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Gemüseregal in einem deutschen Supermarkt
Axel Kirchhof/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

17 von 37 getesteten Gemüseproben aus Bioläden seien im Labor als „gentechnisch verändert“ identifiziert worden. In Chicoree wurde genetisches Material der Sonnenblume, in Blumenkohl und Brokkoli Erbsubstanz des japanischen Rettichs nachgewiesen. Die Behauptung des ZDF ist dennoch [DZ1] falsch: Es handelt sich nicht um gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) im Sinne der gebräuchlichen Definitionen – ansonsten wäre das Gemüse nicht nur im Bioladen mehr als unerwünscht, sondern schlicht illegal gewesen. Die EU erlaubt weder den Anbau noch den Import von gentechnisch verändertem Gemüse.

Zellfusionsverfahren laut Vereinten Nationen keine Gentechnik

Vielmehr handelt es sich hier um sogenannte Zellfusionsverfahren. Der Definition des "Cartagena-Protokolls über die biologische Sicherheit" der Vereinten Nationen entsprechend fallen solche Züchtungen nicht unter den Gentechnik-Begriff. Das Protokoll ist Grundlage der EU-Gesetzgebung, und auch Greenpeace stützt sich auf diese Definition. Die so erzeugten Pflanzen sind für Greenpeace also keine gentechnisch veränderten Organismen. Denn beim Zellfusionsverfahren werden Pflanzen nur so verändert, wie es auf natürliche Weise durch Kreuzen und/oder natürliche Rekombination auch möglich wäre.

Nur was auch auf natürliche Weise möglich wäre

Die von WISO vorgestellten Gemüsesorten sind sogenannte „CMS-Hybride“. Mittels Zellfusionstechniken wird dabei das Erbgut des Zellkerns einer Elternlinie mit Zellmaterial außerhalb des Zellkernes einer anderen Elternlinie kombiniert. Dabei wird kein Erbgut manipuliert, der Zellkern mit seinen extrem komplexen und wenig verstandenen Regulationsmechanismen bleibt unangetastet. Bei gentechnischen Verfahren wird in der Regel das Erbgut des Zellkerns verändert und damit tief in weitgehend unverstandene Prozesse eingegriffen. Ungewollte und unkalkulierbare Nebeneffekte sind die Folge.

Die Zellfusionsverfahren sind keine Gentechnik, solange die Übertragung nicht über die Grenzen des natürlich möglichen hinweg stattfindet. Ebendies ist bei den diskutierten Gemüsesorten der Fall: Diese hätten auch über Kreuzungsverfahren gezüchtet werden können, die Elterngehören den gleichen Pflanzenfamilien an und können auch natürlich gekreuzt werden. Greenpeace fordert dennoch Transparenz für Landwirte. Diese sollten beim Kauf des Saatguts erkennen können, welche Züchtungstechniken eingesetzt wurden.

 

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