Doppeltes Spiel beim Tiefseebergbau
Deutschland fordert „vorsorgliche Pause“ und investiert gleichzeitig Millionen
- Ein Artikel von Anna Saito & Wiebke Denkena
- Recherche
Seit 2022 fordert die Bundesregierung offiziell eine „vorsorgliche“ Pause für den Tiefseebergbau. Hinter den Kulissen schmieden deutsche Konzerne jedoch Allianzen in Saudi-Arabien, um Rohstoffe aus dem Roten Meer zu gewinnen – teilweise mit Hilfe von Technologie, die durch deutsche Steuergelder finanziert wurde.
Diese zweiteilige Greenpeace-Recherche deckt die Kluft zwischen der öffentlichen Haltung der Regierung und ihrer Vergabe von Fördermitteln auf. Dies ist Teil Eins, der öffentliche Forschungsprojekte mit Bezug zum Tiefseebergbau seit 2015 nachverfolgt. Um mehr über die Tiefseebergbaupläne deutscher Unternehmen im Roten Meer zu erfahren, gelangen Sie hier zu Teil Zwei.
Diese Recherche in Kürze
Was sind die Neuigkeiten?
Trotz der öffentlichen Unterstützung der Bundesregierung für eine vorsorgliche Pause fließen weiterhin Millionen Euro in Forschungsprojekte, die mit dem Tiefseebergbau in Verbindung stehen. Einige dieser Projekte umfassen die Entwicklung von Technik für den Rohstoffabbau in der Tiefsee.
Warum ist das wichtig?
Die Tiefsee ist ein einzigartiger Lebensraum mit einer außergewöhnlichen biologischen Vielfalt und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung unseres Klimas. Der Tiefseebergbau ist höchst umstritten, da er erhebliche und potenziell unumkehrbare Risiken für die Meeresumwelt und die Lebensräume vieler Tierarten birgt, die sich über Jahrmillionen hinweg entwickelt haben.
Wie haben wir recherchiert?
Greenpeace Investigativ hat Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz und dem Umweltinformationsgesetz gestellt und staatliche Förderdatenbanken durchsucht, um die Ausgaben der Bundesregierung für Forschungsprojekte im Bereich des Tiefseebergbaus in den vergangenen zehn Jahren nachzuvollziehen.
Die Zukunft des Tiefseebergbaus bleibt ungewiss. Mehr als 40 Staaten fordern inzwischen ein Moratorium, ein Verbot oder eine vorsorgliche Pause für den kommerziellen Abbau in internationalen Gewässern. Sie warnen vor unabsehbaren Umweltauswirkungen und verweisen auf das lückenhafte Wissen über Tiefsee-Ökosysteme [1]. Seit 2022 fordert auch Deutschland eine vorsorgliche Pause. Die Bundesregierung verlangt mehr Forschung und kündigte an, vorerst keine Arbeitspläne für den kommerziellen Abbau zu unterstützen [2].
Auf der UN-Ozeankonferenz in Nizza im Jahr 2025 bekräftigte Umweltminister Carsten Schneider diese Haltung: Er stellte klar, dass die Tiefsee noch zu wenig erforscht sei und die Folgen menschlicher Eingriffe unvorhersehbar blieben. Gleichzeitig hob er hervor, dass kaum ein anderes Land so viel in die Tiefseeforschung investiere wie Deutschland [3].
Tatsächlich spielt die Bundesrepublik eine tragende Rolle bei der Erforschung der Ozeane. Über Explorationslizenzen der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA), Expeditionen und staatliche Forschungsprogramme flossen in den letzten zehn Jahren Millionen Euro in die Tiefseeforschung.
Offiziell dienen diese Fördergelder der wissenschaftlichen Forschung und nicht der Vorbereitung für den kommerziellen Rohstoffabbau. Dennoch wurden durch staatliche Mittel auch Technologien und Patente gefördert sowie Infrastrukturen, Datensätze und Fachwissen aufgebaut, die sich in Zukunft für jene Unternehmen als wertvoll erweisen könnten, die mineralische Rohstoffe am Meeresboden fördern möchten. Der Zusammenhang zwischen öffentlichen Forschungszielen und potenziellen kommerziellen Anwendungen hat in der Öffentlichkeit bislang vergleichsweise wenig Beachtung gefunden.
Wir haben die staatlichen Ausgaben im Rahmen der ISA-Lizenzverträge nachverfolgt und untersucht, welche öffentlich geförderten Forschungsprojekte der letzten zehn Jahre mit dem Tiefseebergbau verknüpft sind. Dazu haben wir Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz und dem Umweltinformationsgesetz gestellt und öffentliche Datenbanken ausgewertet. Unsere Recherche zeigt, welche Institutionen und Unternehmen profitiert haben und wie diese staatlichen Ausgaben zu Deutschlands offizieller Position beim Tiefseebergbau passen.
Zeitgleich veröffentlichen wir unsere Recherche „Tiefe Abgründe: Deutschlands Verwicklung in den Tiefseebergbau im Roten Meer“. Sie zeigt, wie deutsche Unternehmen, die Teil öffentlich geförderter Forschungsprojekte waren und Fördermittel für die technologische Entwicklung erhalten haben, nun auf das Königreich Saudi-Arabien setzen, um ihre Technologie für die Nutzung im Roten Meer zu vermarkten.
Im Vorfeld der 31. Sitzung der Internationalen Meeresbodenbehörde, bei der über die Regeln für den kommerziellen Tiefseebergbau verhandelt wird, stellt sich angesichts der deutschen Forschungsförderung die Frage, wie konsequent die Bundesregierung ihre Position der vorsorglichen Pause beim Tiefseebergbau in der Praxis umsetzt.
Die BGR – Wegbereiterin für Tiefseebergbau in Deutschlands Lizenzgebieten
Deutschland besitzt zwei ISA-Lizenzen – eine für die Erkundung von Manganknollen im Pazifischen Ozean (seit 2006) und eine für die Erkundung von Massivsulfiden im zentralen Indischen Ozean (seit 2015) [4][5]. Für beide Lizenzen ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zuständig. Diese wissenschaftlich-technische Behörde untersteht dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) [6].
