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Ehrenamtliche halten Protestschilder gegen Gen-Milch.
Thomas Einberger/argum/Greenpeace

Bundesweiter Protest gegen Gen-Milch im Kühlregal

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Vor rund 80 Supermärkten in 21 Städten protestierten heute Greenpeace-Aktivisten gegen den Einsatz von Gen-Pflanzen im Futter von Milchkühen. Verarbeitet wird die Milch von den namenhaften Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland. Die Supermarktleiter sollen im Sinne der Verbraucher die Molkereien auffordern, in Zukunft keine Gen-Milch mehr zu produzieren. Eine aktuelle Studie von Greenpeace zeigt, dass ein Großteil der Lieferanten dieser Molkereien gentechnisch verändertes Sojaschrot aus Südamerika verfüttern.

Greenpeace ließ Proben von Höfen untersuchen, die ihre Milch an die so genannten Premiummarken Weihenstephan, Bärenmarke, Allgäuland und Landliebe liefern. Alle vier getesteten Milchmarken werben mit regionaler oder naturnaher Milchproduktion. Greenpeace hat das Kraftfutter von vier landwirtschaftlichen Betrieben je Molkerei analysieren lassen. Jeweils drei von vier Lieferanten von Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland füttern gentechnisch verändertes Sojaschrot. Alle getesteten Lieferanten für die Marke Landliebe verzichten dagegen auf importiertes Sojaschrot und Gen-Pflanzen.

Zwar hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau von Gen-Mais in Deutschland verboten. Doch Millionen Tonnen Gen-Pflanzen werden als Futtermittel nach Deutschland importiert. Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Mittel gefährden Anwohner, verunreinigen Trinkwasser und bedrohen die Pflanzenvielfalt.

Die Molkereien tragen durch die Duldung von Gen-Futter bei ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in Südamerika bei. Das ist auch unter Klimaaspekten verheerend: Schon jetzt werden riesige Flächen der letzten Urwälder Südamerikas gerodet und fallen als CO2-Speicher weg. Und das nur, um Platz für die Sojabohne zu schaffen.

Als Verbraucherin oder Verbraucher sind Sie den Molkereien nicht ohnmächtig ausgeliefert. Wehren Sie sich, wenn auch Sie keine Gen-Milch wollen. Machen Sie müde Molkereien munter und beteiligen sich an unserer Milchcent-Aktion.

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