Skip to main content
Jetzt spenden
Salat-Feld in Frankfurt-Oberrad.
Stephan Morgenstern/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wohin gehen die Subventionen in der Landwirtschaft? Das wird ab dem 30. April in 26 EU-Ländern bekannt sein, in Deutschland aber nicht. Aigner begründet das mit einigen Entscheidungen deutscher Gerichte, in denen die Veröffentlichung der Daten im Internet als nicht rechtmäßig betrachtet wurde.

Die Rechtslage ist aber keineswegs eindeutig, erklärt Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter. Entsprechende Klagen wurden auch schon abgewiesen. Denn schließlich war allen Subventionsempfängern bekannt, dass sie mit ihrer Unterschrift der Veröffentlichung ihrer Daten zustimmen. Und er fügt hinzu: Die Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen, die Geld vom Staat bekommen, können gut erklären, warum sie Geld vom Staat bekommen und haben keinen Grund, etwas zu verbergen.

Weshalb also legt sich die Ministerin so eindeutig fest und stellt sich damit sogar gegen EU-Recht? Fest steht jedenfalls, dass es vor allem die Hauptprofiteure der EU-Agrarsubventionen waren, die sich zusammen mit dem deutschen Bauernverband und der Agrarindustrie gegen eine Offenlegung stark gemacht haben. Aus vor Gericht erstrittenen Datensätzen ist bekannt, dass in Nordrhein-Westfalen ausgerechnet der Energiekonzern RWE zu den größten Profiteuren der jetzigen Verteilung gehört.

Das erzeugt natürlich Fragen, so Hofstetter: Ist der Schlüssel, nach dem Agrargelder heute immer noch verteilt werden, sinnvoll und gerecht? Wäre es nicht wichtiger, die notleidenden Milchbauern in Deutschland stärker zu unterstützen, anstatt das Gros der Gelder vor allem in die vergleichsweise gut dastehenden flächenstarken Ackerbaubetriebe zu stecken? Müsste nicht eine Umverteilung weg vom Verteilungsschlüssel Agrarfläche hin zu gezielten Maßnahmen wie Umwelt-, Klima- und Tierschutz erfolgen?

Es bleibt zu hoffen, dass Aigner die notwendige Transparenz in der Subventionsverteilung herstellt und so auch die überfällige Diskussion um eine gerechte und ökologisch sinnvolle Verteilung nicht länger verhindert.

Mehr zum Thema

Tisch gedeckt mit vegetarischem Essen

Wie gesunde Ernährung aufs Klima wirkt

  • 07.09.2022

Eine Ernährung mit weniger Fleisch und Milch würde den Flächenverbrauch in der Landwirtschaft um 40 Prozent reduzieren, zeigt eine neue Greenpeace-Studie.

mehr erfahren
Mähdrescher auf einem großen Weizenfeld in der Ukraine, 2021

Knappes Getreide: EU kann Exportausfälle der Ukraine ausgleichen

  • 05.04.2022

Der Krieg in der Ukraine verknappt das Angebot an Getreide und Pflanzenölen auf dem Weltmarkt. EU-Staaten könnten die Exportausfälle ausgleichen.

mehr erfahren
GE Clearing Contaminated Farm in Thailand

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren

Von wegen unsichtbar

  • 10.06.2021

Mit einem neuen, frei zugänglichen Verfahren kann erstmals die Anwendung sogenannter neuer Gentechnik bei einer Rapssorte nachgewiesen werden.

mehr erfahren

Tödliche Gefahr für die Bienen

  • 09.06.2021

Mit Sonderregelungen für Pestizide umgeht die Politik den Insektenschutz, den sie seit Jahren versprochen hat und gefährdet die Biodiversität.

mehr erfahren
Larissa Bombardi, Pestizidforscherin

"Das Potenzial ist enorm"

  • 17.05.2021

Der Pestizideinsatz in Brasilien ist enorm, er verursacht Schäden für Mensch und Umwelt. Oft stammt die Chemie aus Europa. Über Lebensmittelexporte gelangt sie zurück auf unsere Teller. 

mehr erfahren