Bis heute hat die BGR nach unseren Berechnungen etwa 175 Millionen Euro für Explorationsarbeiten in den beiden Lizenzgebieten investiert [7]. Sie führte Umweltstudien durch, zum Beispiel biologische Untersuchungen der Lebewesen am Meeresboden, die Erfassung ozeanografischer und klimatologischer Daten sowie geochemische Analysen. Gleichzeitig wurden potenzielle Abbaugebiete für den Rohstoffabbau in der Tiefsee identifiziert und metallurgische Versuche zur Entwicklung von Verarbeitungsverfahren durchgeführt [8][9].
Obwohl konkrete Schritte in Richtung eines Abbaus, etwa in Form von Abbautests, im Rahmen einer ISA-Explorationslizenz weder zwingend vorgeschrieben sind noch von allen Staaten verfolgt werden [68], argumentiert die BGR, dass ein Abbautest das Vertrauen so weit verbessern könne, dass ein Projekt zum Manganknollenabbau für die Industrie attraktiv werde. Erfolgreiche Tests würden auch das Vertrauen von Investoren in den Tiefseebergbau stärken [9].
Gemeinsam mit privaten Akteuren treibt die BGR deshalb Abbautests in beiden Lizenzgebieten aktiv voran. Da die deutsche Industrie wenig Interesse am Manganknollenabbau im Pazifik zeigt, kooperiert die BGR mit internationalen Partnern, um ein Abbausystem für Manganknollen im Pazifik zu entwickeln. Ein geplanter Test mit dem US-kanadischen Start-up Impossible Metals wurde von 2025 auf 2027/2028 verschoben [14] [15].
Auf Nachfrage erklärte die BGR, dass es sich bei „diesen Aktivitäten um Komponententests eines Manganknollen-Aufnahmesystems und nicht um “Test-Mining„ im Sinne der Definition der Internationalen Meeresbodenbehörde [...] (ISBA/25/LTC/6/Rev.3, Annex II)“ handele. [28] Die ISA verwendet eine engere regulatorische Definition von „Test Mining“ und behält diesen Begriff dem Testen eines vollständig integrierten Abbausystems vor.
Darüber hinaus argumentiert die BGR, dass „die wissenschaftliche Untersuchung der Umweltauswirkungen von Manganknollen-Aufnahmesystemen und deren Komponenten [...] im Einklang mit den vertraglichen Verpflichtungen der BGR als Kontraktor“ stehe und „der Schließung bestehender Wissenslücken über mögliche Auswirkungen eines Tiefseebergbaus“ diene. Laut BGR stünden diese Aktivitäten „nicht im Widerspruch zur Position der Bundesregierung“ bezüglich einer vorsorglichen Pause im Tiefseebergbau. [28]
Während die BGR die technische und industrielle Reife des Tiefseebergbaus vorantreibt, positioniert sie sich offenbar auch selbst für einen zukünftigen kommerziellen Markt. Einige Dokumente, die wir nach dem Umweltinformationsgesetz anforderten, wurden als kritisch eingestuft und deshalb zurückgehalten. Sie enthalten Daten zu Mineralvorkommen und geschätzten Metallkonzentrationen im deutschen Lizenzgebiet im Pazifik. In einem Schreiben an Greenpeace führt die BGR aus, diese Daten hätten einen „erheblichen wirtschaftlichen Wert und sollen unter Umständen an einem [sic] Investor verkauft werden, um die Kosten der Exploration auszugleichen.“ [16].
Anders als bei Manganknollen zeigt die deutsche Industrie großes Interesse am Abbau von Massivsulfiden im Indischen Ozean [17]. Seit 2017 kooperiert die BGR mit dem deutschen Maschinenbauunternehmen Bauer Maschinen GmbH, um deren Schlitzwandfrästechnologie für den Einsatz in der Tiefsee weiterzuentwickeln [8].
Die Abbautechnologie von Bauer soll im Rahmen eines vom BMWE geförderten Forschungsprojekts getestet werden, das 2025 gestartet wurde. Das Projekt „Deep Sea Sampling 2“ erhielt 7,5 Millionen Euro, um ein ganzheitliches Verständnis für die Exploration und den Abbau von massiven Tiefsee-Sulfidlagerstätten mithilfe „minimalinvasiver“ Technologien zu entwickeln. Ein Teil des Projekts besteht darin, das Schlitzwandfräsen-System von Bauer für den Tiefseeeinsatz anzupassen [18] [19]. Obwohl das Projekt ursprünglich für den Zeitraum 2025–2030 angesetzt war, wurde für den Test noch kein Termin festgelegt, da Bauer die Entwicklung bislang noch nicht abgeschlossen hat [7ab].
Wie das Projekt „Deep Sea Sampling 2“ zeigt, stellen die für die Explorationsarbeiten in den BGR-Lizenzgebieten bereitgestellten 175 Millionen Euro nur einen Teil der öffentlichen Ausgaben dar, die mit Tiefseebergbau in Verbindung stehen. Um besser zu verstehen, wie öffentliche Gelder und der Tiefseebergbausektor ineinandergreifen, muss die breitere Landschaft der staatlichen Forschungsförderung in den Blick genommen werden. Die folgenden Abschnitte verfolgen diese Forschungsgelder nach und zeigen auf, welche Institutionen und privaten Unternehmen von ihnen profitiert haben.
Zwischen Forschung und Anwendung: Die staatliche Forschungspipeline
In den letzten zehn Jahren haben zwei Bundesministerien Millionen Euro in Forschungsprojekte, Technologiekonsortien und Entwicklungskooperationen mit Bezug zum Tiefseebergbau fließen lassen. Im Rahmen unserer Recherchen haben wir 22 öffentliche Forschungsprojekte identifiziert, die mit dem Tiefseebergbau in Verbindung stehen [20]. Acht davon finanzierte das Bundesministerium für Bildung, Forschung und Raumfahrt (BMFTR) und 13 das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Ein weiteres BMWE-Projekt ist in Planung.
Die Übersicht zeigt, dass auch nach 2022 mehrere Forschungsvorhaben mit Bezug zum Tiefseebergbau gefördert wurden, obwohl Deutschland seit diesem Jahr eine vorsorgliche Pause für den Tiefseebergbau fordert. Die staatliche Förderung von Projekten, die im Zusammenhang mit Tiefseebergbau stehen, endete also nicht mit Deutschlands Positionierung, sondern setzte sich über 2022 hinaus fort.
