Skip to main content
Jetzt spenden
genetics group action
Martin Storz/Graffiti/Greenpeace

Müller scheitert in letzter Instanz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Milch, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen hergestellt wurde, darf als Gen-Milch bezeichnet werden. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigte heute ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Mit Einstweiligen Verfügungen und Gerichtsurteilen durch alle Instanzen versuchte die Molkerei Müller seit 2004, Greenpeace die Verwendung des Begriffs Gen-Milch verbieten zu lassen. Die Umweltschutzorganisation hatte genmanipulierte Pflanzen in Futtertrögen von Müller-Milchkühen nachgewiesen.

Bereits im März 2008 hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Greenpeace Müller-Milchprodukte als Gen-Milch bezeichnen darf. Nun hat sich das Molkereiunternehmen Theo Müller GmbH & Co. KG abermals eine Niederlage eingehandelt. Das Verfassungsgericht stellte heute fest, dass die Molkereibetriebe nicht im gesamten Produktionsprozess auf gentechnische Verfahren verzichten würden. Bei der Frage nach möglichen Risiken gentechnischer Verfahren im Zuge der Lebensmittelherstellung handele es sich um ein Thema von hohem öffentlichen Interesse.

"Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist ein großer Erfolg für Greenpeace und die Rechte der Verbraucher", sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. "Meinungsfreiheit und Transparenz bleiben damit wichtiger als das Interesse von Molkereien, die Verwendung von Gen-Pflanzen zu verschleiern. Die Milchkühe für Müllermilch-Produkte oder deren Tochtermarke Weihenstephan werden mit Gen-Pflanzen gefüttert. Daher dürfen diese Produkte auch weiterhin 'Gen-Milch' genannt werden."

Seit April 2004 müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel in der EU gekennzeichnet werden. Ausgenommen sind jedoch Produkte wie Milch, Käse oder Fleisch von Tieren, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Diese Lücke in der Kennzeichnung versucht das staatliche Label ohne Gentechnik seit 2008 zu schließen. Lebensmittelhersteller, die auf Gen-Pflanzen im Futtertrog verzichten, dürfen die daraus erzeugten Produkte mit dem ohne Gentechnik-Siegel ausloben.

Müllermilch lässt jedoch weiterhin Gen-Pflanzen verfüttern. Die Müller-Marke „Weihenstephan“ wird sogar als Alpenmilch beworben, obwohl Greenpeace in der Vergangenheit nachgewiesen hat, dass auch die Weihenstephan-Milchkühe mit Gen-Soja gefüttert wurden.

"Anstatt kritischen Verbrauchern und Organisationen das Wort verbieten zu wollen, sollte die Molkerei Müller an der Qualität ihrer Produkte arbeiten und auf den Einsatz von riskanten Gen-Pflanzen verzichten", sagt Töwe.

Mehr zum Thema

Tisch gedeckt mit vegetarischem Essen

Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreien!

  • 20.01.2023

Pflanzliche Lebensmittel von der Mehrwertsteuer zu befreien, wäre gut für das Klima, die Gesundheit und würde Verbraucher:innen finanziell entlasten.

mehr erfahren
Martin Kaiser vor einem Kalb im Stall

Wir brauchen eine Umverteilung

  • 18.01.2023

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser spricht im Interview vor der Wir-haben-es-satt-Demo über die Bedeutung einer klimagerechten Agrarwende.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Starke Worte - schwache Taten

  • 07.12.2022

Nach einem Jahr Landwirtschaftsministerium unter grüner Leitung ziehen wir Bilanz - hat die Agrarpolitik unter Cem Özdemir Fortschritte in punkto Tierwohl, Anbau, und Klimaschutz gemacht?

mehr erfahren
Dirk Zimmermann

Zum Tod von Dirk Zimmermann

  • 09.08.2022

Am 3. August 2022 ist unser Kollege und Freund Dirk Zimmermann viel zu früh, viel zu jung nach schwerer Krankheit gestorben. Ein Nachruf.

mehr erfahren
Organic Meals at Kindergarten in Hamburg

Warum Städte künftig mehr Bio-Essen anbieten wollen

  • 22.02.2022

Den Anteil an Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kitas, Schulen und städtischen Kantinen wollen 20 von 27 Städten in Deutschland mit konkreten Zielen erhöhen. Das ergab eine Abfrage von Greenpeace.

mehr erfahren
GP1SUQSD Urban Ecological Farming in Auckland

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

  • 31.01.2022

Bisher ist die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa eine Erfolgsgeschichte. Doch mit der Freiheit, sich bewusst gegen Gentechnik im Essen entscheiden zu können, könnte es bald vorbei sein.

mehr erfahren