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Einen Gen-Acker bei Froehstockheim markieren 15 Greenpeace-Aktivisten mit einem 6 Meter hohen und 5 Meter breiten gelben "X" aus Holz.
© Andreas Varnhorn / Greenpeace

Protest gegen kommerziellen Anbau von Gen-Mais in Bayern

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Bevölkerung in Bayern will keine Gentechnik auf ihren Äckern und auf ihren Tellern, sagt Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Ausgerechnet hier sorgt nun der Bayer Seehofer dafür, dass erstmals in Westdeutschland großflächig Gen-Mais angebaut wird. Es ist völlig unverständlich, dass er nicht dem Beispiel anderer EU-Länder folgt und den Anbau riskanter Gen-Pflanzen verbietet.

Auf Flächen von insgesamt etwa 90 Hektar soll im Raum Würzburg der genmanipulierte Mais wachsen. Wir haben alle diese Felder auf Google-Maps kenntlich gemacht. Auf der Karte im Internet sind auch die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingezeichnet, die beim Anbau von Gen-Pflanzen einzuhalten sind. So könnnen Anwohner und benachbarte Landwirte erkennen, ob sie direkt von dem Gen-Anbau betroffen sind.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Umweltrisiken des Gen-Maises auf. Wissenschaftler können weder den genauen Ort, wo das Gen in die Pflanze eingebaut wird, noch die Wechselwirkungen mit anderen Genen und Proteinen gezielt steuern. Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar und stellen eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar.

Deshalb ist der Anbau von Gen-Mais in Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich, der Schweiz und Griechenland mittlerweile verboten. Rumänien - das Land mit der größten Maisanbaufläche in der EU - hat erst am Donnerstag vergangener Woche angekündigt, bis zum 15. April einen Anbaustopp für Gen-Mais zu verhängen.

Die Länder mit einem Anbauverbot wenden das gesetzlich verankerte Vorsorgeprinzip zum Schutz von Umwelt und Bevölkerung an. Ganz nach dem Motto: better safe than sorry. Doch Deutschland ist heute eines der Schlusslichter in der EU. Nur in Spanien und Portugal wird sonst noch in nennenswerter Menge Gen-Mais angepflanzt.

Der großflächige Anbau von Gen-Pflanzen in Nordamerika und Argentinien hat die Auswirkungen drastisch aufgezeigt: höherer Pestizidverbrauch, Entstehung von Superunkräutern, Schädigung von Nützlingen, Verdrängung traditioneller Pflanzenarten. Der Gen-Anbau führt damit zur Gefährdung unserer Artenvielfalt.

Leider hat Landwirtschaftsminister Horst Seehofer im Dezember 2007 den Verkauf des Gen-Maises MON810 des US-Agrarkonzerns Monsanto in Deutschland wieder zugelassen - obwohl er nur wenige Monate zuvor den Anbau mit Verweis auf die möglichen Gefahren für die Umwelt ausgesetzt hatte. Daher darf der Gen-Mais bei uns dieses Jahr auf den Feldern wachsen. Momentan ist der Anbau für rund 4400 Hektar angemeldet.

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