Vom BMFTR geförderte Projekte: Private Partner und Patente
Über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz und Umweltinformationsgesetz erhielten wir vom BMFTR eine Liste mit 94 zwischen 2015 und 2029 geförderten Tiefseeforschungsprojekten [21a]. Das BMFTR hat für diese Projekte insgesamt bereits 65,7 Millionen Euro aufgewendet. [21a]
In seinem Antwortschreiben erklärte das Ministerium, es habe „zu keinem Zeitpunkt den maritimen Bergbau gefördert“ [21]. Die Forschungsprojekte widmeten sich ausschließlich der Grundlagenforschung, um das Verständnis der Lebensräume am Meeresboden und in der Wassersäule zu verbessern [21].
Dennoch haben wir vier Projekte identifiziert, die zwar den Lebensraum der Tiefsee erforschen, aber eindeutig mit dem Tiefseebergbau verknüpft sind. Zwei weitere Projekte nennen den Tiefseebergbau als mögliches Anwendungsgebiet. Die Ergebnisse eines weiteren Projekts nutzte die BGR, um für das wirtschaftliche Potenzial des marinen Rohstoffabbaus zu werben. Diese sieben Projekte unter den 94 Projekten haben ein Volumen von 22,7 Millionen Euro. Dies entspricht mehr als einem Drittel des vom BMFTR verwendeten Budgets für Tiefseeforschung zwischen 2015 und 2029. Über die vom BMFTR bereitgestellte Liste hinaus haben wir ein weiteres BMFTR-Projekt mit klarer Verbindung zum Tiefseebergbau im staatlichen Förderkatalog identifiziert. Es handelt sich dabei nicht um ein Projekt zur Tiefseeforschung, doch besteht durch die Verknüpfung mit der Lobbyorganisation DeepSea Mining Alliance eine eindeutige Verbindung zum Tiefseebergbausektor. Im Folgenden betrachten wir die Projekte im Detail.
Seit 2015 untersuchten die Forschungsprojekte Mining Impact I, Mining Impact II und III zusammen mit Nodule Monitoring II sukzessive Tiefsee-Ökosysteme und die möglichen Auswirkungen von Tiefseebergbau-Aktivitäten. Den Projektbeschreibungen zufolge lag der Fokus auf ökologischen Aspekten: Untersucht wurden die Biodiversität, Variabilität und Funktionsweise der Ökosysteme sowie mögliche ökotoxische Effekte bergbaubedingter Störungen auf maritime Lebewesen [22] [24]. Am Projekt Mining Impact II war jedoch auch das belgische Tiefseebergbau-Unternehmen Global Sea Mineral Resources (DEME-GSR) beteiligt, um zu untersuchen, ob der Abbau von Manganknollen zu Störungen am Meeresboden führt. Bei dem dafür durchgeführten Abbautest ging der Abbauroboter von GSR vorübergehend auf dem Meeresgrund verloren [23] [11]. Das Programm Mining Impact ist inzwischen in seiner dritten Phase, die bis 2028 läuft [24]. Daran beteiligt sind fünf Forschungseinrichtungen aus Deutschland sowie die BGR [21b].
Weitere durch das BMFTR geförderte Forschungsprojekte mit klarer Relevanz für die Tiefseebergbauindustrie betreffen die Entwicklung des Meeresboden-Bohrgeräts „MeBo“. MeBo ist ein ferngesteuertes Gerät zur Erkundung des Meeresbodens. Es entnimmt durch Rotationskernbohrungen Proben [26] [31]. Das erste MeBo (MeBo70) wurde von 2004 bis 2005 vom MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen entwickelt. Der Bund und das Land Bremen unterstützten die Entwicklung finanziell. Das Gerät kann weiche Sedimente und hartes Gestein bis zu einer Gesamtkernlänge von mehr als 70 Metern beproben. Es kann in Wassertiefen von bis zu 2.000 Metern eingesetzt werden [26]. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Mit MeBo70 können Proben von Sedimenten genommen werden, die zur Rekonstruktion des Erdklimas dienen. Auch Bestimmungen der chemischen Stabilität und Hangstabilität am Meeresboden sind möglich. Ebenfalls eignet sich MeBo70 zur Erkundung der Zusammensetzung und Tiefe von Massivsulfid-Vorkommen am Meeresboden [27].
Das MARUM war die federführende Forschungseinrichtung und der Zuwendungsempfänger des Forschungsprojekts zur Entwicklung von MeBo70 [21c]. Mit der Entwicklung wurden jedoch weitere Unternehmen als Subunternehmer beauftragt, darunter die Prakla Bohrtechnik GmbH für den Maschinenbau [26] [29]. Das Unternehmen wurde später von der Bauer Maschinen GmbH übernommen [27] [29]. Bauer blieb auch an der Weiterentwicklung der Technologie beteiligt.
Zwischen 2011 und 2015 förderte das Bundesforschungsministerium die Entwicklung eines zweiten Meeresboden-Bohrgeräts, des MeBo200. Es kann bis zu 200 Meter tief in den Meeresboden bohren und erreicht damit mehr als die doppelte Bohrtiefe des ursprünglichen MeBo70 [21c] [30]. Eine weitere staatliche Förderung zwischen 2016 und 2018 unterstützte die Modernisierung des MeBo70 [27] [21c]. In beiden Fällen hat Bauer Maschinen GmbH zur Bohrtechnik und zu den Maschinenbaukomponenten der Technologie beigetragen [26] [27] [29].
Da Bauer als Subunternehmer an den Projekten beteiligt war, lässt sich die genaue Höhe der staatlichen Fördermittel nicht ermitteln, die letztlich an das Unternehmen flossen. Teile der mit den MeBo-Geräten verbundenen Technologie wurden jedoch gemeinsam patentiert [32] [33]. Deshalb behalten sowohl das MARUM als auch Bauer die Rechte, die MeBo-Technologie zu nutzen, weiterzuentwickeln und kommerziell zu verwerten [27].
