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Zwei Menschen sitzen im Klassenraum auf Stühlen und schauen auf einen Laptop
© Insa Hagemann / Greenpeace

Zertifizierung mit dem “Schools for Earth”-Schullabel

Greenpeace bietet mit Beginn des Schuljahres 2023/24 allen Schulen eine Zertifizierung mit dem “Schools for Earth"-Schullabel an, die über die Nutzung der “Schools for Earth”-Angebote hinaus an einem verbindlichen Zertifizierungsprogramm teilnehmen möchten.

“Schools for Earth” ist ein ganzheitliches Schulprojekt, bei dem alle Schulen in Deutschland mitmachen können. Ob Grundschule, Realschule, Hauptschule, Gymnasium, berufsbildende Schulen, Förderschulen, inklusive Schulen oder Ganztagsschulen – alle sind herzlichst eingeladen, mit “Schools for Earth” Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an ihrer Schule zu verankern und so einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu leisten. Die Schulen werden bei den vielfältigen Transformationsschritten unterstützt, die die Umsetzung einer BNE mit dem sogenannten “Whole School Approach” (s. u.) mit sich bringt. 

Dafür stellt “Schools for Earth” ein breit gefächertes und gleichzeitig differenziertes Angebot kostenlos zur Verfügung –  Materialien, Werkzeuge und Unterstützungsangebote, die nicht nur bei den ersten Schritten unterstützen, sondern auch bereits erfahreneren Schulen neue Impulse geben. Handreichungen für alle Schulformen und Zielgruppen, Unterrichtsmaterialien, ein CO2-Schulrechner, digitale Sprechstunden, regelmäßige Videokonferenzen, Fort- und Weiterbildungen, Videokonferenzen mit der bundesweiten “Schools for Earth”-Community sowie die “Schools for Earth”-Community Plattform bieten Möglichkeiten zur Vernetzung und zum voneinander Lernen.

Weitere Informationen zum Schools for Earth Projekt sowie als Erklärvideo:

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Rahmen einer hochwertigen, inklusiven und gerechten Bildung ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele, die von den Vereinten Nationen 2015 weltumspannend verabschiedet wurden. BNE ist eine Bildung, die sich mit Zukunftsfragen beschäftigt. Sie versetzt Menschen in die Lage, zukunftsfähig zu denken und zu handeln und dabei die Auswirkungen von (individuellen, gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen) Entscheidungen sowohl für den eigenen Kontext, als auch für die Mitmenschen in anderen Erdteilen einordnen zu können. Das ist von entscheidender Bedeutung: Ein nachhaltiges und friedliches Miteinander ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur gelingen wird, wenn alle Menschen gehört werden und mitgestalten können. 

BNE fördert ein breites Verständnis von Nachhaltigkeit und integriert die verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen (ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimension) in den Bildungsprozess. So trägt sie dazu bei, dass Lernende als kritisch denkende und verantwortungsbewusste Bürger:innen agieren, die aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen können. Die Stärkung der Gestaltungskompetenz der Schüler:innen ist vor diesem Hintergrund zentraler Bestandteil einer gelingenden BNE.

Verankerung: Der Whole School Approach

Der Whole School Approach (WSA) ist ein Schulentwicklungsansatz, um Nachhaltigkeit in allen Bereichen des schulischen Lebens zu verankern. BNE ist dabei das treibende Element. Ein gelingender WSA wird auf allen Ebenen sichtbar und wirksam: In den Schulcurricula und der Unterrichtsentwicklung, in der Schulgemeinschaft, im Schulgebäude, in der Personalentwicklung, in den Mitgestaltungs- und Partizipationsmöglichkeiten für alle Mitglieder der Schulfamilie oder in der Zusammenarbeit mit externen Bildungspartner:innen. Konkret bedeutet dies:

  • BNE ist in die Schulcurricula und damit auch in den Unterricht integriert
  • Die Partizipation aller Akteur:innen der Schulfamilie und insbesondere der Schüler:innen wird großgeschrieben
  • BNE ist Inhalt schulinterner Fortbildungen
  • Schulgebäude wie auch Schulbetrieb orientieren sich an Nachhaltigkeitskriterien
  • Die Schule öffnet sich für externe Bildungspartner:innen und ist eingebunden in ihr gesellschaftliches Umfeld

Der WSA unterstützt auf struktureller Ebene die Entwicklung neuer Lernkulturen, die weit über das Klassenzimmer oder den Fachunterricht hinausgehen. Das Engagement der Schule wirkt in die Kommune hinein, gleichzeitig gewinnt das Umfeld an Bedeutung für das Schulleben und die schulischen Aktivitäten.

