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Markierter schwedischer Kartoffelacker mit Amadea
Pontus Wilkstroem/Greenpeace

Stoppa GMO-Potatisen!

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Gegen die Ausbreitung illegaler Gen-Pflanzen haben schwedische Greenpeace-Aktivisten gestern ein Zeichen gesetzt. In Nordschweden markierten sie mehrere Kartoffel-Äcker, auf denen die nicht zugelassene Gen-Kartoffel Amadea des deutschen Chemiekonzerns BASF gefunden worden war. Zeitgleich forderten die Aktivisten im 1.300 Kilometer weiter südlich gelegenen schwedischen Zentralamt für Landwirtschaft in Jönköping eine Vernichtung der Ernte.

Anfang September hatte die BASF mitgeteilt, dass auf ihren Kartoffelfeldern in Haparanda an der finnischen Grenze hauseigene Gen-Kartoffeln namens Amadea gefunden worden waren. Bis heute ist unklar, wie die genmanipulierte Kartoffel aus den Laboratorien der BASF auf den Acker gelangen konnte. Die BASF erklärte, dass es sich nach ersten Erkenntnissen vermutlich um eine Verwechslung von Amadea- und Amflora-Pflanzgut handelt. Greenpeace Schweden verlangt eine vollständige Vernichtung der kontaminierten Kartoffelernte.

Auch hier in Deutschland sollte die Ernte sicherheitshalber vernichtet werden, sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace Deutschland. Es reicht nicht aus, nur ein paar Stichproben zu nehmen, wie es die BASF angekündigt hat. Der Fall Amadea zeigt erneut, dass die Grüne Gentechnik nicht zu kontrollieren ist. Selbst das Sicherheitsmanagement eines Weltkonzerns ist offensichtlich nicht in der Lage, zwei verschiedene Gen-Kartoffeln sauber zu trennen.

Greenpeace fordert die schwedische und die deutsche Regierung auf, für die Anbausaison 2011 von einer Schutzklausel im europäischen Gentechnikrecht Gebrauch zu machen. Demnach haben Nationalstaaten das Recht, im Bedarfsfall nationale Import- und Anbaubeschränkungen für Gen-Pflanzen zu erlassen.

In Mecklenburg-Vorpommern warten noch 15 Hektar Amflora-Kartoffeln auf die Ernte. Nach Angaben der BASF sind hier keine Verunreinigungen mit Amadea festgestellt worden. Die Amflora-Ernte aus Mecklenburg-Vorpommern wird nach Konzernangaben einlagert und stichprobenartig auf Verunreinigungen getestet.

Amflora und Amadea wurden gentechnisch so verändert, dass sie nur noch sogenannte Amylopektinstärke bilden, die industriell für die Papierproduktion und für Baumaterial eingesetzt werden kann. Amadea soll eines Tages Nachfolgerin von Amflora werden. Während Amflora nicht für den Verzehr gedacht ist, prüft BASF bei Amadea, ob die Gen-Kartoffel als Lebensmittel zum Einsatz kommen könnte.

Amflora wurde 2010 in Deutschland (15 Hektar), Schweden (80 Hektar) und Tschechien (150 Hektar) kultiviert. Eine kommerzielle Verwertung für die Stärkeindustrie ist nur in Tschechien geplant. An den übrigen Standorten werden die Pflanzkartoffeln vermehrt.

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