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Raps-Blüte mit Honig-Biene.
Bernhard Nimtsch/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Dass das Bayer-Gift für das Bienensterben in Baden verantwortlich sein könnte, ist nicht aus der Luft gegriffen. Imker aus Italien und Frankreich haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Und in verendeten Bienen konnte Clothianidin nachgewiesen werden.

Zur Bekämpfung des Insekts Maiswurzelbohrer wurde das Maissaatgut mit Clothiandin gebeizt. Bei der Aussaat könnten Stäube auf Blumenwiesen oder blühende Rapsfelder geweht sein. Das hochgiftige Mittel baut sich nur sehr langsam ab und lässt sich lange im Boden nachweisen. Greenpeace forderte bereits im Februar von der Bundesregierung und der EU, dieses und 326 andere hochgefährliche Spritzmittel zu verbieten und setzte es auf die Schwarze Liste der Pestizide.

Die Suche nach den Schuldigen

Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace, macht aber nicht nur das Bayer-Mittel verantwortlich: Mehrere Ursachen kommen für das aktuelle Bienensterben in Deutschland in Frage. Eine wissenschaftliche Klärung ist wichtig. Aber noch wichtiger ist, dass gehandelt wird, bevor es noch schlimmer kommt. Das heißt, jede mögliche Ursache für den Bienentod, die abgestellt werden kann, muss abgestellt werden. Dazu gehört auch ein Verbot hochgiftiger Spritzmittel.

Deshalb hat Greenpeace das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgefordert, eine Stellungnahme zu den Ursachen und zu den Maßnahmen gegen das Bienensterben abzugeben.

Weiterhin gelten Pestizide, Krankheiten oder überzüchtete Bienenvölker als mögliche Ursachen. Und auch die industrielle Landwirschaft mit ihren Monokulturen spielt vermutlich eine nicht unerhebliche Rolle. Endlose hochgezüchtete Mais- und Rapsfelder, auf die sich keine Wildblume verirrt, verdrängen zunehmend Wildäcker. Den Bienen bleibt ein einseitiges Nahrungsangebot, das sie wiederum anfälliger für Krankheiten macht. Auch der Rückgang vieler Amphibien- und Vogelarten hat damit zu tun.

Bienen sichern unsere Ernährung

Verschwinden die Bienen, hat das weitreichende Konsequenzen für unsere Ernährung: 80 Prozent aller Pflanzen - darunter viele Obstkulturen wie Äpfel, Birnen oder Erdbeeren - sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Und von diesen 80 Prozent übernehmen wiederum 80 Prozent die Honigbienen.

Fällt die Honigbiene aus, wäre dies nicht nur für unsere Ernährung problematisch. Der wirtschaftliche Schaden - so die NewYork Times - läge in den USA bei 14 Milliarden Dollar. Im Winter 2006/2007 waren in den USA 80 Prozent aller Völker betroffen: Die Bienen schwärmten aus und kamen nicht zurück.

Machen sie mit: Pflanzen Sie Vielfalt

  • Setzen Sie den Monokulturen was entgegen. Wildblumen passen auch in Balkonkästen. Entsprechendes Blumensaatgut finden Sie im Fachhandel.
  • Verwenden Sie keine chemischen Spritzmittel in Haus und Garten. Setzen Sie statt dessen auf biologische Methoden im Pflanzenschutz. Mehr dazu finden Sie unter swr.de und auf aid.de
  • Kaufen Sie Bio-Lebensmittel. Der Bio-Anbau schützt die Artenvielfalt und verzichtet zudem auf chemische Pestizide.

 

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