Der WSA ist ein fortlaufender Entwicklungsprozess, für den es keinen  “one-size-fits-all”-Ansatz gibt. Jede Schule hat individuelle Voraussetzungen, Möglichkeiten und Herausforderungen. Und damit macht sich jede Schule in ihrem Tempo und mit ihren Prioritäten auf dem Weg zur Verankerung der BNE. Was dabei allen Schulen gemein ist: das thematisch umfassende, strukturell verankerte, dauerhafte und von der Partizipation der Schulfamilie getragene Engagement für eine Schulentwicklung entlang der Leitperspektive Nachhaltigkeit.

“Schools for Earth” setzt Impulse und bietet Unterstützung für einen gelingenden Transformationsprozess im Sinne des WSA.

Das "Schools for Earth"-Schullabel

“Schools for Earth” ist ein Angebot, das für alle Schulen geöffnet ist: Ein Großteil der Angebote kann genutzt werden – unabhängig davon, wie umfassend das Veränderungsvorhaben ist.  

Schulen, die einen umfassenden, verbindlichen und dauerhaft verankerten Transformationsprozess anstreben, haben ab dem Schuljahr 2023/24 nun zusätzlich die Möglichkeit, am Zertifizierungsprogramm für das “Schools for Earth”-Schullabel teilzunehmen. Das Label ist ein Angebot mit Mehrwert: Die strukturgebenden Prozessschritte des “Schools for Earth”-Schullabels werden gezielt unterstützt, etwa durch persönliche und individuelle Beratung oder passgenaue Fort- und Weiterbildungsangebote. Die dadurch geschaffene Verbindlichkeit sichert die Qualität und Aussagekraft des Labels für alle teilnehmenden Schulen – auch in der Außenwirkung.

“Schools for Earth” wurde 2019 in Zusammenarbeit mit 18 Pilotschulen entwickelt und ging 2020 als bundesweites, für alle Schulformen offenes Angebot an den Start. Um Gelingensfaktoren zu identifizieren und die Wirksamkeit der Unterstützungsangebote einer Prüfung zu unterziehen, wurde nach gut drei Jahren Projektlaufzeit eine unabhängig durchgeführte, wissenschaftliche Evaluation beauftragt. Folgende Kontextfaktoren erwiesen sich als maßgeblich für einen gelingenden Transformationsprozess im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: die Unterstützung der Schulleitung, das Interesse und die Unterstützung der Kolleg:innen und Schüler:innen sowie das Vorhandensein von Freiräumen für die Umsetzung von BNE-Lernformaten. Diese Faktoren erwiesen sich als mindestens ebenso wichtig wie qualitativ hochwertige Projekte, die mit konkreten Ideen, Konzepten und Maßnahmen nachhaltige Veränderungsprozesse an Schulen unterstützen.

Gelingende Veränderungsprozesse brauchen Verbindlichkeit, Engagement, einen langen Atem, Erfolge im Verlauf des Entwicklungsprozesses, Sichtbarkeit und passgenaue Unterstützung. Ein qualifiziertes Label wie das “Schools for Earth”-Schullabel, fördert die in der Evaluation bestätigten Kontextfaktoren, die für die erfolgreiche Umsetzung eines Schulentwicklungsprozesses mit dem Whole School Approach erforderlich sind.