Das MARUM führte seither zahlreiche Expeditionen mit dem MeBo70 und dem MeBo200 zu verschiedenen Zwecken durch. Laut Dr. Tim Freudenthal, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Marine Robotik am MARUM, wurde bisher keines der MeBo-Geräte zur Erkundung von Massivsulfiden am Meeresboden eingesetzt. Die Technologie könne zwar theoretisch Aktivitäten des Tiefseebergbaus unterstützen, der Einsatzschwerpunkt des MARUM für seine Unterwassertechnologie liege jedoch weiterhin auf der umweltbezogenen Grundlagenforschung, einschließlich der Untersuchung vulnerabler Ökosysteme am Meeresboden.
Bauer dagegen bewirbt MeBo200 offen für die Erkundung von Offshore-Meeresbodenrohstoffen, ausdrücklich auch für den Abbau von Massivsulfiden am Meeresboden [12] [13].
Das Projekt „Internationalisierung und neue Kooperationsprojekte der DeepSea Mining Alliance für den Tiefseebergbau“, wurde vom BMFTR im Rahmen der Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ finanziert. Es sollte die Lobbyorganisation DeepSea Mining Alliance (DSMA) bei ihren internationalen Aktivitäten unterstützen [69] [70]. Die 2014 gegründete DeepSea Mining Alliance betreibt auf nationaler und internationaler Ebene Lobbyarbeit. Sie wirbt für Tiefseebergbau und für „Pilot Mining“ [71] [75]. Zwischen 2018 und 2019 erhielt die DSMA rund 20.000 Euro vom BMFTR, um ihre Aktivitäten und Partnerschaften in Frankreich, Mittel- und Osteuropa, Norwegen und anderen europäischen Ländern im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen auszuweiten [70].
Das Projekt „Louisville Ridge“ ist nicht direkt mit dem Tiefseebergbau verknüpft, sondern konzentriert sich auf die Erkundung und Zusammensetzung von Ferromangankrusten und biologischen Lebensgemeinschaften [34]. Dennoch nutzte die BGR das Projekt, um für das wirtschaftliche Potenzial von Ferromangankrusten-Vorkommen zu werben, wobei klare Bezüge zur Mineralverarbeitung hergestellt wurden. Wie es im Newsletter der Bundesanstalt heißt, liefern die Ergebnisse und die Expedition des Forschungsprojekts die Grundlage für die Bewertung der Chancen, die mit der Ausbeutung dieser Vorkommen verbunden sind [35] [36]. Das Projekt Louisville Ridge spielte somit eine Rolle im Diskurs um das kommerzielle Potenzial mariner Mineralressourcen.
Unsere Analyse der vom BMFTR geförderten Tiefseeforschungsprojekte verdeutlicht, wie schwierig die klare Unterscheidung von Grundlagenforschung und solcher anwendungsbezogener Forschung ist, die den Tiefseebergbau begünstigt. Selbst wenn Ökosysteme und Geologie des Meeresbodens oder Mineralvorkommen zu rein wissenschaftlichen Zwecken erforscht werden, kann das gewonnene Wissen dazu beitragen, der Tiefseebergbauindustrie den Weg zu ebnen.
Da das BMFTR seine Mittel primär auf Forschungsinstitute beschränkt, erfolgte die Beteiligung der Industrie in den meisten Fällen nur indirekt. Die meisten der vom BMFTR geförderten Projekte im Bereich Tiefseeforschung stehen zudem in keinem direkten Zusammenhang mit dem Tiefseebergbau. Dennoch identifizierte unsere Analyse mehrere Projekte mit klaren Verbindungen zu diesem Sektor, von denen Unternehmen wie DEME-GSR und Bauer, aber auch die Lobbyorganisation DSMA profitierten. Auf unsere Bitte um eine Stellungnahme zu diesen spezifischen Projekten betonte das BMFTR, dass es seine Förderaktivitäten in diesem Bereich auf „unabhängige Grundlagenforschung in der Tiefsee“ [25] und die Untersuchung der „ökologischen Folgen eines potenziellen Tiefseebergbaus“ beschränke. Das Ministerium erklärte erneut, es habe „[z]u keinem Zeitpunkt [...] maritimen Bergbau gefördert“ [25].
Wie wir zeigen werden, sind die vom BMWE geförderten Projekte deutlich industrieorientierter. Auch die Zahl der direkt beteiligten Partner aus der Wirtschaft ist dort weitaus höher.
Das BMWE fördert Unternehmen im Tiefseebergbau
Eine der wichtigsten Prioritäten des maritimen Forschungsprogramms des BMWE ist es, Pilotprojekte zu unterstützen, die marktreife Anwendungen und Kommerzialisierung ermöglichen. Das 2018 gestartete Programm läuft bis 2027/28 und soll Wissenschaft und maritime Wirtschaft enger miteinander verzahnen.
Um alle in den letzten zehn Jahren geförderten Forschungsprojekte mit Bezug zum Tiefseebergbau zu erfassen, haben wir die Datenbank des öffentlichen Förderkatalogs durchsucht. Dabei haben wir sämtliche BMWE-Projekte berücksichtigt, die der zuständige Projektträger des maritimen Forschungsprogramms betreute (Projektträger Jülich) und die unter „Meerestechnik“ gelistet sind [18].
So haben wir 13 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 71,6 Millionen Euro identifiziert, die entweder direkt den Tiefseebergbau betreffen oder ihn als mögliches Anwendungsfeld nennen. Unsere Analyse zeigt: Die Wirtschaft erhielt mehr Fördermittel als wissenschaftliche Institutionen. 64,8 Prozent der Fördergelder flossen an private Unternehmen.
Das größte Budget erhielt MUM2 (26,3 Millionen Euro), das Nachfolgeprojekt des „Modifiable Underwater Mothership“ (MUM). Das von 2017 bis 2020 laufende MUM-Projekt, an dem drei Unternehmen und mehrere Forschungsinstitute beteiligt waren [18], entwickelte ein modulares Basisfahrzeug für autonome Unterwassereinsätze, das sich mit verschiedenen Nutzlasten vielfältig einsetzen lässt [38]. Der Tiefseebergbau wurde im Projekt explizit als zentrales Anwendungsfeld ausgewiesen: Statt für jeden Schritt des Rohstoffabbaus neue Geräte zu bauen, ermöglicht die modulare Rekonfiguration des MUM, seismische Module zur Erkundung des Meeresbodens einzusetzen, während Konfigurationen mit anderen Nutzlasten bei der Lokalisierung und dem Abbau von Mineralien am Meeresboden helfen. Dies sollte den Bergbau kosteneffizienter und „nachhaltiger“ machen [38]. Während das Gerät im Rahmen von MUM2 derzeit weiterentwickelt wird, liegt der Fokus laut Projektbeschreibungen mittlerweile auf der Wartung von Offshore-Anlagen [38][40].
