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Syngenta hat nach Recherchen von Greenpeace weltweite Monopolrechte am so genannten Goldenen Reis beantragt. Die Patentanmeldung aus dem Jahr 2004 (WO 04/085656) erstreckt sich auf das Herstellungsverfahren, das Saatgut und die Pflanzen der genmanipulierten Reissorte.

Das Patent ist in mehr als hundert Ländern angemeldet. Sogar in Entwicklungsländern, in denen das Saatgut eigentlich kostenlos abgegeben werden soll, würde das Patent greifen.

In ihren Veröffentlichungen behauptet die Firma Syngenta ausdrücklich, kein kommerzielles Interesse am so genannten Goldenen Reis zu haben, sondern ausschließlich humanitäre Interessen zu verfolgen, wundert sich Then. Scheinbar hat Syngenta grundsätzlich Probleme mit der Wahrheit.

Andere Pflanzenarten gleich mit patentiert

Die Fakten erwecken starke Zweifel an der edlen Haltung des Gentechnikkonzerns: Die Patentansprüche umfassen über 1.000 Gen-Abschnitte und betreffen auch die normale Züchtung der Pflanzen. Die Ansprüche von Syngenta sind auf die wichtigsten Regulationsgene für Wachstum, Krankheitsresistenz und Nährstoffgehalt der Pflanzen gerichtet.

Durch geschickte Formulierungen in der Patentschrift werden sogar alle Gene in anderen Pflanzenarten mit ähnlicher Struktur und Funktion beansprucht. Agrarwissenschaftler warnen davor, dass Patente Forschung und Pflanzenzüchtung behindern und die Existenz von Landwirten gefährden, die ihre eigene Ernte nicht mehr zur Aussaat verwenden dürfen.

Syngentas wahres Gesicht

Syngenta hat in letzter Zeit selbst alles getan, um so etwas wie den letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit zu ramponieren. Then: Auch den jüngst bekannt gewordenen Bt10-Skandal, der zur Kontamination von Maislieferungen mit der nicht zugelassenen Gen-Maissorte führte, hat die Firma geheim gehalten.

Die jetzt aufgedeckten Patentanmeldungen zeigen das wahre Gesicht eines Konzerns, der weltweit Monopolrechte in Pflanzenzucht, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion durchsetzen will und dafür auch die Gefährdung von Menschen und Umwelt in Kauf nimmt, kritisiert Then.

Es ist keinesfalls ausreichend, wenn Syngenta behauptet, die Patente würden nicht genutzt oder an irgendwelche Forscher verschenkt, sagt Then. Die Laufzeit eines Patentes beträgt 20 Jahre. In diesem Zeitraum kann ein Patent jederzeit wieder aktiviert werden.

Wenn Sie sich ausführlicher über die selbstlose Haltung des Syngenta-Konzerns informieren möchten, lesen Sie auch unsere weiterführenden Hintergrundpapiere.

Studie

Studie

17 | DIN A4

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