Zwei Mädchen bringen eine Holzplakette an die Wand. Daneben hängt ein Plakat von Schools for Earth

Das “Schools for Earth”-Schullabel zertifiziert den Schulentwicklungsprozess im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

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Inhalte des “Schools for Earth”-Schullabels

Für die Planung und Umsetzung einer Zertifizierung mit dem “Schools for Earth"-Schullabel stehen vier Themenfelder mit differenzierten Inhalten, Meilensteinen und Unterstützungsangeboten im Fokus:

  • Schulentwicklung mit dem Whole School Approach
  • Schulkultur
  • BNE-Unterrichtsentwicklung
  • Nachhaltiger Schulbetrieb
Inhalte des „Schools for Earth“-Schullabels

Inhalte des „Schools for Earth“-Schullabels

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Vom Einstieg zur erfolgreichen Zertifizierung

Der Prozess der “Schools for Earth”-Zertifizierung kann zu jedem Zeitpunkt im Schuljahr begonnen werden.

„Schools for Earth“-Schullabel-Prozess

„Schools for Earth“-Schullabel-Prozess

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Leitfragen zum Whole School Approach für SFE-Schulentwicklungsplan.pdf

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Unterrichtsentwicklung

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"Schools for Earth" Schulentwicklungsplan

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Scopingphase

  • Teilnahme an einer der monatlichen digitalen Onboarding-Veranstaltungen für den Zertifizierungsprozess 
  • Entschluss der Schulleitung, die Zertifizierung mit dem “Schools for Earth”-Schullabel schulintern zu vereinbaren
  • Entscheidung der Schulkonferenz, die Schule für das “Schools for Earth”-Schullabel zu qualifizieren

Onboarding-Phase

Entscheidet sich eine Schule dafür, an der “Schools for Earth”-Zertifizierung teilzunehmen, beginnen zwei Prozessschritte: 

  • die CO2-Bilanzierung der eigenen Schule mit dem CO2-Schulrechner – im ersten Schritt nicht vollumfänglich, aber mindestens für die Emissionsbereiche Wärme, Strom, Wasser und Abfall 
  • die Ausarbeitung eines ersten “Schools for Earth”-Entwicklungsplans mit vier inhaltlichen Bereichen: Schulentwicklung mit dem Whole School Approach, Schulkultur, BNE-Unterrichtsentwicklung, Nachhaltiger Schulbetrieb

Die CO2-Bilanzierung mithilfe des CO2-Schulrechners bietet einen datenbasierten Einblick in die Nachhaltigkeit des Schulbetriebs und ermöglicht die Identifizierung von Handlungsfeldern. Ein Teil der potentiellen Maßnahmen zur nachhaltigeren Gestaltung des Schulbetriebs liegt im Entscheidungsfeld des Schulträgers/Sachaufwandsträgers, ein anderer Teil jedoch in der Hand der Schulgemeinschaft. Diese Handlungsfelder kann die Schulgemeinschaft eigenständig bearbeiten – etwa durch Veränderungen im Nutzungsverhalten, Umstellungen im Gebäudebetrieb und der Beschaffung. Die CO2-Bilanzierung ist ein hilfreiches Werkzeug für die Erstellung des “Schools for Earth”-Entwicklungsplans. Sie bietet auch einen guten Einstieg, da die ganze Schulgemeinschaft und insbesondere die Schüler:innen aktiv partizipieren können.

Die gemeinsame Erstellung des Entwicklungsplans ist viel mehr als ein Planungsschritt: Die Schulgemeinschaft und insbesondere die Schüler:innen wirken daran mit und die vorhandenen Schulgremien sind aktiv beteiligt. Allein das Zusammenbringen aller Akteur:innen und die kooperative Entwicklung des Plans sind bereits entscheidende Gelingensfaktoren. Ab hier beginnt der Prozess der Schulentwicklung im Sinne einer gelingenden Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Der “Schools for Earth”-Entwicklungsplan

