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Greenpeace-Aktivist:innen setzen Donauinsel Braila unter Quarantäne. Recherchen zeigen, dass hier Gen-Soja angebaut wurde.
© Teresa Novotny

Protest gegen illegale Gen-Pflanzen in Rumänien und Frankreich

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wer mit dem LKW am Mittwochmorgen die rumänische Insel Braila verlassen wollte, musste zunächst eine Dekontaminierungsstation passieren. 30 Greenpeace-Aktivist:innen hatten die Kontrolle über den Fährhafen übernommen und die Donauinsel unter Quarantäne gesetzt. In den LKW befand sich illegal angebaute Gen-Soja. Zur gleichen Zeit protestierten auch in Frankreich Greenpeace-Aktivist:innen gegen illegalen Gen-Maisanbau.

Mit der Aktion in Braila wollten die Aktivist:innen eine weitere Verbreitung des gentechnisch veränderten Saatguts verhindern. Jedes Fahrzeug, das gentechnisch veränderte Soja geladen hatte, wurde den rumänischen Behörden übergeben.

Rumänien ist Mitglied der Europäischen Union (EU). Für EU-Mitgliedsstaaten ist es verboten, gentechnisch veränderte Soja anzubauen. Zudem sprachen sich einer zwischen Mai und Juli 2007 durchgeführten Studie zufolge 67 Prozent der rumänischen Bevölkerung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus.

Wir sind aktiv geworden, um den Rest von Rumänien vor der Verunreinigung durch diese illegalen Gen-Pflanzen zu schützen. Sie gefährden ganz massiv die Gesundheit der Menschen, die Umwelt und Artenvielfalt. Die rumänische Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Pflanzen mit überwältigender Mehrheit ab, sagt Gabriel Paun, Greenpeace-Gentechnikexperte aus Rumänien.

Schon 2006 hatte Greenpeace einen weitreichenden illegalen Anbau von Gen-Pflanzen sowie einen florierenden Schwarzmarkt für gentechnisch veränderte Samen aufgedeckt. Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen sind in Rumänien weit verbreitet. Die Situation ist außer Kontrolle, so Paun. Die Regierung muss sofort handeln und alle Gen-Saaten vernichten, bevor sie in die Nahrungskette gelangen.

Alarmierend sind auch Meldungen, dass andernorts in Rumänien auf 332 Hektar Land eine Sorte des gentechnisch veränderten Maises MON810 angebaut wird. Der Monsanto-Mais ist in der EU legal. Jedoch verletzt sein Anbau rumänische Gesetze, weil er ohne Genehmigung der zuständigen Behörden erfolgte.

Französischer Acker rot eingefärbt

In Frankreich haben 20 Greenpeace-Aktivist:innen ein Feld mit illegal angebautem MON810 hellrot eingefärbt, um seine Lage anzuzeigen. Weder der Bauer noch das französische Landwirtschaftsministerium hatten das Feld im öffentlichen Register bekannt gegeben.

Durch ihre fehlenden Kontrollen erlauben die französische und rumänische Regierung Unternehmen wie Monsanto, sich in der Natur auszutoben. Sie ignorieren die Wünsche der europäischen Bevölkerung, indem sie ihre Lebensmittel und Felder verunreinigen lassen, sagt Myrto Pispini, Gentechnikexperte von Greenpeace International.

Glücklicherweise ist die überwältigende Mehrheit der europäischen Landwirtschaft gentechnikfrei. Doch in kleineren Gebieten wachsen Gen-Pflanzen. Dabei werden zu oft europäische und nationale Gesetze verletzt.

Greenpeace fordert die europäische Kommission ebenso wie die rumänische und französiche Regierung auf, die Umwelt sofort von allen Verunreinigungen durch Gen-Pflanzen zu befreien. Außerdem müssen sie Maßnahmen ergreifen, um solche Skandale in Zukunft zu vermeiden. Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion müssen vor der Gefahr durch Gen-Pflanzen geschützt werden. Dies ist nur durch ein Verbot von Import und Aussaat aller gentechnisch veränderten Samen, speziell Monsantos MON810, möglich.

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