika massiv sichtbar. Aber Europa kann vormachen, dass es ohne Gentechnik geht, und dass die Zukunft in einer ökologischen Landwirtschaft liegt.“

Wie die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten den Aubau von Gen-Pflanzen verbieten können, darüber diskutieren die Europäer gerade. Zur Zeit kommt die manipulierte Soja allerdings aus den USA: Als billiges Tierfutter, das bei uns in der Hähnchen- und Schweinemast eingesetzt wird – Unternehmen wie Aldi, Lidl und McDonald’s verarbeiten und verkaufen das Fleisch der Genfutter-Tiere. Und sind somit maßgeblich mitverantwortlich für den Anbau der Pflanzen in Nordamerika.

„Genmanipulierte Pflanzen gehören nicht in unsere Nahrungskette“, stellt die Schauspielerin Amy Smart („Butterfly Effect“) klar. Und appelliert an die Politiker in den USA und Europa: „Bitte lasst sie da raus – oder kennzeichent sie wenigstens!“

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