  • deckt den Zeitraum vom Tag der Einreichung des Plans bis zum Ende des übernächsten Schuljahres ab
    • Onboarding-Schuljahr (der Start des Zertifizierungsprozess ist zu jedem Zeitpunkt im Schuljahr möglich)
    • Umsetzungs-Schuljahr 1
    • Umsetzungs-Schuljahr 2
  • ist Grundlage für die erste Zertifizierung mit dem “Schools for Earth”-Schullabel
  • enthält Ziele, Maßnahmen und eine zeitliche Planung für die vier o. g. Entwicklungsbereiche (Schulentwicklung, Schulkultur, Unterrichtsentwicklung, Schulbetrieb)
  • baut speziell im Entwicklungsbereich “Schulbetrieb” auf den Ergebnissen der CO2-Bilanzierung mit dem CO2-Schulrechner auf
  • ist in der Handhabung kurz gehalten und soll vor allen Dingen der Schule selbst ein nutzbringendes Werkzeug in der Umsetzungsphase sein
  • wird vom “Schools for Earth”-Team begutachtet und entschieden

Der Annahme mit Verleihung des “Schools for Earth”-Schullabels gehen gegebenenfalls Feedback-Schleifen zwischen dem “Schools for Earth”-Team und der Schule voraus, um weitere Potentiale des eingereichten Plans zu entwickeln.

"Schools for Earth" Schulentwicklungsplan

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Die Verleihung des “Schools for Earth”-Schullabels

Der teilnehmenden Schule wird das “Schools for Earth”-Schullabel für das laufende Schuljahr in Form einer Plakette (auch in einem digitalen Format) verliehen. Gleichzeitig heißt Greenpeace die Schule öffentlich als zertifizierte “Schools for Earth”-Schule willkommen und veröffentlicht die Zertifizierung auf der Greenpeace-Homepage. In Absprache mit der Schule kann die Bekanntmachung auch über Social Media-Kanäle erfolgen.

Umsetzungsphase

In der Umsetzungsphase werden die im Entwicklungsplan definierten Aktivitäten und Maßnahmen zur Zielerreichung bearbeitet und schrittweise umgesetzt.

Reflektionsphase

Zum Ende jedes Schulhalbjahres sollte der Fortschritt auf dem Weg zur Erreichung der unterschiedlichen Ziele von den relevanten Akteur:innen reflektiert werden und die Planung gegebenenfalls auf Basis der bisher gemachten Erfolge, gesammelten Erfahrungen und der sich dynamisch entwickelnden Kontextbedingungen angepasst werden.

Erhalt des “Schools for Earth”-Schullabels für Jahr 1 & 2

Kurze und einfach zu erstellende Fortschrittsberichte zum Schuljahresende bilden die Grundlage für die Wiederverleihung des “Schools for Earth”-Schullabels für das darauffolgende Schuljahr. Die Berichte dienen gleichzeitig als Werkzeug, um die Schulkonferenz über die im Rahmen der “Schools for Earth”-Zertifizierung erzielten Fortschritte zu informieren.

Wiederverleihung des “Schools for Earth”-Schullabels nach Jahr  2

Mit Ablauf des letzten Schuljahres des Schulentwicklungsplans (bis zu drei Jahre) enthält der Fortschrittsbericht Informationen zu nunmehr strukturell verankerten und damit verstetigten Veränderungen, weitere angestrebte Entwicklungsschritte werden skizziert. Die Schule befindet sich nun im dritten Prozessjahr und diskutiert mit der Schulgemeinschaft, einen neuen “Schools for Earth”-Entwicklungsplan zu erarbeiten und damit einen weiteren Zertifizierungszyklus zu starten.

Das “Schools for Earth”-Schullabel hat Ihr Interesse geweckt?

Darüber freuen wir uns und laden Sie herzlich ein, unverbindlich an unserer nächsten digitalen Onboarding-Informationsveranstaltung teilzunehmen. Die Termine finden Sie hier

Wir empfehlen Ihnen die Teilnahme an der digitalen Onboarding-Infoveranstaltung gemeinsam mit mehreren Vertreter:innen Ihrer Schulgemeinschaft inklusive der Schulleitung. Natürlich sind auch Schüler:innen und Eltern herzlich willkommen.

Für weitere Fragen und/oder eine Anmeldung zur digitalen Onboarding-Infoveranstaltung schreiben Sie uns an bildung@greenpeace.org.