Das zweitgrößte Projekt ist CIAM (Comprehensive Integrated and Fully Autonomous Subsea Monitoring, 11 Millionen Euro) [18]. Aufbauend auf der im MUM-Projekt entwickelten Technologie entsteht hier ein integriertes Inspektionswerkzeug für autonomes Unterwassermonitoring [38]. Obwohl CIAM theoretisch für die Tiefsee anpassbar ist, liegt der Hauptanwendungsbereich laut Projekt-Webseite in der Überwachung von Unterwasserinfrastrukturen und der Kabelinspektion [39].
Mehrere Partner aus den MUM-Projekten arbeiten auch am Projekt „Deep Sea Protection“. Das Projekt entwickelt Umweltmonitoring-Technologien für den Tiefseebergbau unter der Leitung von Evologics GmbH, einem Hersteller von Unterwassertechnologie. Dazu entsteht ein Multi-Sensor-Überwachungssystem, das mit autonomen Unterwasserfahrzeugen und Unterwasser-Dockingstationen kombinierbar ist. Das System soll durch umfassendes Umweltmonitoring in Tiefseebergbaugebieten Daten liefern, um den Abbauprozess „minimal-invasiv“ zu gestalten [41]. Das Projekt läuft bis 2026, konzentriert sich auf den Abbau von Manganknollen [41] und verfügt mit 6,4 Millionen Euro über eines der größten Budgets [18]. Nach Projektende will EvoLogics die Technologie zur Marktreife bringen. Als Mitglied der DSMA plant EvoLogics, sein internationales Netzwerk zu nutzen – die Tiefseebergbau-Unternehmen TechnipFMC und DEME-GSR haben in der Vergangenheit bereits ihren Willen bekundet, die Markteinführung zu unterstützen [75].
Die Projekte „Deep Sea Sampling“ und „Deep Sea Sampling 2“ sind am engsten mit dem Tiefseebergbau verknüpft. Sie wollen eine „minimal-invasive“ Technologie für den Abbau von Massivsulfiden am Meeresboden entwickeln – das „grüne Kupfer der Tiefsee“, wie es im Projekt heißt [55] [46]. Dr. Martin Sobczyk, Leiter des Instituts für Aufbereitungsmaschinen an der TU Bergakademie Freiberg, erklärt, Deep Sea Sampling solle zeigen, dass der Abbau kupferreicher Massivsulfiden am Meeresboden helfen könnte, den durch die Energiewende steigenden Kupferbedarf zu decken, den der Abbau an Land allein möglicherweise nicht befriedigen kann [53].
Zu diesem Zweck soll das Schlitzwandfräse-System der Firma Bauer Maschinen GmbH, das aus zwei Schneidradsätzen besteht, für den Tiefsee-Einsatz elektrifiziert werden [43] [44]. Ziel ist ein Testabbau (Pilot Mining) im deutschen Lizenzgebiet im Indischen Ozean [55]. Für 2027 ist eine Bohrkampagne mit dem Bohrgerät „MeBo“ geplant, um erste Proben im Indischen Ozean zu nehmen [53] [54]. Ein „Pilotabbau“ soll laut Projektbroschüre zwischen 2029 und 2032 im Rahmen eines möglichen Projekts „Deep Sea Sampling 3“ stattfinden [53] [55].
Das Ziel des Projekts ist es, Bauers „vertikalen Ansatz zur Probenahme“ zu einem tragfähigen Tiefseebergbau-Verfahren weiterzuentwickeln [56]. Laut Abschlussbericht von Deep Sea Sampling 1 soll das Konzept des vertikalen Abbaus bis zum Ende des Projekts Deep Sea Sampling 2 marktreif sein [56]. Bislang flossen fast 12 Millionen Euro in beide Projekte [18]. Die öffentliche Förderung für Deep Sea Sampling 2 stieg von rund 4,2 auf 7,5 Millionen Euro [18].
Neben der Bauer Maschinen GmbH besteht das Projektkonsortium aus mehreren Universitäten, darunter der TU Bergakademie Freiberg, sowie dem Maschinenbauer Motion Makers GmbH (ehemals Krebs & Aulich GmbH), der für die Entwicklung des Antriebsstrangs zuständig ist. Ebenfalls beteiligt ist der maritime Logistikdienstleister Blue Installation Group, der Schiffe betreibt [42] [45ad-45af]. Die BGR, die beim ersten Projekt zunächst nur beratend hinzugezogen wurde, ist bei „Deep Sea Sampling 2“ vollwertige Partnerin (als Lizenzinhaberin). Die offizielle Kooperation mit der BGR markiert einen Wendepunkt im Projekt: Erst dadurch konnten vertrauliche Daten aus den Erkundungsarbeiten der BGR im Indischen Ozean mit den Projektpartnern geteilt werden [56] [73].
Das Konzept des vertikalen Abbaus reicht jedoch weiter zurück als das Projekt Deep Sea Sampling. Das ergibt sich aus internen Dokumenten der DSMA-Lobbygruppe, die wir einsehen konnten. Bereits 2016 arbeitete die Bauer Maschinen GmbH im Rahmen verschiedener Joint Industry Projects mit anderen Unternehmen an einem Konzept für ein vertikales Abbaugerät [47] [48] sowie an einer minimal-invasiven Methode zur Gewinnung von Massivsulfiden am Meeresboden mittels einer Grabenfräse und einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) [49]. Im Jahr 2020 startete die Bauer Maschinen GmbH ein neues Joint Venture mit der Harren Shipping Group, das zur Gründung der SMS Seabed Mineral Services GmbH führte [50] [51]. In einem Interview mit dem Magazin Logistics Pilot im Jahr 2022 erklärte Leonhard Weixler, Leiter des Bereichs Maritime Technologien bei der Bauer Maschinen GmbH: „Den Abbau überlassen wir anderen, wir konzentrieren uns auf die Proben“ [52]. Das Zitat spiegelt ein Geschäftsmodell wider, das auf Probenahmen als Dienstleistung für Tiefseebergbaubetreiber setzt. Es zeigt, dass eine Beteiligung an der Wertschöpfungskette des Tiefseebergbaus nicht zwingend den direkten Rohstoffabbau erfordert.
