Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wer nach 18.00 Uhr aktiv werden wollte, bekam nur die Meldung Server nicht gefunden. Bayer hatte den Provider der EinkaufsNetz-Seite vorgeworfen, Spam-Mails zu verschicken und ihn so unter Druck gesetzt, dass der kleine mittelständische Familienbetrieb mit Sitz in Ostdeutschland daraufhin die Seite abschaltete. Wo würden wir hinkommen, wenn große Konzerne per Zuruf das World Wide Web zensieren und kontrollieren könnten, so Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel.

Doch dem Agrar-Riesen scheint jedes Mittel recht, um freie Meinungsäußerungen zu verhindern. Statt dem Wunsch der Verbraucher nach sicheren Lebensmitteln zu folgen, werden Proteste als Spam bezeichnet. Bayer hatte zuvor bereits die Agentur, die die Website technisch betreut, aufgefordert, die Seite zu sperren. Ohne Erfolg. Die Agentur machte deutlich, dass es sich um Proteste handeln würde und weigerte sich, was zu unternehmen.

Seit heute morgen elf Uhr läuft die Seite wieder, nachdem sowohl Greenpeace als auch die Agentur sich beim Provider beschwert hatten. Auch die Protest-Mail kann wieder aufgerufen werden. Verbraucher können sich per Mausklick bei Bayer nicht nur über über deren Demokratieverständnis beschweren, sondern auch deutlich machen, dass Gen-Reis nichts in der Nahrungskette zu suchen hat.

Das Unternehmen steht seit Wochen am Pranger, da nicht zugelassener Gen-Reis des Konzerns weltweit in Supermärkten aufgetaucht ist. Doch statt aus diesem Skandal eine Lehre zu ziehen, versucht die Bayer AG eine Zulassung für den Verkauf von Gen-Reis in Europa zu bekommen.

(Autorin: Anja Franzenburg)

Mehr zum Thema

Lasse van Aken

Umsetzung der EU-Agrarreform – ein Kommentar

  • 16.12.2021

Der Bundesrat besiegelt die nationale Umsetzung einer EU-Agrarreform, die diesen Namen nicht verdient. Milliarden Steuergelder werden ziellos verschwendet. Was die neue Bundesregierung nun tun muss.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir - eine Analyse

  • 08.12.2021

Das Landwirtschaftsministerium steht nach fast zwei Jahrzehnten zum zweiten Mal unter grüner Leitung. Was nun zu tun ist - ein Interview mit Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

mehr erfahren

Bundesbehörde auf Abwegen

  • 04.10.2021

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schützt die Gentechnik-Industrie statt die Verbraucher:innen.

mehr erfahren

Aussitzen statt Umsetzen

  • 05.08.2021

Seit 2005 führen Unionspolitiker:innen das Bundeslandwirtschaftsminsterium. Landwirt:innen, Klima und Umwelt sind die Verlierer:innen dieser Ära des Stillstands.

mehr erfahren

„Auf Biegen und Brechen“

  • 24.06.2021

Die EU-Förderpolitik müsste bäuerliche Betriebe auf die Herausforderungen durch Klima- und Artenkrise vorbereiten. In Brüssel und Berlin lässt man sie aber im Stich.

mehr erfahren
Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter

Klimaschutz als Chance

  • 11.05.2021

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter über die Folgen des Klima-Urteils: Statt weiterer Verzögerungspolitik brauchen Landwirt:innen jetzt klare Vorgaben.

mehr erfahren