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Kuh leckt sich mit Zunge das Maul
Sabine Vielmo/Greenpeace

Monsanto will Geschäftszweig für Wachstumshormone verkaufen

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Monsanto ist einer der größten US-Chemiekonzerne und hat weltweit eine führende Position auf dem Sektor der Gentechnologie eingenommen. Etwa 90 Prozent aller angebauten Gen-Pflanzen stammen heute von Monsanto. Nicht ganz so erfolgreich waren sie in der Sparte gentechnisch-manipulierte Wachstumshormone. Nachdem sie auch nach 15 Jahren die Verbraucher nicht von ihrem Präparat Posilac überzeugen konnten, verkauft Monsanto den Geschäftszweig.

Auch in den USA wollen die Verbraucher unbehandelte, gentechnik-freie Milchprodukte. Immer mehr Einzelhänder reagieren auf die Nachfrage der Verbraucher nach entsprechenden Produkten. Der Einzelhandel hat reagiert: Wal-Mart hat seine Milch-Hausmarke auf Milch umgestellt, die von Kühen kommt, die nachweislich nicht mit künstlichen Hormonen behandelt werden. Ebenso der größte Frischmilch-Anbieter der USA, Dean Foods.

Monsanto bestreitet, dass der Verkauf mit einem Umsatzrückgang zu tun hat. Doch die Ankündigung kommt rund ein Jahr nach einer Kennzeichnungs-Verordnung für Milch in den USA. Monsanto hatte lange gegen das Label für unbehandelte Milch mobil gemacht und versucht die Kennzeichnung zu verhindern.

Dies ist ein Sieg aller Verbraucher in den USA, die sich für bessere und gesündere Lebensmittel eingesetzt haben, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. Immer mehr Molkereien in den USA haben auf die zunehmende Verbraucherkritik reagiert und den Einsatz von gentechnisch hergestelltem Wachstumshormon der Firma Monsanto bei der Milcherzeugung verboten.

Der Einsatz von Rinderwachstumshormon zur künstlichen Steigerung der Milchleistung müsste weltweit verboten werden, fordert Hofstetter. Denn für die Milchkühe bedeutet die Hormongabe eine erhebliche zusätzliche Stoffwechselbelastung und kann so zu Krankheiten wie Euterinfektionen und Klauengeschwüren führen.

Monanto und Posilac

Bereits 1993 wurde Posilac von der Food and Drug Administration zugelassen. Es war eine der ersten Gentechnik-Anwendungen in der Nahrungsmittelproduktion und sollte bei Milchkühen die Milchleistung erhöhen. Schnell häuften sich Beschwerden über Euterentzündungen und Fruchtbarkeitsstörungen bei den Tieren. Um Posilac trotz Risiken auf dem Markt zu positionieren, unterdrückte und manipulierte Monsanto kritische Untersuchungsergebnisse.

Nur ein Beispiel: Als die zwei Fox-Journalisten Steve Wilson und Jane Akre 1996 über den Verdacht berichten wollten, dass Posilac-Rückstände in der Kuhmilch auch beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen könne, setzte Monsanto deren Arbeitgeber massiv unter Druck. Fox entließ die beiden Reporter und hielt 83 Monsanto-kritische Reportagen unter Verschluss.

Nach diesem Muster macht Monsanto bis heute gegen Kritiker mobil. Es wird Zeit, dass diese Machenschaften breit in der Öffentlichkeit bekannt werden. Der Druck der Verbraucher kann vielleicht auch an diesem Punkt etwas verändern. Wer findet solch undemokratisches Vorgehen gut.

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