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Greenpeace-Aktivisten markieren im Juli 2010 illegales Gen-Mais-Feld.
Matteo Nobili/Greenpeace

Illegaler Gen-Mais unschädlich gemacht

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace Italien deckt auf: Illegaler Gen-Mais wächst auf mindestens zwei italienischen Feldern! Damit er die umliegenden Felder nicht kontaminiert, haben Greenpeace Aktivisten aus Italien, Österreich und Deutschland die Blütenstände der genmanipulierten Maispflanzen auf einem der Felder abgeschnitten und entsorgt. So verhindern sie, dass Insekten und Wind die Pollen verbreiten. Auf weiteren Feldern wird Gen-Mais vermutet. Greenpeace Italien fordert die italienische Regierung auf konsequent gegen den illegalen Anbau vorzugehen.

Eine Woche zuvor hatte Greenpeace Proben auf Feldern in der Region Friaul-Julisch Venetien, Norditalien, genommen und sie in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Auf dem Feld wächst MON810, ein gentechnisch veränderter Mais der Firma Monsanto. Er ist in Italien nicht zum Anbau zugelassen.

In dem sogenannten BT-Mais ist ein Gen des Boden-Bakteriums Bacillus thurigensis eingebaut. Die Pflanze produziert durch die Veränderung permanent ein Insektengift, das den Maiszünsler abtöten soll. Doch Studien zu Folge ist das Gift auch eine Gefahr für Mäuse, Schmetterlinge, Honigbienen und Bodenorganismen.

Greenpeace ist heute in Aktion getreten, um eine weitere Verunreinigung durch den gefährlichen und illegalen Gen-Mais zu verhindern, sagt Landwirtschafts-Expertin von Greenpeace Italien Federica Ferrario. Tagelang hätten diese Pflanzen sonst die Nachbarfelder und, über Wind und Insekten, auch weiter entfernt liegendes Gelände kontaminiert. Die Aktivisten, die den Gen-Mais unschädlich machten, wurden von der Polizei abgeführt.

Da sich die Gen-Skandale in letzter Zeit häufen, fordert Greenpeace die italienische Regierung dazu auf, sich gegen das, von der Europäischen Kommission geplante, schnellere Zulassungsverfahren für Gen-Pflanzen einzusetzen. Bereits jetzt sind die Sicherheitsprüfungen bei der Zulassung mangelhaft.

Die Verantwortlichen müssen jetzt handeln, sagt Ferrario. Besonders, da es wahrscheinlich ist, dass auf weiteren Feldern illegaler Gen-Mais wächst. Greenpeace hat heute den Anfang gemacht. Aber jetzt sind die Behörden gefragt. Sie müssen die Felder unschädlich machen und mit groß angelegten Untersuchungen beginnen.

Auch in Deutschland ist illegaler Gen-Mais auf die Felder gekommen. Bauern hatten im Frühjahr 2010 Saatgut der Firma Pioneer Hi-Bred, das mit gentechnisch verändertem Mais verunreinigt war, auf bis zu 3000 Hektar ausgebracht. Greenpeace deckte im Juni 2010 auf, das das niedersächsische Ministerium von der Verunreinigung wusste, das Saatgut aber nicht rechtzeitig zurückgerufen hatte.

"Schon eine Saatgutverunreinigung von nur 0,1 Prozent hat zur Folge, dass etwa 100 gentechnisch veränderte Pflanzen auf einem Hektar wachsen", sagt Alexander Hissting, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace. "Dieser Fall zeigt erneut: Agro-Gentechnik und gentechnikfreie Landwirtschaft können nicht nebeneinander existieren."

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