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Huhn an der Futterrinne, montiert das Siegel "Ohne Gentechnik"
Dörthe Hagenguth / Greenpeace

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Der deutsche Lebensmittelhandel will Nägel mit Köpfen machen und bei Geflügelfleisch und Eiern auf riskante Gen-Pflanzen im Tierfutter verzichten. Langfristig soll dies auch für Rind- und Schweineprodukte umgesetzt werden. Noch ist allerdings unklar, wann es in Deutschland wie bereits in Österreich oder der Schweiz flächendeckend Eier, Fleisch und Milch ohne Gentechnik in den Supermärkten geben wird.

„Eine Branchenlösung wäre ein wichtiger Schritt, um die Produktionsstandards vom Futter bis zur Haltung der Tiere dauerhaft nachhaltig zu verändern. Dennoch ist jedes einzelne Unternehmen gefragt ‚Ohne Gentechnik‘ als Qualitätskriterium bei sich festzulegen“, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. „Auch McDonald’s Deutschland muss sich an den Bemühungen des Handels ein Beispiel nehmen, statt weiterhin auf Billigfleisch zu setzen.“ Die größte Fast-Food-Kette lässt Gen-Soja bei der Produktion von Chickenburger und Nuggets einsetzen – unerkannt von den Verbrauchern. 

Widerstand gegen Gen-Soja durch Verbraucher

Nachdem im Februar dieses Jahres die deutsche Geflügelwirtschaft erklärte, nach 14 Jahren wieder Gen-Soja im Tierfutter einzusetzen, war große Aufmerksamkeit auf den Lebensmitteleinzelhandel gerichtet. Nur Rewe, Penny und tegut hielten daran fest, auch weiterhin gentechnikfrei gefütterte Geflügelprodukte anzubieten. Es schien als würde sich fast der komplette Rest der Branche den zwei größten Geflügelmästern Wiesenhof und Rothkötter beugen und die riskanten Gen-Pflanzen in der Produktion widerstandslos hinnehmen. Doch die Rechnung wurde ohne die Verbraucher gemacht. Tausende Protestmails und Postkarten folgten. Das trägt nun erste Früchte.

Jetzt „Ohne Gentechnik“: Real, Kaufland und Edeka wollen Produkte auszeichnen

Bei Real können die Kunden bereits seit Ende September auf Geflügelprodukte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ zurückgreifen. Kaufland führte die ersten gentechnikfreien Wurstwaren und Schweinefleischprodukte auf regionaler Ebene ein. Auch Edeka hat angekündigt, gentechnikfrei gekennzeichnetes Geflügelfleisch in den nächsten Wochen in bestimmten Regionen anzubieten. Rewe macht dies bundesweit schon länger. Eine Greenpeace-Abfrage bei den größten Eierproduzenten ergab zudem: Die meisten in Deutschland verkauften Eier stammen aus gentechnikfreier Produktion. Das zeigt, wo ein Wille ist, da geht es auch ohne Gentechnik. Das ist erfreulich.

Wiesenhof und Rothkötter gegen Wunsch der Verbraucher und des Handels

Weniger erfreulich ist, dass die deutschen Geflügelmäster allen voran Wiesenhof sich laut Branchenkennern immer noch gegen die Rückkehr zu gentechnikfreier Ware sträuben. Obwohl die überwiegende Mehrheit des Handels dazu bereit ist, die Kosten dafür zu zahlen. Auch Aldi Süd hat sich bisher kein Stück bewegt, um das Gen-Futter aus der Eier- und Geflügelproduktion zu verbannen. Der Discounter spielt für die Umsetzung einer Branchenlösung aber eine wichtige Rolle.

„Wiesenhof und Co. können sich diese Sturheit nicht länger leisten. Die Geflügelmäster haben hinter verschlossen Stalltüren viele Probleme: Ob hoher Antibiotikaeinsatz, überzüchtete Rassen oder schlechte Haltungsbedingungen – Genfutter ist nur eines davon, das sie relativ zügig in den Griff bekommen müssen“, so Töwe.

(Autorin: Antje Rudolph)

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