Deep Sea Sampling und Deep Sea Protection präsentiert das BMWE auf seiner Website zur maritimen Forschungsstrategie prominent als Vorzeigebeispiele des Förderprogramms [10]. Weitere geförderte Projekte konzentrierten sich auf die Entwicklung eines autonomen und adaptiven Steuerungssystems für den Abbau von Manganknollen am Meeresboden (MarTERA COMPASS) [57] [58], Geodatenmodelle zur Unterstützung bei der Bewertung von Mineralressourcen am Meeresboden (MarTERA Gitaro.JIM) [59], ein geologisches Multiparameter-Modell für die Meeresboden- und Mineralienexploration (FWIGREM) [60], ein intelligentes Sensorsystem für autonome Fahrzeuge, das zur Erkennung von Vorkommen von Manganknollen eingesetzt werden könnte (Akustisches Auge) [61] [62], marine Bildinformatik für die Exploration von Mineralerzlagerstätten am Meeresboden (TIMM-IS2U) [72], verschleißfeste Gleitkomponenten für Unterwasseranwendungen einschließlich des marinen Rohstoffabbaus (SubSeaSlide) [63] [64] oder die Entwicklung einer Multi-Sensor-Plattform zur Detektion von Objekten in Sedimenten, bei der Tiefseebergbau als möglicher Anwendungsfall genannt wurde (EXTENSE) [65] [66].
Fazit
Die bevorstehenden Verhandlungen bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) werden weiterhin zeigen, wie die Mitgliedsstaaten den Schutz der Meere mit wirtschaftlichen Interessen in Einklang bringen wollen. Deutschland nimmt als Sponsor zweier ISA-Erkundungslizenzen eine wichtige Rolle ein. Dank der in Deutschland vorhandenen Expertise in den Bereichen Tiefseeökologie, Meeresgeologie und Meerestechnik ist die Bundesregierung gut aufgestellt, auf einen strengen Schutz der Tiefsee zu drängen.
Diese Expertise beruht nicht nur auf den eigenen Erkundungsarbeiten im Pazifik und im Indischen Ozean, sondern auch auf öffentlich geförderten Forschungsprojekten, die wissenschaftliche Forschung im am wenigsten erforschten Lebensraum der Erde erst ermöglichen. Bislang wurden weniger als 0,001 Prozent des Meeresbodens visuell erfasst [74]. Die Erforschung von Tiefseeökosystemen, ihrer Ökologie und ihrer Funktionsweise bleibt daher von entscheidender Bedeutung. Die öffentliche Finanzierung von Tiefseeforschungsprojekten im Rahmen der Grundlagenforschung ist hierfür der Schlüssel.
Doch während Deutschland seit 2022 als Verfechter einer vorsorglichen Pause auftritt, profitiert die Industrie hinter den Kulissen weiterhin von staatlichen Fördermitteln. Durch die Finanzierung von Tiefsee-Vertikalfräsen, Meeresbodenbohrern und Multi-Sensor-Überwachungssystemen haben die Bundesministerien nicht nur den Weg für eine tiefere Erforschung der Tiefsee geebnet, sondern auch für heimische Akteure aus der Wirtschaft, die in Zukunft vom kommerziellen Tiefseebergbau profitieren wollen.
Selbst wenn Deutschland niemals kommerziellen Tiefseebergbau in seinen eigenen Lizenzgebieten im Pazifik und im Indischen Ozean erlauben sollte, sind einige deutsche Unternehmen inzwischen gut positioniert, um die globale Expansion dieses Sektors zu unterstützen.
Wie wir in unserer zeitgleich veröffentlichten Recherche „Tiefe Abgründe: Deutschlands Verwicklung in den Tiefseebergbau im Roten Meer“ zeigen, drängt die teilweise durch deutsche öffentliche Forschung geförderte Technologie bereits auf die globalen Märkte. Private Unternehmen wie die Bauer Maschinen GmbH sind bestens aufgestellt, um Tiefseetechnologien in anderen Staaten, wie etwa Saudi-Arabien, kommerziell zu verwerten.
Recherche und Text: Anna Saito and Wiebke Denkena
Factchecking: Oliver Worm
Visualisierungen: Pasha Sem
Quellen und Fußnoten
[1] Deep Sea Conservation Coalition. Momentum for a Moratorium. [abgerufen 04/06/2026], archivierte Quelle
[2] BMWE. Press release: Schutz der Meere: Deutschland unterstützt bis auf Weiteres keinen Tiefseebergbau. [veröffentlicht 01/11/2022, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[3] NDR Info. Umweltminister Schneider fordert Pause beim Tiefseebergbau. [veröffentlicht 09/06/2025, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[4] ISA. Exploration contracts. Minerals: Polymetallic sulphides. [abgerufen 06/07/2026]
[5] ISA. Exploration contracts. Minerals: Polymetallic nodules. [abgerufen 06/07/2026]
[6] BGR. Die BGR stellt sich vor. [abgerufen 13/04/2026], archivierte Quelle
[7] Die geschätzten Gesamtkosten für die Explorationsarbeiten in den beiden Lizenzgebieten der BGR belaufen sich auf rund 175 Millionen Euro. Diese Summe fasst die geschätzten Ausgaben für die Explorationsaktivitäten im Pazifischen und Indischen Ozean zusammen.
Für das Lizenzgebiet im Pazifischen Ozean belaufen sich die gemeldeten Ausgaben auf rund 51,1 Millionen Euro für den ersten Explorationszeitraum (2006–2021) und 19,4 Millionen Euro für den Verlängerungszeitraum (2021–2026). Dies führt zu geschätzten Gesamtkosten von 70,5 Millionen Euro für die Exploration von Manganknollen [7aa].
