Skip to main content
Jetzt spenden
Elektroschrott-Cyborg vor der CeBIT

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Grund der Aktion: Wir wollen die Messebesucher über die wachsende Belastung der Umwelt und Menschen durch die elektronischen Geräte informieren. Greenpeace fordert von den Elektronikherstellern, auf Giftstoffe in ihren Produkten zu verzichten.

"Das Gift in elektronischen Geräten ist gefährlich und unnötig", sagt Greenpeace-Chemieexpertin Ulrike Kallee in Hannover. "Die Branche darf nicht nur auf schickes Design und mehr Leistung setzen. Sie muss auch dafür sorgen, dass ihre Produkte sauber werden und weder Menschen noch Umwelt gefährden."

Immer mehr neue Computer, Handys, MP3-Player und andere elektronische Geräte führen zwangsläufig zu immer mehr Abfall. Weltweit steigt die Flut an Elektroschrott rasant an - und damit auch die Belastung durch die darin enthaltenen Schadstoffe, vor allem Schwermetalle und bromierte Flammschutzmittel.

Endstation der Giftstoffe: Asien

Einige Länder verschieben das Problem einfach auf Kosten ärmerer Staaten: Sie entledigen sich der Altgeräte, indem sie diese - in der Regel illegal - nach China oder Indien verschiffen. Dort nehmen Arbeiter die ausgedienten Geräte ungeschützt und oftmals auf offener Straße auseinander, um Metalle und Kunststoffe zurückzugewinnen.

Grund genug für Greenpeace, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen: Greenpeace-Mitarbeiter besuchten im März 2005 Elektroschrottverwerter in China und Indien. Sie nahmen Proben von Hausstaub, Böden sowie Flüssen und dokumentierten die Recycling-Aktivitäten. Daraus entstand eine Greenpeace-Studie.

Die Studie belegt, dass durch das Recycling giftige Schwermetalle und organische Schadstoffe in die Umwelt gelangen und die Arbeiter belasten. Besonders hoch waren die Konzentrationen der Schwermetalle Blei und Zinn, die zum Beispiel zum Löten verwendet werden.

Die Werte von Kupfer und Cadmium, die in Kabeln und Batterien verwendet werden, waren stark erhöht. Auch waren die Proben stark mit polybromierten Diphenylethern (PBDEs) belastet. Diese werden als Flammschutzmittel in Gehäusen und Platinen eingesetzt.

Elektronikhersteller müssen reagieren

Inzwischen gibt es schon die ersten zögerlichen Reaktionen der Elektronikkonzerne: So hat letzte Woche der Branchenriese Hewlett Packard immerhin angekündigt, bis 2007 zu klären, wie er auf bromierte Flammschutzmittel und PVC verzichten kann.

Auch LGE, Motorola, Nokia, Samsung, Sony und Sony Ericsson haben Greenpeace zugesichert, einige der Schadstoffe in Zukunft zu vermeiden. Aber Acer, Apple, Dell, Fujitsu-Siemens, IBM, Lenovo, Panasonic, Siemens und Toshiba sind bislang nicht zu Zusagen bereit. Es bleibt also noch viel zu tun!

Die Cebit steht unter dem Motto Join the vision. Unsere Vision sind giftfreie, langlebige Computer, die sich einfach und sicher reparieren, aufrüsten oder recyclen lassen und nicht als Giftmüll in asiatischen Hinterhöfen Menschen und die Umwelt vergiften, sagt Kallee.

Mehr zum Thema

Zwei Menschen auf Fahrrädern auf einem Radweg

Mobilität bei Greenpeace

  • 23.11.2022

Wie oft und auf welche Weise wir alle uns fortbewegen, hat großen Einfluss auf das Klima.

mehr erfahren
Aktivist:innen pflanzen eine ca. acht Meter hohe Stieleiche an das Ausbauende der umstrittenen A49 in Hessen.  Auf einem Banner steht "Wald statt Asphalt"

Erklärung zur Debatte um die Kriminalisierung von Klimaprotesten

  • 14.11.2022

Gemeinsame Erklärung der Umweltverbände BUND, Campact, DNR, Germanwatch, Greenpeace, Nabu und WWF zur aktuellen Debatte über Formen von Klimaprotest.

mehr erfahren
Deforestation for Farming and Agriculture in Chaco Province, Argentina

Handel auf Kosten der Umwelt

  • 11.05.2022

Handelsabkommen setzen wirtschaftliche Interessen über die von Umweltschutz. Nachhaltigkeitsbewertungen sollen das verbessern, doch eine aktuelle Greenpeace-Studie übt Kritik am aktuellen Modell.

mehr erfahren
Probenahme auf einem Spielplatz

Auf den zweiten Blick

  • 28.09.2021

Welchen Schadstoffen ist die Bevölkerung nach der Explosion in Leverkusen ausgesetzt? Nach Greenpeace-Analysen kommt die Entwarnung durch das Landesumweltamt verfrüht.

mehr erfahren
Gianna Martini, Greenpeace-Kampagnerin

Zukunft wählen wir zusammen

  • 20.07.2021

Greenpeace will mit „Vote4me“ die Generationen ins Gespräch bringen. Im Interview erklärt Soziologin Gianna Martini, wie man mit Zuhören das Klima rettet.  

mehr erfahren
Demonstration in Berlin for Germany to Join the UN Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons

Nukleare Abrüstung jetzt!

  • 05.07.2021

2021 ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft getreten. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diesen Meilenstein des Völkerrechts zu unterzeichnen. 

mehr erfahren