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Greenpeace Aktivist:innen legen 200 Schilder aus Maiskolben mit Halloween-Gesichtern auf den Rasen vor dem Reichstag - Protest gegen die unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen.
© Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

Gen-Pflanzen auf jedem Acker?

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Durch verunreinigtes Saatgut kann die Gentechnik außer Kontrolle geraten, warnt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace am Freitagmorgen vor dem Bundestag in Berlin. Auf jedem Acker können plötzlich Gen-Pflanzen wachsen.

200 Maiskolben mit Fratzen-Gesichtern erwarteten am Morgen die Abgeordneten vor dem Reichstagsgebäude. Greenpeace-Aktivisten warnten damit vor der unkontrollierten Ausbreitung genmanipulierter Pflanzen. Grund für die Mahnnung ist ein Richtlinien-Vorschlag der EU-Kommission, der in Zukunft gentechnische Verunreinigungen von bis zu 0,7 Prozent des Saatguts erlauben will. Damit könnte mehr als jede 200. Pflanze gentechnisch verändert sein. Natürliche Lebensmittel ohne Genmanipulation wären kaum noch machbar.

Am 27. Oktober steht der Vorschlag der EU-Kommission zur Abstimmung. In der Bundesregierung gibt es bislang geteilte Meinungen: Während Verbraucherschutzministerin Renate Künast die Forderung nach unbelastetem Saatgut voll und ganz unterstützt, will Wirtschaftsminister Wolfgang Clement für den Kommissions-Vorschlag stimmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich offenbar noch nicht festgelegt.

Steckt schon im Saatgut die Gentechnik drin, sind Landwirtschaft und Ernährung ohne Gentechnik fast unmöglich - und das gegen den Willen der Bevölkerung, kritisiert Henning Strodthoff. Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace wollen rund 70 Prozent der Deutschen nicht, dass Saatgut mit Gentechnik verunreinigt wird. Ebenso viele Landwirte lehnen Gentechnik auf dem Acker ab.

Greenpeace hat zusätzlich zu der Aktion am Freitag zusammen mit 15 weiteren Organisationen einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben. Darin fordern die Organisationen ein Reinheitsgebot für Saatgut. Dieses stehe am Beginn der Produktion und brauche deshalb besonderen Schutz.

Außerdem haben die Organisationen gemeinsam eine E-Mail-Aktion gestartet, mit der sie den Kanzler überzeugen wollen. Dazu bleibt allerdings nicht viel Zeit. Fordern Sie Bundeskanzler Schröder auf dafür zu sorgen, dass herkömmliches Saatgut auch in Zukunft frei von Gentechnik bleibt.

Bei jeder der beteiligten Organisationen können Sie übrigens auch Postkarten und weiteres Informationsmaterial zu diesem Thema erhalten. Damit können Sie auch im Bekanntenkreis noch weiter Werbung für die Rettung unseres Saatguts machen. (hol)

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