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Die Rainbow Warrior II 2002 in Norwegen
© Christian Åslund / Greenpeace

Außerbetriebnahme der Rainbow Warrior II

Spiegel Online berichtet heute erneut kritisch über die Abwrackung der Rainbow Warrior II in Bangladesch – und hat recht. Greenpeace hat einen Fehler gemacht. Das ganze Statement.

Update vom 12. März 2019: Heute berichtet Spiegel Online erneut über die Abwrackung der ehemaligen Rainbow Warrior II. Wir dokumentieren darum an dieser Stelle unser Statement aus dem November des vergangenen Jahres.

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Erklärung von Greenpeace International, 15. November 2018 (auf greenpeace.de ursprünglich veröffentlicht am 28.12.2018): 

 

Wir haben einen Fehler gemacht und versucht, ihn zu korrigieren. Wir haben es zugelassen, dass das Schiff „Rongdhonu“, ehemals das Greenpeace Schiff „Rainbow Warrior II“, auf einem Strandabschnitt in Bangladesch abgewrackt wird, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht den Standards entspricht, die wir uns selbst gesetzt hatten, und mit unseren Verbündeten zusammen weltweit durchsetzen wollten.

Als wir 2011 die Rainbow Warrior an eine Nichtregierungsorganisation namens Friendship in Bangladesch übergeben haben, war das Schiff nicht mehr geeignet, auf hoher See zum Einsatz zu kommen. Für den Einsatz als schwimmendes Krankenhausschiff entlang der Küste und auf Flüssen war das Schiff aber noch geeignet. 

Sie wurde in „Rongdhonu“, Bengali für „Regenbogen“, umbenannt. Seitdem brachte das Schiff eine lebenswichtige Gesundheitsversorgung in einige der entlegensten und hilfsbedürftigsten Gegenden der Welt. Während dieser Zeit kam das Schiff mit seiner Besatzung mit über 160.000 Menschen in Kontakt.

In diesem Jahr erreichte das Schiff mit 61 Jahren das Ende seiner Lebensdauer.

Als wir das Schiff im Jahr 2011 an Friendship übergaben, behielten wir uns das Recht vor, ein Veto gegen mögliche Pläne der Verschrottung des Schiffes einlegen zu können. Die Rongdhonu wurde ein Schiff, das unter der Flagge von Bangladesch betrieben wurde und nur eine Lizenz für Küsten- und Binnengewässer hatte. 

Angesichts des Zustands des Schiffes nahmen wir an, dass es in Bangladesch außer Dienst gestellt wird und auch hier auf dem bestmöglichen Weg verschrottet werden müsste. Wie von Friendship vorgeschlagen.

Zu dieser Vorgehensweise hätten wir unsere Partner in der NGO Shipbreaking Platform und im Basel Action Network konsultieren sollen, das haben wir nicht getan. Keine Ausrede. Das hätten wir tun sollen.

Im Laufe der letzten Woche haben wir mit beiden Organisationen gesprochen. Diese, wie auch die EU und viele führende Experten auf dem Gebiet, bleiben dabei, dass das Abwracken an Stränden grundsätzlich unsicher ist, Arbeiter ausbeutet und die Meeresumwelt schädigt. 

Nachdem wir unseren Fehler erkannt hatten, versuchten wir, einen alternativen Weg für das Verschrotten des Schiffes zu finden, aber das war nicht möglich. Das Schiff war bereits auf den Strand gezogen und für die Zerlegung vorbereitet worden.

Wir hätten alle Möglichkeiten prüfen müssen, dass das Schiff "außerhalb des Strandes" außer Dienst gestellt wird und damit zu gewährleisten, dass alle anfallenden Abfälle so umweltverträglich wie möglich entsorgt werden.

Wir wollen nun sicherstellen, dass bestimmte Abfälle, die in Bangladesch nicht sicher behandelt und entsorgt werden können, zur Weiterbehandlung aus dem Land verbracht werden können.

 

Es gibt viel zu tun, um die Arbeitnehmer und die Umwelt vor den Gefahren des Abwrackens ausgedienter Schiffe zu schützen, und wir bedauern, dass unsere Fehleinschätzung ein falsches Signal sendet, dass die Bedingungen dafür in Bangladesch gegeben sind. Greenpeace glaubt nicht, dass das Zerlegen von Schiffen an Gezeitenstränden die Bedingungen für eine fachgerechte Entsorgung erfüllt. 

Greenpeace verpflichtet sich, dringend eine mit Hilfe der Shipbreaking Platform erarbeitete End-of-life-Richtlinie für Schiffe zu verabschieden, um sicherzustellen, dass solche Fehler in Zukunft nicht mehr auftreten.

Weitere Informationen über saubere und ethische Demontage von Schiffen finden Sie unter NGO Shipbreaking Platform.

 

Amsterdam, Niederlande

15. November 2018

 

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Das Statement im englischen Originalwortlaut finden Sie hier.

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