Für das Lizenzgebiet im Indischen Ozean hat die BGR rund 104,9 Millionen Euro für Explorationsaktivitäten bis zum Jahr 2030 bereitgestellt. Diese Schätzung basiert auf den genehmigten Arbeitsplänen für 2015–2024 mit prognostizierten Ausgaben von 39,0 Millionen Euro für 2015–2019 und 41,0 Millionen Euro für 2019–2024 [8], zusammen mit 24,9 Millionen Euro, die im Arbeitsprogramm für 2025–2030 budgetiert sind [7ab].
[7aa] ISA. ISA contract for exploration – public information on contracts BGR PMN 2025, [abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[7ab] BGR. Programme of activities for the next five-years period 2025 - 2030. [document received via freedom of information request]
[8] ISA. ISA Contract for exploration – Public Information Template. Polymetallic sulphides. Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR). [abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[9] BGR. Application for Extension of an Approved Plan of Work for Exploration of Polymetallic Nodules in the Area for the German Programme of Activities in the Exploration Area for Polymetallic Nodules. [sent to the ISA on 22/12/2020]
[10] BMWE. Maritime Forschungsstrategie. [abgerufen 25/05/2026], archivierte Quelle
[11] Reuters. Mining robot stranded on Pacific Ocean floor in deep-sea mining trial. [veröffentlicht 28/04/2021, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[12] Bauer Group. Mining Solutions: Methods - Equipment - Services brochure. [veröffentlicht 10/2020, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[13] Bauer Maschinen. Maritime Technologien. [Webseite nicht länger verfügbar am 08/06/2026], archivierte Quelle [letzte archivierte Version vom 05/12/2025]
[14] BGR. Polymetallic nodules exploration in the BGR contract area. [abgerufen 11/06/2026], archivierte Quelle
[15] Impossible Metals. Impossible Metals’ Eureka III Test in BGR Contract Area of CCZ. [abgerufen 11/06/2026], archivierte Quelle
[16] BGR. Justiziariat. Antwortbescheid an Greenpeace. Ihr Antrag vom 09.05.2025 auf Zugang zu amtlichen Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG), dem Umweltinformationsgesetz(UIG). [sent 08/08/2025]
[17] BGR. Die Bedeutung mariner Massivsulfide. Commissioned by the Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Referat IIIA5. [veröffentlicht 31/08/2009].
[18] Bund. Förderkatalog. Suchergebnisliste. BMWE. PT-J. HB5000 (Meerestechnik). [abgerufen 30/03/2026]
[19] Global Mining Review. Bauer’s deep-sea technology: Second phase of deep sea sampling research programme has begun. [veröffentlicht 21/10/2025, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[20] Projects were categorised as having a link to deep-sea mining when their stated project objective is aimed toward enabling and/or accompanying the process or when they mention deep-sea mining as one of the possible areas of use, including references made to mineral deposit exploration, manganese nodule / seafloor massive sulphide extraction and marine minerals more broadly.
[21] BMFTR. Antwortbescheid an Greenpeace. Ihr Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) bzw. Umweltinformationsgesetz (UIG), BMFTR-Förderung von Meeresforschungs- und Meeresüberwachungstechnik seit 01.01.2015. [sent 10/03/2026]
[21a] BMFTR. Anhang 1a. Liste aller Forschungsvorhaben in der Tiefseeforschung seit 01.01.2015.
[21b] BMFTR. Anlage 1b. Geplante Fördermittel MiningImpact3. [sent 10/03/2026]
[21c] BMFTR. Anlage 1c. MeBo-Förderung. [sent 10/03/2026]
[22] JPI Oceans. Ecological Aspects of Deep-Sea Mining. Mining Impact. Environmental impacts and risks of deep-sea mining. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[23] JPI Oceans. Mining Impact 2. https://jpi-oceans.eu/en/miningimpact-2 [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[24] JPI Oceans. Mining Impact 3. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[25] Stellungnahme des BMFTR vom 29. Juni 2026.
[26] MARUM. Sea-floor drill rig MARUM-MeBo70. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[27] Interview with co-head of the marine robotics working group Tim Freudenthal, MARUM. [11/05/2026]
[28] Stellungnahme der BGR vom 29. Juni 2026.
[29] Wefer, G., Freudenthal, T.: MeBo200 – Entwicklung und Bau eines ferngesteuerten Bohrgerätes für Kernbohrungen am Meeresboden bis 200 m Bohrteufe, Schlussbericht. Berichte, MARUM –Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Fachbereich Geowissenschaften, Universität Bremen,No. 308, 9 pages. Bremen, 2016. ISSN 2195-9633. [abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[30] MARUM. Sea-floor drill rig MARUM-MeBo200. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[31] MARUM. MARUM-MeBo70 drill rig. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[32] MARUM. MARUM-MeBo developments. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[33] WIPO. 1. WO2015172818 - Unterwasser-Bohrvorrichtung und Verfahren zum Beschaffen und Analysieren von Bodenproben eines Gewässerbodens. [abgerufen 15/06/2026], archivierte Quelle
[34] Universität Bremen. Ongoing projects. Louisville Ridge. [abgerufen 15/06/2026], archivierte Quelle
[35] BGR. Marine Rohstoffe NewsLetter 2025. Marine Mineralische Rohstoffe an der BGR. [veröffentlicht 11/2025, abgerufen 06/07/2026], archivierte Quelle
[36] GeoPublishing Events. Seabed Minerals. Program. [24-26/03/2026] [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[38] TU Berlin. Modifiable Underwater Mother Ship. Unbemannte Unterwasserfahrzeuge für umweltschonenden Tiefseebergbau. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[39] TU Berlin. CIAM - Comprehensive Integrated and Fully Autonomous Subsea Monitoring.
[abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[40] Thyssenkrupp Marine Systems GmbH. MUM-Project. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[41] TU Berlin. DeepSea Protection. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[42] Deep Sea Sampling. Partner. BAUER Maschinen GmbH. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[43] Deep Sea Sampling. Technology. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[44] Global Mining Review. Jody Dodgson. Bauer’s deep-sea technology: Second phase of deep sea sampling research programme has begun. [veröffentlicht 21/10/2025], archivierte Quelle
[45] Deep Sea Sampling. Partner. Eight strong partners - one vision. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[45aa] Deep Sea Sampling. Partner. TU Bergakademie Freiberg. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[45ab] Deep Sea Sampling. Partner. Universität Rostock. [abgerufen 20/05/2026], archivierte Quelle
[45ac] Deep Sea Sampling. Partner. FAU Erlangen-Nürnberg. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[45ad] Deep Sea Sampling. Partner. BGR - Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. [abgerufen 20/05/2026], archivierte Quelle
[45ae] Deep Sea Sampling. Partner. Blue Installation Group. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[45af] Deep Sea Sampling. Partner. Constructor University Bremen. [abgerufen 20/05/2026], archivierte Quelle
[45ag] Deep Sea Sampling. Partner. Motion Makers GmbH. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[46] Deep Sea Sampling. Das grüne Kupfer der Tiefsee. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[47] internal documents of the DSMA: Bauer Maschinen GmbH. Leonhard Weixler. SMS Mining - The vertical approach. Powerpoint presentation. [10/2016]
[48] Spagnoli, Giovanni, et al. „A novel mining approach for seafloor massive sulfide deposits.“ Offshore Technology Conference. OTC, 2016.
[49] internal documents of the DSMA: Combi Lift. Deep Sea Mining - Technology and machinery test. Presentation: International Conference on Deep Sea Mining, Berlin. [13/12/2016]
[50] internal documents of the DSMA: DSMA. Newsletter No.27. [06/10/2020]
[51] Handelsregister B des Amtsgerichts Ingolstadt. Abteilung B. Wiedergabe des aktuellen Registerinhalts Abruf vom 08.10.2025 16:08. SMS Mineral Services GmbH. Nummer der Firma: HRB 10383. Aktueller Abdruck.
[52] Logistics Pilot. Magazin für Häfen, Schifffahrt und Logistik. Tiefe Schätze erkunden. 2022, archivierte Quelle
[53] Interview with head of the institute of mechanical engineering Martin Sobczyk, TU Bergakademie Freiberg. [26/05/2026]
[54] Anonymous Report of Key Findings for Greenpeace from Underwater Minerals Conference. Underwater Minerals Conference (UMC) – St. Pete Beach, FL. November 9–14, 2025.
[55] Deep Sea Sampling brochure. A new kind of mining. [veröffentlicht 03/2025]. Available upon request from Deep Sea Sampling project.
[56] Deep Sea Sampling (DSS) - Entwicklung von Technologien für den vertikalen minimalinvasiven Tiefseebergbau. Maritimes Forschungsprogramm des BMWi - Schlussbericht. [issued 2024, available since 13/01/2026]
[57] BMWE. MarTERA-COMPASS - Hightech in der Tiefsee. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[58] Antwort der Bundesregierung (2019): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Steffi Lemke, Claudia Müller, Dr. Bettina Hoffmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Drucksache 19/14999- Tiefseebergbauinteressen der Bundesregierung.
[59] BMWE. MarTERA-Gitaro.JIM - Algorithmen für Schatzsuche im Meeresboden. [abgerufen16/06/2026], archivierte Quelle
[60] BMWE. FWIGREM - Verbesserung geophysikalischer Messungen zur Erkundung des maritimen Untergrundes. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[61] BMWE. Akustisches Auge - Signalverarbeitung nach Fledermaus-Art. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[62] Fraunhofer IGD. Akustisches Auge - Innovatives akustisches 3D-Bildgebungs- und Vermessungssystem nach bionischen Prinzipien. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[63] BMWE. SubseaSlide – Robuste Gleitlager für Subsea-Pumpen Entwicklung extrem verschleißbeständiger, energieeffizienter und zuverlässiger Gleitkomponenten für Anwendungen im Subsea-Bereich. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[64] Fraunhofer IWM. SubSeaSlide: Tribologische Untersuchungen von Diamant-SiC-Kompositen für Anwendungen im Subsea-Bereich. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[65] BMWE. EXTENSE - Unbemanntes Raupenfahrzeug für die Meeresbodenerkundung Entwicklung eines Messsystems (Multisensorplattform) zur Detektion und Ortung von Objekten (Kabel, Munition und Tiefseebergbau) in Sedimenten. [abgerufen 16/06/2026], archivierte Quelle
[66] CoSA. Center of Excellence. EXTENSE. Entwicklung eines Messsystems (Multisensorplattform) zur Detektion und Ortung von Objekten (Kabel, Munition und Tiefseebergbau) in Sedimenten. [abgerufen 31/03/2026], archivierte Quelle
[68] Katherine L. C. Bell et al. ,How little we’ve seen: A visual coverage estimate of the deep seafloor. Sci. Adv.11,eadp8602(2025).DOI:10.1126/sciadv.adp8602.
[69] Bund. Förderkatalog. Suchergebnisliste. BMFTR. PT-J. RB9000 (High-Tech-Strategie). [abgerufen 16/06/2026]
[70] BMBF. Eine Auflistung der teilnehmenden Cluster und Netzwerke an der BMBF-Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken (Cluster – Netzwerke – International). [veröffentlicht 06/2016], archivierte Quelle
[71] Internal documents from the DSMA: BMWi. Ramboll, IMS Ingenieurgesellschaft mbH. Analysis of the economic benefits of developing commercial deep sea mining in the areas, where Germany owns exploration licenses from the International Seabed Authorities, as well as a listing and evaluation of implementation options with the focus on carrying out a Pilot Mining Test. Study commissioned by the Federal Ministry for Economic affairs and Energy [veröffentlicht 30/09/2016]
[72] PtJ. Statustagung Maritime Technologien. Tagungsband der Statustagung 2015. [abgerufen 07/04/2026], archivierte Quelle
[73] BMWK. Maritimes Forschungsprogramm des BMWK. Deep Sea Sampling II (DSSII). Gesamtheitliche Betrachtung der Exploration und Extraktion von Massivsulfid Lagerstätten in der Tiefsee mit einer nachhaltigen minimalinvasiven Technologie. Teilvorhaben: In-situ-Charakterisierung von Sulfiderzen in der Tiefsee mit LIPS/LIBS. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
[74] Umweltbundesamt. Pradeep Singh, Sabine Christiansen. Test mining in the Area: Legal, regulatory, environmental governance and scientific perspectives. Interim report. [veröffentlicht 04/2021, abgerufen 06/07/2026]